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Gewinne gegen den Landestrend: Mit Demuth gewinnt die CDU

Gewinne gegen den Landestrend : Mit Demuth gewinnt die CDU

Die 38-jährige Christdemokratin holt zum dritten Mal das Direktmandat im Wahlkreis Linz/Rengsdorf.

Wie sich die Ereignisse gleichen: Schon 2016 war der jungen CDU-Frau Ellen Demuth auf ihrer eigenen Wahlparty im Linzer Brauhaus nicht so recht nach einer rauschenden Feier zumute: Zwar sicherte sich die damals 33-Jährige mit 40,6 Prozent der Stimmen mit klarem Vorsprung erneut das Dirktmandat im Wahlkreis Linz/Rengsdorf, allerdings drückte das schlechte Abschneiden ihrer Partei im Land gehörig auf die Stimmung: Im Pandemiejahr 2021 fiel die Party mit Rheinpanorama im Brauhaus zwar ganz aus und  ihre CDU verlor landesweit erneut, das Direktmandat sicherte sich die 38 jahre alte Christdemokratin allerdings zum bereits dritten Mal.

In Mainz verfolgte Demuth dieses Mal den Wahlabend. Froh war sie nicht nur darüber, mit 40,4 Prozent ein ähnlich gutes Ergbnis wie 2016 eingefahren zu haben, als sie das Direktmandat mit  40,6 Prozent der Stimmen gewann. Vor allem freute sie der Vorsprung gegenüber ihrem sozialdemokratischen Mitbewerber Jürgen Hühner. Der konnte den positiven Landestrend zugunsten seiner Partei nicht in Stimmen für sich ummünzen: Der bekannte Gastronom, Wirt der Malberg-Hütte in Hausen, schaffte 25,0 Prozent. Beim Urnengang 2016 holte die damalige SPD-Bewerberin Birgit Haas 30,8 Prozent. „Einen Vorsprung von 15 Prozent gegenüber Mitbewerbern hatte ich noch nie“, sagte Ellen Demuth in einer ersten Reaktion dem GA. „Das ist eine tolle Honorierung meiner Arbeit im Wahlkreis. dafür bin ich sehr dankbar“, so die 38-Jährige. Landesweit habe sie in ihrem Wahlkreis eines der besten CDU-Ergebnisse überhaupt eingefahren. Erst gegen kurz vor 22 Uhr stand das endgültige Wahlergebnis in ihrem Wahlkreis fest, der Vorsprung von Demuth aus Hühner hatte ich allerdings im Laufe des Abends ausgebaut.   

Leichte Verlust musste die AfD hinnehmen: Hatte ihr Direktkandidat Hans-Joachim Röder aus Unkel vor fünf Jahren mit 9,6 Prozent auf Anhieb fast ein zweistelliges Ergebnis erreichte, kam AfD-Direktbewerber Nick Baltrock in diesem Jahr auf 6,2 Prozent. Im gesamten Kreis Neuwied, bemessen an den Zweitstimmen des Linzer und des Neuwieder Landtagswahlkreises, erreichten die Rechtspopulisten 8,0 Prozent – nach 12,2 Prozent im Jahr 2016. 

Ein erstmals zweistelliges Ergebnis am Erststimmen heimste der Leubsdorfer Holger Wolf von den Grünen ein, der auf 12,7 Prozent der Stimmen kam. Ebenso profitierten die Freien Wähler von der politischen Stimmung: Ihr Kandidat Hermann Bernardy aus Asbach lag bei 6,4 Prozent. Noch vor fünf Jahren hatte er 3,9 Prozent der Stimmen erreicht. FDP-Frau Sabine Henning aus Dattenberg holte 6,2 Prozent und Julia Henke (Die Linke), die in Roßbach lebt, 3,0 Prozent.