Theater im Tunnel Erpel Vor 100 Jahren machte die Führung Druck

ERPEL · Mit der Aufführung von „Weltenbrand“ erinnert der Verein „ad erpelle“ an das Gesetz zum Bau der Ludendorffbrücke.

 Im Erpeler Tunnel wird dieses Jahr das Stück "Weltenbrand" aufgeführt.

Im Erpeler Tunnel wird dieses Jahr das Stück "Weltenbrand" aufgeführt.

Foto: Maechtle

Bereits weit mehr als 120 Mal wurde seit 2006 in Erpel das Theaterstück „Die Brücke“ aufgeführt, das die Rheinüberquerung der alliierten Truppen am 7. März 1945 eindrucksvoll und mit einem unüberhörbaren Friedensappell im Tunnel unter der Ley in Szene setzt.

„Dieses Theaterstück steht bei uns erst im nächsten Jahr wieder mit 17 weiteren Vorstellungen auf dem Programm“, erläutert Edgar Neustein, der Vorsitzende des Kunst- und Kulturvereins „ad erpelle“. Denn in diesem Jahr ist es dem Verein gelungen, das renommierte Hamburger Ensemble „axensprung“ auf die Bühne des Theaters im Tunnel zu holen, um in drei Aufführungen des Stückes „Weltenbrand“ an die Schrecken des Ersten Weltkrieges zu erinnern.

„Das Stück erzählt eindrucksvoll die fiktive Geschichte des Soldaten Reiniger. Unter der Regie von Erik Schäffler lassen Michael Bideller, Oliver Hermann und Markus Voigt mit Hilfe einer Collage aus Musik-, Klang- und Bildelementen mit Briefen, Berichten und Erzählungen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs das Leben von drei jungen Soldaten zu einer dichten, atmosphärischen Erfahrung werden“, so Neustein.

Livemusik- und Klangkompositionen sowie Soundeffekte, Projektionen von Fotos und Bildern des Malers Otto Dix verschmelzen dabei, dramaturgisch klug verzahnt, mit Originaldokumenten zu einer eigenständigen Ausdrucksform.

So wird erlebbar, wie nach der anfänglichen Kriegsbegeisterung zunächst Zweifel wachsen, bis die Erkenntnis reift, dass der Krieg das größte Verbrechen ist. Die Kämpfe waren vor allem an der Westfront von neu entwickelten und erbarmungslos eingesetzten Waffentechniken, von moderner Artillerie über Minen und Panzer, Zeppeline, Flugzeuge und Flammenwerfer bis hin zu Giftgas geprägt.

Vor 100 Jahren, am 27. April 1916, war in Berlin auf Drängen der deutschen Heeresführung das Gesetz zum Bau der Rheinbrücke bei Remagen sowie der Bau des Tunnel unter der Erpeler Ley erlassen worden. Ziel war es, noch schneller Menschen und Material an die Westfront bringen zu können, die sich in extrem verlustreiche Grabenkämpfe verstrickt hatte.

Dieses Szenario war der Grund für den Verein, die Bauzeit der Brücke und des Tunnels in den Fokus zu rücken und am Freitag und Samstag, 15./16. Juli, jeweils ab 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 17. Juli, ab 15.30 Uhr das Theaterstück „Weltenbrand“ der Hamburger Schauspielergruppe im Tunnel auf die Bühne zu bringen.

Karten für den „Weltenbrand“ gibt es im Vorverkauf zum Preis von 19,50 Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr in Erpel im Schreibwaren- und Lotto-Shop Roth, Kölner Straße 12, 02644/809885. Weitere Infos und Onlinetickets über www.ad-erpelle.de. Die Temperatur im Tunnel beträgt nur 13 Grad, warme Kleidung wird empfohlen. Die Spielstätte liegt in der Nähe des Erpeler Bahnhofs, die Spielzeiten sind auf den Bahntakt abgestimmt.

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