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Öffentlicher Nahverkehr: Rhein-Sieg-Kreis übernimmt Buslinien im Kreis Neuwied

Öffentlicher Nahverkehr : Rhein-Sieg-Kreis übernimmt Buslinien im Kreis Neuwied

Der Kreistag Neuwied berät am Montag über eine weitere Kooperation zwischen den Kreisen auf beiden Seiten der Landesgrenze. Das will sich der Kreis etwas kosten lassen.

Ab Januar werden die Fahrgäste auch auf der Rheinschiene zwischen Linz und Bad Honnef in Busse der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG) einsteigen. Voraussetzung dafür ist die Zustimmung des Kreistags zu einer weiteren Kooperation mit dem Rhein-Sieg-Kreis.

Das ist dann das Ende einer längeren Auseinandersetzung mit dem Unternehmen Martin Becker, das in den vergangenen Jahren die Busstrecken im nördlichen Landkreis eigenwirtschaftlich betrieb. Zum vergangenen Jahreswechsel hatte das Unternehmen vorhandene Konzessionen auslaufen lassen und die Entbindung von allen weiteren beantragt. Die erste Folge war vor allem für die Fahrgäste unangenehm: Schüler und Pendler mussten ein halbes Jahr lang an der Landesgrenze umsteigen.

Buslinien am Rhein entlang

Im Januar soll die RSVG nun auch die Linien 133 von Breite Heide über Rheinbreitbach nach Unkel, die 134 von Erpel über Bruchhausen nach Unkel, die 565 von Bad Honnef über Unkel nach Linz und die Linie 562 von Neustadt über Windhagen nach Bad Honnef für den Abschnitt von Neustadt nach Windhagen übernehmen.

Zunächst soll die RSVG hier den aktuellen Stand bei der Beförderung aufrecht erhalten. Weitere Planungen sollen auch auf diesen Strecken Verbesserungen für die Fahrgäste mit sich bringen, stellt die zuständige Abteilungsleiterin der Kreisverwaltung, Helga Zoltowski, in Aussicht.

Bereits im Sommer übernahm die RSVG die grenzüberschreitenden Buslinien 522, 539 und 564 aus und nach Rheinland-Pfalz. Damals wurden bei der RSVG schon mit dem Start die Linien und die Fahrpläne überarbeitet – zur allgemeinen Zufriedenheit der Fahrgäste, wie Zoltowski feststellt.

Mehr als eine Million Euro pro Jahr

Diese Zufriedenheit lässt sich der Landkreis etwas kosten: Auf mehr als eine Million Euro pro Jahr summieren sich die von der RSVG veranschlagten 3,60 Euro pro gefahrenem Kilometer. Von diesen Kosten gehen die Einnahmen aus Fahrtickets ab. Wie viel das sein wird, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Zum einen stellte das Unternehmen Martin Becker dem Kreis seine Kalkulationen nicht zur Verfügung, um auf dieser Basis zu schätzen. Die erste Abrechnung über die Fahrten aus dem Kooperationsvertrag vom Sommer wird erst zum Jahresende vorgenommen. Hier summieren sich die Kosten auf 925 000 Euro.

Zum anderen sei aber das Jahr 2020 wegen der Corona-Pandemie untypisch für die Nutzung des ÖPNV, erläutert Zoltowski. Auch die Nahverkehrsunternehmen klagten über sinkende Einnahmen.