Bad Honnefer Stadtverband feiert 125-jähriges Bestehen Neuer DRK-Flitzer schafft Steigungen bis hinauf zur Löwenburgruine

Bad Honnef · Dass auch „kleine“ Geschenke zum Geburtstag eine große Freude auslösen können, zeigt sich jetzt bei der Feier zum 125-jährigen Bestehen des DRK Bad Honnef: Das neue, recht kompakte Einsatzfahrzeug „Ranger“ ist klein, wendig und mit allem ausgestattet, was man für Rettungseinsätze benötigt – von der Schleifkorbtrage über Seilwinden bis zu Nachtscheinwerfern.

 Beim Tag der offenen Tür zeigten Jens Koelzer (von links) und Uwe Westhoven Otto Neuhoff wie das neue Ranger-Fahrzeug des DRK Bad Honnef funktioniert.

Beim Tag der offenen Tür zeigten Jens Koelzer (von links) und Uwe Westhoven Otto Neuhoff wie das neue Ranger-Fahrzeug des DRK Bad Honnef funktioniert.

Foto: Frank Homann

„Wir sind enorm dankbar, dass es so eine tolle Organisation in unserer Stadt gibt.“ Mit einem Jahr Verspätung konnte Bürgermeister Otto Neuhoff am Samstag nun endlich ganz offiziell dem Stadtverband des Deutschen Roten Kreuzes zum 125-jährigen Jubiläum gratulieren. Eigentlich hätte der besondere Geburtstag bereits im vergangenen Jahr groß gefeiert werden sollen, doch Corona machte allen Plänen einen Strich durch die Rechnung. Am Freitag hatten die Mitglieder noch gezittert, dass die Festivitäten aufgrund des angekündigten Unwetters abermals ins Wasser fallen könnten, „aber zum Glück ging es ja für die Region gimpflich aus“, so DRK-Vorstandsmitglied Jens Koelzer erleichtert. Sowohl der Festakt am Freitagabend im Weinhaus Steinbach als auch der Tag der offenen Tür am Samstag im DRK-Quartier an der Austraße konnten wie geplant von statten gehen.

Als „Geburtstagsgeschenk“ wurden am Samstag gleich drei neue Einsatzfahrzeuge, die den Bevölkerungsschutz im Siebengebirgsraum um weitere, wichtige Puzzleteile ergänzen, offiziell in Dienst gestellt. Viele neugierige Blicke zog dabei der „Polaris Ranger“ auf sich – ein Geländeeinsatzfahrzeug, „mit dem wir überall dorthin kommen, wo man mit dem Auto nicht hingelangt“, erläutert Koelzer. Auch die Steigung bis hinauf zur Löwenburgruine ist für das Vehikel kein Problem. Trotz seiner kompakten Größe ist der „Ranger“ mit alles ausgestattet, was man für Rettungseinsätze benötigt, von der Schleifkorbtrage über Seilwinden bis hin zu Arbeitsscheinwerfern.

Erster Einsatz für Ranger bei „Sieben auf einen Streich“

Seine ersten Einsatz hat der Neuzugang bereits bei „Sieben auf einen Streich“ absolviert, allerdings ohne zu einem Notfall ausrücken zu müssen. Am Samstag gab es jetzt noch den kirchlichen Segen, den ebenfalls der neue Kommandowagen und der neue Mannschaftstransportwagen ins Empfang nehmen durften. Im Anschluss hatten die Besucher dann die Gelegenheit, auch die anderen DRK-Fahrzeuge – vom Verpflegungswagen bis hin zum Einsatzgefährt der Motorradstaffel – unter die Lupe zu nehmen.

„Wir möchten heute unser Leistungspotenzial als Katastrophenschutzeinheit darstellen“, so Koelzer. Da durften natürlich auch die vierbeinigen Einsatzkräfte Frieder und Balthasar nicht fehlen: Die beiden sind nicht nur wichtigsten Mitarbeiter der Rettungshundestaffel, sondern wie ihre vier tierischen Kollegen auch ganz besondere Sympathieträger.

Während die Hundestaffel ein Fachdienst jüngeren Datums ist, geht die Geschichte des Bad Honnefer DRK bis ins 19. Jahrhundert zurück. Im Dezember 1896 war erstmals ein Honnefer Zweitverein des Roten Kreuzes erwähnt worden. 1926 gründete sich hieraus die freiwillige Sanitätskolonne Bad Honnef, die dann nach dem Zweiten Weltkrieg zu neuem Leben erwachte. 1961 gründeten die Honnefer Helfer den ersten eigenständigen Ortsverein des Roten Kreuzes im Rhein-Sieg-Kreis. 1967 erfolgte die Gründung des Jugendrotkreuzes in Bad Honnef, „das auch heute ein fester und wichtiger Bestandteil unseren Ortsvereins ist“, wie Vorsitzender Uwe Westhoven betont.

Seit 2005 ist das DRK im „Siegfried-Westhoven-Haus“ an der Austraße beheimatet – in unmittelbarer Nachbarschaft zu anderen Hilfsorganisationen wie dem Technischen Hilfswerk und dem Malteser Hilfsdienst, mit denen eine gute Zusammenarbeit gepflegt wird. 2021 erfolgte die Verschmelzung mit dem Königswinterer DRK zum Ortsverein Siebengebirge. Vorsitzender Westhoven betonte, dass der Verein auch in Zukunft weiterhin in Sachen Bevölkerung- und Katastrophenschutz der große, verlässliche Partner im Rhein-Sieg-Kreis bleiben werde. Sein Dank galt allen Helfern und Führungskräften, ohne deren selbstloses Engagement das alles nicht möglich wäre. „Ich bin froh, ein Teil dieser tollen Truppe zu sein.“

Bürgermeister Neuhoff unterstrich die Bedeutung eines gut ausgebautes Rettungswesens, das durch ehrenamtliches Engagement getragen wird. „Dies drückt in schöner Weise aus, dass wir eine Gemeinschaft sind; dass Bürger für Bürger dafür sorgen, dass wir hier gut und sicher leben können.“ 90 000 Einsatzstunden pro Jahr würden verdeutlichen, „welcher Einsatz und welche Energie von den Helfern aufgebracht wird, die dafür nur einen Ehrenlohn erhalten“.

110 Männer und Frauen engagieren sich im DRK-Ortsverein

Insgesamt engagieren sich zurzeit 110 Männer und Frauen aktiv im DRK Ortsverein, hinzu kommen rund 1000 Fördermitglieder. Zu Austritten sei es während der Pandemiezeit glücklicherweise nicht gekommen, so Koelzer. „Aber Corona hat uns finanziell wehgetan“. Da über einen langen Zeitraum keinerlei Veranstaltungen mehr stattfinden konnten, konnte der Verein unter anderem keine Einnahmen aus Sanitätsdiensten mehr verbuchen. „Und die tragen mit dazu bei, dass zum Beispiel die Ausstattung unserer Helfer finanziert werden kann.“ Nun nimmt das Veranstaltungsgeschehen aber wieder stark an Fahrt auf – oftmals gibt es sogar mehr Anfragen, als der Verein mit ehrenamtlichen Helfern stemmen kann.