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Rettungswache in Oberpleis nimmt Betrieb auf: Nach dem Alarm wartet die Rutsche

Rettungswache in Oberpleis nimmt Betrieb auf : Nach dem Alarm wartet die Rutsche

Die neue, hochmoderne Rettungswache in Oberpleis stellt nach erfolgreichem Probelauf jetzt auf Vollzeitbetrieb um. Bei aller Modernität: Wenn es schnell gehen muss, kommt eine Rutsche zum Einsatz.

Die Lage für die neue Rettungswache in Oberpleis kann kaum günstiger sein. Unmittelbar am Kreisel, der den Verkehr auf der Königswinterer Straße Richtung Ittenbach oder Oberpleis, sowie der Dollendorferstraße (L 268) Richtung Thomasberg oder Eudenbach in die Runde schickt, liegt die neue Rettungswache.

Zuständig ist die neue Rettungswache für den Bergbereich von Königswinter. Bislang waren die Rettungskräfte an den Standorten Ruttscheid und Ittenbach untergebracht. Am Verkehrskreisel sind jetzt Ampeln installiert worden, die bei einem Einsatz den Verkehr zum Halten bringen, um den Rettungsfahrzeugen ungehinderte und zügige Abfahrt aus der Wache zu ermöglichen.

Ein Rundgang durch die neuen Räume bietet Einblicke in eine hochmoderne Rettungsstelle mit technischer Ausstattung und Einrichtung, die hohen Ansprüchen gerecht wird. Am Haupteingang fällt im Treppenhaus eine lange Metallrutsche auf. Hinabrutschen funktioniert eben schneller als eine Treppe hinunter zu laufen – und eingesparte Zeit ist lebensrettend.

Im Außenbereich ist eine Notstromversorgung installiert, die 24 Stunden den Vollbetrieb bei Stromausfall sichern kann. „Der Vorteil dieser Anlage ist die unmittelbare Nutzung im technischen Notfall. Das ist gegenüber mobiler Notstromgeräte, die erst geholt werden müssen, ein entscheidender Vorteil“, erklärt Frank Ruppert, Leiter Rettungsdienst und Projektleiter der neugebauten Rettungswache.

In der Fahrzeughalle fällt großzügige Geräumigkeit auf. „Die Einsatzkräfte haben in der neuen tiefen Halle viel mehr Raum hinter den Einsatzwagen als in den alten Fahrzeuggebäuden“, weist Guido Krautscheid, Wachleiter der Rettungswache, auf die Verbesserung für die Arbeitsabläufe hin. Eine Navigationsanlage in der Halle erlaubt zudem eine unmittelbare Einwahl zur Ortung der Einsatzstelle. Ein Monitor im Zugangsflur zur Halle gewährt den Einsatzkräften den schnellen Blick auf aktuelle Informationen.

In einer Wasch- und Desinfektionshalle nebenan können alle Einsatzgerätschaften unterschiedlichster Größe nach den Einsätzen entsprechend gesäubert werden. „Hier spielt sich alles ab, was unrein ist“ , so Ruppert. Früher seien die Einsatzkräfte zum Standort Altstadt gefahren, um die Fahrzeuge zu säubern. Ebenso funktionell gestalten sich Räume wie das Gefahrenstofflager, wo etwa Desinfektionsmittel aufbewahrt werden, die Wäscheräume oder kleinere Werkstätten.

Die Einsatzkräfte haben je nach Schicht die Möglichkeit sich in sechs Einzelruheräumen zu verteilen und aufzuhalten. Zwei unmöblierte Ersatzräume stehen darüber hinaus zur Verfügung. Moderne Umkleiden und Spindschränke können genutzt werden. Eine voll ausgestattete Küche neben dem großen Aufenthaltsraum im Obergeschoss ist vorhanden, ebenso eine kleine Terrasse für Freiluftpausen. Insgesamt beträgt die Bruttogeschossfläche rund 1190 Quadratmeter, das Grundstück erstreckt sich über 3900 Quadratmeter. Die technische Versorgung des Gebäudes wird von einer gasbetriebenen Heizungsanlage mit Solarunterstützung, einer Lüftungsanlage, sowie einer Wärmerückgewinnungsanlage übernommen.