Neuer Bildungsgang Wie das Windhagener Kinder-College die Manager von morgen ausbildet

Windhagen · Die Windhagener Pädagogin Helga Thieroff gründete vor fast 25 Jahren das Kinder-College in Neuwied (Begabtenzentrum Rheinland-Pfalz) für hoch- und höchstbegabte Kinder. Der Verein bietet jetzt seine ganz eigene Antwort auf den latenten Fachkräftemangel in Deutschland gefunden. Motto: „Talente ausbilden für die Verantwortung von morgen“.

Helga Thieroff führt seit 24 Jahren ehrenamtlich das Kinder-College, das sich der Förderung hochbegabter Kinder und Jugendlicher widmet.

Helga Thieroff führt seit 24 Jahren ehrenamtlich das Kinder-College, das sich der Förderung hochbegabter Kinder und Jugendlicher widmet.

Foto: Frank Homann

Das in Windhagen gegründete Kinder-College, nach eigenem Bekunden und nach Meinung von vielen Bildungsexperten Deutschlands führende private Fördereinrichtung für hochbegabte Kinder und Jugendliche, lädt für Samstag, 9. März, zu einem „Wirtschaftsgipfel“ nach Koblenz ein. Unter dem Motto „Talente ausbilden für die Verantwortung von morgen“ stellt der Verein vor Vertretern der Wirtschaft einen innovativen, vom Kinder-College selbst in Zusammenarbeit mit kompetenten Partnern entwickelten Bildungsgang zum Thema Management vor.

Ziel des Bildungsprojektes ist es, begabte Kinder mit entsprechendem Interesse in die Grundlagen eines erfolgreichen und zugleich nachhaltigen, ethisch orientierten unternehmerischen Handelns einzuführen. „Das Projekt ist einmalig in Deutschland und wurde nach Präsentation seiner Eckpfeiler von Unternehmen, Sozialverbänden und Universitäten/Hochschulen mit höchster Anerkennung bedacht“, berichtet Pädagogin Helga Thieroff, die den Verein zur Begabtenförderung 2000 gegründet hat und ihn seitdem leitet.

„Die Unternehmen in Deutschland suchen händeringend nach gut ausgebildeten Führungskräften, jedoch wird der Nachwuchs in den Schulen auf die Anforderungen der Wirtschaft nicht ausreichend vorbereitet“, so Thieroff. Um diese Lücke zu schließen, hat das Kinder-College den Lehrgang „Werteorientiertes Management – Zukunft verantwortungsvoll gestalten“ entwickelt und damit den Grundstein für ein wirtschaftsorientiertes und praxisnahes Bildungsprogramm gelegt. In Zusammenarbeit mit Mitstreitern aus Hochschulen und Unternehmen wurde ein Curriculum erstellt, es wurden Dozenten angeworben. Und nun werden Unterstützer aus der Wirtschaft gesucht, die durch Spenden, aber auch durch Angebote der praktischen Zusammenarbeit bei der Umsetzung des Projektes behilflich sind.

Schulen bereiten Kinder auf die Wirtschaftswelt nicht vor

Neben der Vorstellung des neuen Bildungsgangs thematisiert der „Gipfel“ am Samstag, 9. März, 16 Uhr, im Diehls Hotel, Rheinsteigufer, in Koblenz, die besondere Eignung von hochbegabten jungen Menschen für Führungspositionen in der Wirtschaft sowie die anzunehmende zukünftige Bedeutung hoch- und höchstbegabter Kinder für Wirtschaft, Gesellschaft und Sicherheit.

Das Kinder-College setzt sich seit fast 25 Jahren für die intellektuellen und emotionalen Bedürfnisse von hochbegabten Kindern und Jugendlichen ein. Die Fördereinrichtung ist seit ihrer Gründung im Jahr 2000 erheblich gewachsen und hat durch Projekte und Kooperationen ein internationales Renommee erlangt. Aktuell betreut das Kinder-College pro Semester an die 1000 begabte junge Menschen im Alter von vier bis 16 Jahren aus drei Bundesländern, die in etwa 100 Kursen unterschiedlichster Fachrichtungen – von Sprachen über Kunst, Theater und Tanz bis hin zum eigentlichen Schwerpunkt, dem naturwissenschaftlich-technischen Bereich – in kleinen Gruppen von Dozenten unterrichtet werden. Der in Windhagen gegründete, in Koblenz beheimatete Verein kooperiert dazu mit Universitäten und Hochschulen.

Ausschlaggebend für das Projekt waren die traumatischen Erfahrungen Thieroffs mit dem eigenen höchstbegabten Sohn, der in den 1980er/1990er Jahren an seinem ländlichen Wohnort keinerlei institutionalisierte Förderung erfuhr. Thieroff hat mehrere Bücher zum Thema Hochbegabung geschrieben. In ihrem Erstlingswerk „Vom Schmerz der Hochbegabung. Mein Sohn, der anders war“ spürt sie dem Lebensweg ihres Sohnes Kai von der Geburt bis zu dessen Freitod im Alter von 21 Jahren nach. 2021 erschien ihr Buch „Die Originalität der Hochbegabten. Ausgewählte Lebensentwürfe“.

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