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Corona-Abstrich in der Verbandsgemeinde Unkel: Schnelltest statt Schwimmen

Corona-Abstrich in der Verbandsgemeinde Unkel : Schnelltest statt Schwimmen

Seit dieser Woche bietet die Verbandsgemeinde Unkel Corona-Abstriche im Hallenbad an. Rund 70 Ehrenamtliche sind im Einsatz.

Im Unkeler Hallenbad hat am Donnerstag das Corona-Schnelltestzentrum der Verbandsgemeinde Unkel seinen Betrieb aufgenommen. Doris Neuen aus Rheinbreitbach war die erste Nutzerin des Angebots. „Wir möchten uns mit der Familie unseres Sohnes treffen“, sagte die Rheinbreitbacherin, als sie am Ausgang auf ihr abgestempeltes Dokument mit dem Ergebnis wartete. „Durch diesen Test möchten wir ein Stück Normalität zurückerlangen.“

Der Landkreis Neuwied stellt die Nasenabstrichtests, einen PoC-Antigentest, den Verbandsgemeinden zur Verfügung. Und die müssen organisieren. „Die Schnelltests sind neben dem verstärkten Impfen ein wesentlicher Bestandteil im Kampf gegen Corona“, so Jörg Scheinpflug, Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Unkel. „In der Verwaltung war klar, dass wir unseren Bürgern den kostenlosen Schnelltest anbieten wollen, um ihnen die Rückkehr in das normale Leben zu erleichtern.“

Ordnungsamt kümmerte sich um die Infrastruktur

Ein großes Kompliment machte Scheinpflug seinem Ordnungsamt mit Leiter Andreas Nagel. „Der ist die Seele des Ganzen.“ Nagel kümmerte sich mit seinem Team um die Infrastruktur bis hin zur Stoppuhr, fuhr nach Neuwied, holte die Tests und die Schutzanzüge ab. Schilder wurden angebracht, die zum Eingang führen, Pfeile auf dem Boden lenken die Testpersonen durch das Hallenbad.

In der Gemeinschaftsumkleide wurden zwei Testkabinen eingerichtet. Wo normalerweise Schwimmbadbesucher ihre Kleidung wechseln, sind nun Tester im Schutzanzug im Einsatz. 70 Ehrenamtliche hatten sich nach einem von der Verbandsgemeinde Unkel gestarteten Aufruf nach Helfern mit möglichst medizinischen Vorkenntnissen gemeldet.

Scheinpflug: „Für dieses große Engagement sind wir sehr dankbar.“ Deshalb kann auch die Testkapazität weiter erhöht werden. Schon bald soll fünfmal pro Woche getestet werden. Derzeit aber ist eine Anmeldung über eine Hotline erforderlich.

Die VG konnte die Rheinbreitbacher Ärztin Monika Aretz für die Einweisung der ersten Testteams gewinnen. Statt einer Video-Anleitung erhielten die Ehrenamtlichen, die zuvor auch wegen des Datenschutzes verpflichtet worden waren, eine persönliche Schulung über die Hygienevorschriften und das korrekte Handhaben der Test-Kits.

Tester sind bereits geimpft

Scheinpflug: „Die Hilfestellung durch die Ärztin ist uns wichtig. Das ist eine Fürsorgepflicht gegenüber Testern und Getesteten. Ein korrekter Abstrich ist in beider Sinne.“ Die Tester sind auch bereits geimpft, um kein Infektionsrisiko in der Unkeler Teststation einzugehen. Erste Probanden beim Testlauf: der Erste Beigeordnete und der Ordnungsamtschef.

Sirin Gergin und Anna Albers schauten aufmerksam zu, als ihnen Monika Aretz den Verlauf einer Testung erklärte und ihnen praktische Tipps gab. Jörg Scheinpflug bestätigte nach dem „Eingriff“: „Es ist nicht schön, aber nicht schlimm, es kitzelt.“ Auch Andreas Nagel ließ sich von den neuen Testern „behandeln“, ehe dann der erste angemeldete Kandidat zum Test antrat. Mikrobiologin Anna Albers: „Ich komme aus Königswinter. Aber weil dort keine Einsatzmöglichkeiten sind, habe ich mich hier in Unkel gemeldet.“

Bei einem positiven Test wird der Betreffende dem Gesundheitsamt überantwortet. Wichtig: Bei Corona-Symptomen soll keine Teilnahme am Schnelltest erfolgen. Der Erste Beigeordnete: „Da ist er hier nicht richtig, sondern beim Arzt.“

Die Termin-Hotline ist unter ☏ 02224/180659 montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr zu erreichen.