Stichwahl in Windhagen Martin Buchholz trifft auf Hans Dieter Geiger

Update | Windhagen · Bleibt Martin Buchholz (CDU) Ortsbürgermeister in der äußerst wirtschaftsstarken Kommune Windhagen oder setzt sich Hans-Dieter Geiger (G-BfW) durch? Die Stichwahl steht an.

 Mit einem bunten „Martins-Zug“ durch mehrere Ortsteile werben die Christdemokraten für die Wiederwahl von Martin Buchholz (6. v. r.) als Ortsbürgermeister von Windhagen. Im ersten Wahlgang hatte er 46 Prozent der Stimmen bekommen.

Mit einem bunten „Martins-Zug“ durch mehrere Ortsteile werben die Christdemokraten für die Wiederwahl von Martin Buchholz (6. v. r.) als Ortsbürgermeister von Windhagen. Im ersten Wahlgang hatte er 46 Prozent der Stimmen bekommen.

Foto: Michael Möhlenhof

Wenn es eine Kommune in ganz Deutschland gibt, die prädestiniert für eine lange Amtszeit ihres Bürgermeisters ist, dann ist es Windhagen: 56 Jahre lang stand der 2023 im Alter von 98 Jahren verstorbene Josef Rüddel (CDU) an der Spitze seines Ortes, den er dank kluger Industrie- und Gewerbeansiedlungen vom bitterarmen Bauerndörfchen zu einer der finanzstärksten Ortsgemeinden von Rheinland-Pfalz geführt hat. Viele Jahre hielt Rüddel den Titel „dienstältester Bürgermeister in Deutschland“ inne. Sein direkter Nachfolger im Amt, Martin Buchholz (CDU), blickt auf mittlerweile fünf Amtsjahre zurück. Am Sonntag, 23. Juni, muss er sich – genau zwei Wochen nach der Kommunal- und Europawahl – erneut dem Votum der Wahlberechtigten stellen.

In einer Stichwahl tritt der 52-Jährige gegen Hans Dieter Geiger (61) von „Gemeinsam – Bürger für Windhagen“ (G-BfW) an – seinen Ersten Beigeordneten der Gemeinde. Die zweite Runde im Rennen um den ehrenamtlichen Posten des Gemeindechefs des wirtschaftsstarken 4600-Einwohner-Ortes ist notwendig geworden, da sich vor 14 Tagen vier Kandidaten – eine Bewerberin und drei Bewerber – um das Amt bemühten (siehe Kasten), was nahezu einzigartig im gesamten Bundesland war.

Hans Dieter Geiger von „Gemeinsam – Bürger für Windhagen“ fordert Martin Buchholz von der CDU heraus.

Hans Dieter Geiger von „Gemeinsam – Bürger für Windhagen“ fordert Martin Buchholz von der CDU heraus.

Foto: Michaela Soost

Nachdem der Amtsinhaber mit einem Ergebnis von 46,3 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit der Stimmen vergleichsweise knapp verpasst hatte, haben Stichwahlkandidat Geiger (34,2 Prozent) und die beiden anderen unterlegenen Bewerber Thomas Stumpf (SPD), der auf 12,2 Prozent kam und die parteilose Elisabeth Theisen (6,8 Prozent) so etwas wie ein gemeinsames Bündnis geschmiedet. Bereits mit ihrem Votum zur Wahl des Ortsgemeinderates hätten „die Wählerinnen und Wähler in beeindruckender Weise gezeigt, dass sie in Windhagen einen Wechsel der politischen Verantwortung wollen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von G-BfW, SPD, Grünen und der Liste Bahne. Diese Veränderung „kann jedoch nur vollständig gelingen“, wenn Hans Dieter Geiger in der Stichwahl als „gemeinsamer Kandidat“ die Stimmen aus allen vier Lagern der Unterzeichnenden erhalte.

Ebenso wird der gelernte Handwerker und Berufssoldat ausdrücklich von den in Runde eins unterlegenen Bürgermeisterkandidaten Thomas Stumpf und Elisabeth Theisen unterstützt. „Gehen Sie erneut ihre Stimme ab und wählen Sie für einen Wechsel und gegen ein Weiter so“, ist auf das Plakat geschrieben, auf dem neben dem Porträt von Geiger auch Stumpf und Theisen auf einer Art Pinnwand mit dem Zusatz „unterstützt von“ zu sehen sind.

Hintergrund: Erst im Februar 2019 gegründet, war G-BfW bei der Wahl im Mai 2019 mit einem Ergebnis von 26,9 Prozent der Stimmen und fünf Ratssitzen erstmals in den Windhagener Gemeinderat eingezogen. Weitere Folge des guten Abschneidens: G-BfW-Mann Hans Dieter Geiger wählte das Gremium zum Ersten Beigeordneten. Somit vertritt er den Bürgermeister im Verhinderungsfall und verwaltet in seinen Geschäftsbereichen unter anderem Spielplätze, das Friedhofswesen und Liegenschaften der Gemeinde.

Das Amt des Ersten Beigeordneten bekleidete auch Martin Buchholz viele Jahre an der Seite von Josef Rüddel, bevor er für dessen Nachfolge kandidierte und 2019 mit 51,45 Prozent der Stimmen gewählt wurde. Einziger Gegenkandidat damals: Thomas Stumpf, der seinerzeit als Unabhängiger ins Rennen ging und auf exakt gerade mal 63 Stimmen weniger kam als sein Mitbewerber von der CDU.

Sein Ergebnis bei der Bürgermeisterwahl vor zwei Wochen sehen Buchholz und seine Partei als „klaren Wahlsieg mit 46 Prozent im ersten Wahlgang gegen drei Mitbewerber“ an. Im Wahlkampf zur Stichwahl erfahre er „eine starke Welle der Unterstützung“. Der selbstständige EDV-Betreuer verdanke seiner „guten Vernetzung in Wirtschaftskreisen und in die Nachbarkommunen“, dass „er auch außerhalb der Gemeindegrenzen als zuverlässiger und kompetenter Ansprechpartner geschätzt wird“, heißt es von der Windhagener CDU.

Die CDU geht auf „Martins-Zug“ für Martin Buchholz

Sie hat sich etwas Besonderes für ihren Ortsbürgermeister, der seit vielen Jahren auch Mitglied im Asbacher Verbandsgemeinderat und Neuwieder Kreistag ist, einfallen lassen: Die Christdemokraten organisierten während der vergangenen Tage immer einen bunten „Martins-Zug“, mit dem sie mit vielen Unterstützern durch den Ort flanierten und für die Unterstützung des Amtsinhabers warben. Und: Gleichgültig, wie das Ergebnis am Sonntag ausgeht, einen guten Grund hat Martin Buchholz am 23. Juni auf jeden Fall, um zu feiern: Er hat Geburtstag und wird 53 Jahre alt.