Mobiles Planetarium der Linzer DRK-Jugendpflege Reise in die Welt der Himmelskörper

VETTELSCHOSS · "Gibt es wirklich Außerirdische? Und wie lange scheint die Sonne noch?" Mit vielen Fragen bombardierten die jungen Teilnehmer der Linzer Sommerferienspiele Klaus Völkel von der Sessenheimer Sternwarte.

 Faszinierend: Die Kinder bestaunen die Sternbilder-Projektion an der Kuppel des mobilen Planetariums.

Faszinierend: Die Kinder bestaunen die Sternbilder-Projektion an der Kuppel des mobilen Planetariums.

Foto: Frank Homann

Er hatte sein mobiles Planetarium, eine aufblasbare Kuppel mit einem Durchmesser von fünf Metern, in der Vettelschoßer Turnhalle installiert. Sein Besuch war Teil des Ferienangebots, betreut von den Linzer Jugendpflegerinnen Sarah Görden und Wilma Ehlers und Jugendpfleger René Gromann von der Evangelischen Kirchengemeinde Neustadt/Vettelschoß.

"Wenn Ihr durch die Luftschleuse gekrabbelt seid, seht Ihr in der Mitte zwei Beamer, mit denen ich die Sterne an den dunklen Himmel des Planetariums projiziere", erklärte Völkel den Kindern. Bevor es jedoch "Mit Volldampf durchs Universum" ging, so das Motto, erklärte der Astronom das Sonnensystem anhand seiner maßstabsgetreuen Planetenmodelle. Schnell waren neben dem blauen Planeten Erde der rote Mars, der grüne Uranus, der umringte Saturn sowie Venus, Neptun, Merkur und Jupiter ausgemacht. "Früher gehörte noch Pluto als neunter zu den Planeten, aber der ist nicht nur extrem weit weg, sondern auch so klein, dass er seit 2006 nicht mehr dazuzählt", so Klaus Völkel.

Im Planetarium kamen die Kinder aus dem Staunen nicht mehr heraus. Über ihnen erschien der nördliche Sternenhimmel. "Der erste Planete, den ihr jetzt im Südwesten ab 21.45 Uhr sehen könnt, ist der Saturn. Mit einem Teleskop könnt Ihr auch seinen Eismond Titan erkennen, der 50 Mal größer ist als unser Mond", erklärte Völkel den jungen Besuchern, die lernten: Über den Großen und den Kleinen Wagen, die "Wegweiser am Himmel", kann man den Polarstern ausmachen, der immer im Norden zu sehen ist.

Dann stand die Milchstraße mit ihren drei Milliarden Sternen im Mittelpunkt, die in Afrika "Rückgrat der Nacht" genannt wird. Dabei erzählte der Astronom den Kindern auch die mythologische Deutung der Griechen: Um seinem Sohn Herakles, den Amphitryons Frau Alkmene geboren hatte, in den Götterstand zu erheben, habe Zeus den Säugling an die Brust seiner schlafenden Frau Hera gelegt. "

Da der kleine Herakles aber so heftig saugte, wachte die Göttermutter auf und stieß ihn weg. So soll sich ein breiter Milchstrahl über den Himmel ergossen haben", so Völkel.

Richtig spannend wurde es beim Thema Sternbilder, als diese durch Verbindungsstriche verdeutlicht und mythologische Figuren darüber projiziert wurden. "Sternbilder sind aus Geschichten entstanden, wie etwa von Andromeda, der Tochter des äthiopischen Königs Kepheus. Dessen Frau Kassiopeia, als Sternbild auch Himmels-W genannt, hatte geprahlt, schöner als Neptuns Töchter, die Nereiden, zu sein", erzählte der Astronom den Kindern. Staunend folgten diese der klassischen Sage von Neptuns Rache, der Befreiung Andromedas durch Perseus, der auf dem geflügelte Pferd Pegasus über den Nordhimmel reitet und das Andromeda bedrohende Meerungeheuer, den Walfisch, mit Hilfe des Medusa-Kopfes versteinert.

Die Stunde sei wie im Flug vergangen, und da Klaus Völkel alles sehr verständlich erklärt und fesselnd erzählt habe, seien die Kinder "völlig fasziniert" gewesen, sagte Jugendpflegerin Sarah Görden hinterher. Nach dieser langen Zeit des Stillsitzens ließen sie und Kollegin Wilma Ehlers den "Weltraumreisenden" erst einmal freien Lauf. Sie tobten sich vor dem Mittagessen auf dem nahen Sportplatz aus.

Und später machten sich alle ans Zeichnen - klar, dass sie dabei mit viel Fantasie Shuttle-Flieger, Astronauten, Ufos und Außerirdische entwarfen.