Im Alter von 98 Jahren Der ewige Bürgermeister Josef Rüddel aus Windhagen ist tot

Windhagen · Josef Rüddel ist tot. Der langjährige Ortsbürgermeister von Windhagen und lange Jahre „Deutschlands dienstältester Bürgermeister“ starb am Samstag im Alter von 98 Jahren. 56 Jahre war er an der Spitze seiner Gemeinde, die er prägte wie kein Zweiter.

Josef Rüddel an seinem Schreibtisch zu Hause in Hüngsberg. 56 Jahre lenkte der gelernte Landwirt die Geschicke seiner Gemeinde.

Josef Rüddel an seinem Schreibtisch zu Hause in Hüngsberg. 56 Jahre lenkte der gelernte Landwirt die Geschicke seiner Gemeinde.

Foto: Frank Homann

Josef Rüddel ist tot. Wie der General-Anzeiger erfuhr, verstarb der langjährige Ortsbürgermeister von Windhagen und lange Jahre „Deutschlands dienstältester Bürgermeister“ am Samstag im Alter von 98 Jahren.

56 Jahre war der gelernte Landwirt und Rinderzüchter als Ortsbürgermeister der kleinen Westerwaldgemeinde mit den vielen, vielen Gewerbegebieten, die alle während seiner Amtszeit entstanden sind, tätig – 14-mal wurde er wiedergewählt. Josef Rüddel wurde am 20. Januar 1925 in Hallerbach als Sohn eines Stellmachers geboren. Während des Zweiten Weltkrieges von der Wehrmacht eingezogen, wurde er 1944 beim Rückzug aus Polen verwundet und in Gefangenschaft genommen. 1955 rückte der damals 30-jährige Landwirt in den Gemeinderat von Windhagen nach. Als im April 1963 Bürgermeister Josef Heuser starb, wurde Rüddel am 10. Mai 1963 als dessen Nachfolger gewählt.

Rüddel, der erst als Bürgermeister in die CDU eintrat, war ab März 2012 dienstältester Bürgermeister Deutschlands und feierte 16 Monate später sein 50-jähriges Dienstjubiläum. Da war die ursprünglich landwirtschaftlich geprägte Gemeinde, in der es kein nennenswertes Gewerbesteueraufkommen gegeben hatte, zum Krösus des Kreises Neuwied aufgestiegen. Dank starker Unternehmen gibt es in dem auf knapp 4500 Einwohner angewachsenen Ort mehr als 2500 Arbeitsplätze. Außerdem verfügt Windhagen über gute Infrastruktur für Bürger und Vereine.

Bei der Kommunalwahl 2014 noch mit 62 Prozent auf weitere fünf Jahre wiedergewählt, kündigte Rüddel 2018 an, 2019 nicht mehr zu kandidieren.

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