Posthume Ehrung für ehemals dienstältesten Bürgermeister Warum das Bürgerhaus Windhagen, das Josef Rüddel nie haben wollte, nun seinen Namen trägt

Windhagen · 56 Jahre lang war Josef Rüddel der Ortsbürgermeister von Windhagen. Damit galt er als „dienstältester Bürgermeister in Deutschland“. Ihm zu Ehren heißt das Bürgerhaus, welches neben dem bestehenden Bürgerhaus gebaut wurde, jetzt Josef-Rüddel-Forum. Nicht das einzige Vermächtnis des anerkannten Schlitzohres.

 Nicht weniger als einen späteren Weltmarktführer für Straßenbaumaschinen holte Josef Rüddel nach Windhagen: Wirtgen. Auch wenn das Unternehmen mittlerweile zu John Deere gehört, bleibt das Werk mit rund 2000 Mitarbeitern in Windhagen bestehen.

Nicht weniger als einen späteren Weltmarktführer für Straßenbaumaschinen holte Josef Rüddel nach Windhagen: Wirtgen. Auch wenn das Unternehmen mittlerweile zu John Deere gehört, bleibt das Werk mit rund 2000 Mitarbeitern in Windhagen bestehen.

Foto: Frank Homann

Begeisterung sieht anders aus: Von der anno 2000 entstandenen Idee, eine neue Festhalle in Windhagen zu bauen, hielt Josef Rüddel, damals bereits seit 1963 Ortsbürgermeister der kleinen Gemeinde mit ihren großen Gewerbegebieten an der A 3, nicht viel – vorsichtig ausgedrückt. Die anfänglichen Zweifel des Gemeindechefs lagen weniger am Gebäude selbst, nicht an dessen Funktion für die Bürgerschaft und erst recht nicht an den fehlenden Penunzen im gut gefüllten Gemeindesäckel. Es lag viel mehr an Rüddels Widerwillen, dieses Geld auszugeben. Denn Josef Rüddels Credo lautete stets: „Mir hann et Jeld nit vum ussjenn.“ Ironie der Geschichte: Die anfänglich argwöhnisch beäugte Festhalle hat jetzt einen neuen Namen: Josef-Rüddel-Forum.