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R(h)eingehört in Rheinbreitbach : Rheinischer Frohsinn triff sehnsuchtsvolle Rheinromantik auf der Oberen Burg

R(h)eingehört in Rheinbreitbach : Rheinischer Frohsinn triff sehnsuchtsvolle Rheinromantik auf der Oberen Burg

Der Chor „R(h)eingehört“ präsentierte ein harmonisches Klangerlebnis. Wenn ein junger Chor einlädt, eine Auswahl von Rhein- und Weinliedern, von Brahms bis Ostermann – mal schwungvoll, mal romantisch-verträumt, von melancholisch bis heiter zu Gehör zu bringen, dürfen die Zuhörer gespannt sein-

Orte brauchen Chöre. Davon ist Beate Eggenstein“, Chorleiterin des Rheinbreitbacher Chores „R(h)eingehört“, überzeugt. „Ein Chor bedeutet Zusammenkunft und Miteinander“, so Eggenstein. Das sahen die Besucher, die sich zum Herbstkonzert von „R(h)eingehört“ in die Obere Burg aufgemacht hatten, offensichtlich genauso.

Zusammen gekommen waren jedenfalls viele Musikfreunde. Nahezu alle Plätze waren besetzt, als der kleine Chor sich hinter dem Flügel im Bühnenbereich zum gemeinsamen Gesang aufstellte. Der Titel des Konzert „Rhein- und Weinlieder-Brahms trifft Ostermann“, versprach ein breit gefächertes Repertoire.

„Zunächst besingen wir die Gefahren, die der Rhein mit sich bringen kann“, erklärte Eggenstein. „Warnung vor dem Rhein“ lautete da auch gleich eine der ersten trefflichen Volksweisen. „An den Rhein, an den Rhein, zieh’ nicht an den Rhein, Mein Sohn, ich rate Dir gut: Da geht Dir das Leben zu lieblich ein, da blüht Dir zu freudig der Mut“ lautete da der dringende Appell an junge Rheinreisende. In dem bekannten Lied „Lorelei“ von Friedrich Silcher kannten sich die Zuhörer gut aus. „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin; ein Märchen aus alten Zeiten, das kommt mir nicht aus dem Sinn“, wussten viele Besucher leise mitzusingen.

Lieder über ganz unterschiedliche Stimmungen am Rheinstrom

Ein trauriges Schicksal mussten auch drei Burschen hinnehmen in „Es zogen drei Burschen wohl über den Rhein“, die sich allesamt in eine bildschöne Wirtstochter verliebt hatten, die dann allerdings viel zu früh verstarb. Das traurige Ereignis soll sich übrigens am Burghof im Siebengebirge zugetragen haben.

„Nun erleben wir aber wieder einen friedlichen Rhein“, stimmte ein Chormitglied die Zuhörer auf das weitere Repertoire ein. Der Chor nahm die Stimmung im „Abendfrieden am Rhein“ nach Mathieu Neumann“ auf.

Kompositionen von Johannes Brahms standen zunächst im weiteren Programmverlauf im Mittelpunkt des Konzerts. Brahms habe das Rheintal geliebt, erfuhren die Besucher. Er soll sogar Liebesbriefe, die er einst an die angebetete Pianistin Clara Schumann geschrieben hatte, 1888 im Rhein versenkt haben. Ob sich zwischen Brahms und der 14 Jahre älteren Clara Schumann Jahre zuvor mehr als nur Freundschaft entsponnen hatte, mag ungeklärt bleiben. In gegenseitigem Einvernehmen hätten die beiden jedenfalls später jeder für sich ihren Briefwechsel vernichtet.

Liebesbriefe an Clara Schumann landen im Rhein

Die Sängerinnen und Sänger von „R(h)eingehört“ zeigten bei den Darbietungen stets hohe Aufmerksamkeit und faszinierten mit fein betontem und ausdrucksstarkem Gesang. Chorleiterin Beate Eggenstein, die selbst Gesang studiert hat, freut sich über Menschen, die Lust haben, im Chor mitzumachen. „Wir suchen derzeit aber vor allem Männer, die im Tenor oder Bass singen wollen“.

Im zweiten Konzertteil wurden vor allem Lieder von Willi Ostermann präsentiert. Der Komponist und Texter von Heimat- und Karnevalsliedern hatte einst seine Lieder hauptsächlich in Kölscher Mundart vorgetragen. Die fröhliche Schunkelstimmung, die von den Ostermannliedern ausging, breitete sich rasch in der Oberen Burg aus. Die Besucher sangen gerne mit.