Folgen der Corona-Pandemie : Der Wandertourismus in Unkel boomt

Der Unkeler Ausschuss diskutiert die Folgen der Corona-Pandemie für den Tourismus. Während der Wandertourismus boomt, wird das Radwandern zur Herausforderung.

„Wir sind auf dem richtigen Weg. Die Außensicht auf Unkel ist gut.“ Mit dieser positiven Einschätzung fasste Stadtbürgermeister Gerhard Hausen die Situation des Tourismus in Unkel bei der Sitzung des Ausschusses für Tourismus und Städtepartnerschaft zusammen.

Gemeinsam mit seinen Beigeordneten Wolfgang Plöger und Markus Winkelbach hatte er in den Übungsraum an der Sporthalle am Sonnenberg geladen, um das Thema „Neuausrichtung im Tourismus – Die Corona-Krise als Chance“ zu behandeln. Zu Gast war auch Oliver Bremm, Geschäftsführer der Tourismus Siebengebirge GmbH.

Für den gesamten Tourismus seien die Auswirkungen verheerend – auch im Siebengebirge. In der Altstadt habe bis Ende Juni – dem Beginn der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen – Totenstille geherrscht. „Seitdem geht es langsam aufwärts. Vor allem an den Wochenenden war die Innenstadt schon wieder sehr gut besucht“, so der Stadtchef. Die Absagen zahlreicher Veranstaltungen wie dem „Dreisprung“ und „Kunst in Unkeler Höfen“ würden sich aber natürlich negativ auswirken.

Einen regelrechten Boom hingegen verzeichne der Wandertourismus, da viele ihren Urlaub in Deutschland verlebten, sagte Hausen. Diesem Trend trage die Stadt etwa mit der Aussichtsplattform auf dem Elsberg, den im Hähnerbachtal geplanten „Baumelbänken“ und dem Ausbau von Wanderwegen Rechnung. Im Bereich „Kultur“ baue er auf die vielen ehrenamtlichen Initiativen.

Kunst- und Geschichtsverein planen Veranstaltungen

Schon für dieses Jahr plane der neue Kunstverein um die Biennale-Teilnehmerin Martine Seibert-Raken einige Veranstaltungen, und auch der Geschichtsverein werde nicht komplett auf seine Loewe-Musiktage verzichten. „Mittelpunkt wird weiterhin das Willy-Brandt-Forum sein, das gleichfalls Veranstaltungen plant.“

Keine rosigen Aussichten sieht vorerst hingegen Oliver Bremm für den Tourismus. „Bis November mussten in der Region alle Groß­events abgesagt werden. Wir planen sie wieder für 2021, allerdings in der Hoffnung, dass keine zweite Corona-Welle alle Hoffnungen zerstört.“ Außerdem seien angesichts des Rheinsteig-Erfolges in ganz Deutschland jede Menge Themen-Wanderstrecken entstanden, die dem Premium-Wanderweg Konkurrenz machten.

Dagegen habe das Radwandern für Unkel an Bedeutung gewonnen. Jetzt gelte es, für dieses Segment die Infrastruktur etwa mit sicheren Rad-Stellboxen oder Ladestationen für E-Bikes zu verbessern.

Gerade das Radwandern werde für Unkel aber zu einer Herausforderung, so einige Ausschussmitglieder. „Wir haben uns bemüht, Autos aus der Altstadt herauszuhalten. Dafür bevölkern jetzt Massen von Radlern bei schönem Wetter die Cafés und haben dabei ihre teuren Bikes fest im Blick“, monierten sie.

Außerdem schwebten Spaziergänger zwischen Gefängnisturm und Zehnthof in größter Gefahr, da die autofreie Rheinpromenade von Radlern nicht nur widerrechtlich befahren, sondern oft auch als Rennstrecke missbraucht werde. „Für dieses alte Problem müssen wir endlich eine Lösung finden“, so Hausen. Allerdings seien in Unkel beide Besuchergruppen erwünscht.