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Radfahren für den guten Zweck: Sebastian Trimborn fährt 500 Kilometer für den Bunten Kreis

Radfahren für den guten Zweck : Sebastian Trimborn fährt 500 Kilometer für den Bunten Kreis

Der 20-jährige Sportmanagementstudent hat ein ehrgeiziges Ziel: Er will Radprofi werden. Auf dem Weg dahin hat er mit einer Marathon-Aktion Spenden für kranke Kinder eingesammelt.

Rennfahrer, Entertainer und Nerd: Sebastian Trimborn aus Asbach hat innerhalb von zwölf Stunden 500 Kilometer auf dem Fahrrad zurückgelegt, dabei seine Zuschauer unterhalten und gleichzeitig beobachtet, wie die Kasse klingelt. Sein Zimmer hat der 20-jährige Sportmanagementstudent dafür nicht verlassen, nicht mal, um zwischendurch auf die Toilette zu gehen.

Was als Lockdown-Idee online begann, wurde zu einer erfolgreichen Spendenaktion. Insgesamt 8500 Euro erfuhr Sebastian Trimborn vor seinem heimischen Rechner. Die gehen nun an den Bunten Kreis Rheinland, eine Organisation, die Familien mit schwerkranken Kindern unterstützt.

Selbst Youtube warb für seinen Stream

Von dem großen Interesse an der Aktion ist er selbst überrascht. „Selbst Youtube hat während des Rennens für meinen Kanal Werbung gemacht“, sagt er. Trimborn selbst nutzte seine Social-Media-Accounts, um darauf aufmerksam zu machen, ebenso sammelte er dort Vorschläge für eine geeignete Organisation, an die gespendet werden sollte.

Rund 7000 Zuschauer fanden sich schließlich insgesamt bei dem zwölfstündigen Rennen ein, 200 Menschen stiegen wie er vor dem heimischen Rechner auf ihr Fahrrad, um ihn zeitweise zu unterstützen. „Ohne die Mitfahrer hätte ich mein Ziel – 500 Kilometer in zwölf Stunden – nicht erreicht“, sagt er und erläutert, wie Zwift fuinktioniert, die Online-Plattform, auf der er trainiert und Rennen fährt.

Wie viele Kilometer der Student jeweils zurücklegt, errechnet die Plattform aus einer Kombination seines Gewichts, der elektrischen Leistung, die er mit dem Rad produziert, der gewählten virtuellen Strecke – und des Windschattens, den die Mitfahrer spenden.

10.000 Kalorien verbraucht

In den zwölf Fahrtstunden ist der 20-Jährige nicht vom Rad gestiegen, er hat elf Liter getrunken, zwei Bananen gegessen und 10.000 Kalorien verbraucht. Muskelkater habe er danach keinen gehabt, sagt er. „Aber ich war heiser vom vielen Reden.“ Während der Fahrt unterhielt er seine Zuschauer. „Wenn ich nichts gesagt habe, konnte ich zuschauen, wie sie weggingen“, begründet er. Seine Stimme war aber nicht das einzige Geräusch. Ein Jingle meldete jede einzelne Spende. 250 Spenden gab es am Ende insgesamt. „Dabei waren auch Firmen, die ich gar nicht kannte“, so Trimborn.

Sebastian Trimborn ist auf dem Weg zum Radprofi und trainiert dafür jede Woche 15 bis 20 Stunden. 2019 wurde er Vize-Europameister im 24-Stunden-Mountainbiken in Portugal. Mit dem vorläufigen Aus für die Live-Radrennen verlegte er einen Teil seines Trainings auf die Online-Plattform Zwift und streamte seine Fahrten auf seinem Youtube-Kanal.

„Als die Idee erst mal raus war, gab es kein Zurück mehr“, sagt Trimborn zur Entstehungsgeschichte des Zwölf-Stunden-Rennens. Mit so vielen Zuschauern und Spenden habe er allerdings nicht gerechnet. Der Bunte Kreis Rheinland freut sich nun über die insgesamt 8500 Euro und will sie für eine Ferienfreizeit für die Geschwisterkinder der Schwerkranken nutzen.