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Jubiläum in Aegidienberg: Paar verliebt sich an Karneval - und feiert nun Diamanthochzeit

Jubiläum in Aegidienberg : Paar verliebt sich an Karneval - und feiert nun Diamanthochzeit

Der Rathaussturm der Jecken in Unkel hat ihre Liebe entfacht. Was im Karneval begann, hat bis heute Bestand: Gertrud und Christoph Schneider feiern Diamanthochzeit.

Sie waren das Prinzenpaar 1972 von Aegidienberg. Im Karneval hatten sich Christoph Schneider und seine Gertrud auch kennengelernt. Nun feiern sie ihre Diamanthochzeit. Am 3. November 1961 hatten sie vor dem Standesbeamten die Ehe geschlossen, am Tag darauf traten die Brautleute vor den Altar der Kirche Sankt Pantaleon in Unkel.

In dem Rotweinstädtchen hatte Christoph Schneider, Tanzoffizier der Prinzengarde der KG Klääv Botz Aegidienberg, an einem Rosenmontag das Rathaus mit erstürmt. Beim Tanz danach eroberte der junge Mann auch Gertrud Morsbach, Unkels Weinkönigin von 1957, und ließ sie fürderhin nicht mehr aus den Augen. Ihre Eltern führten einen Schreibwaren- und Zeitungsladen, in dem das hübsche Mädchen, geboren am 8. Oktober 1939, tätig war. Als 1960 Gertruds Freundin heiratete, stellte Christoph mit einer Frage seinen Heiratsantrag: „Und wann heiraten wir?“

In Aegidienberg errichtete das Paar danach mit seinen Brüdern das eigene Domizil. Der Bräutigam, der am 23. November 1936 in Himberg das Licht der Welt erblickt hatte, war ja vom Fach. Nach dem Besuch der Volksschule in Aegidienberg absolvierte er eine Maurerlehre in Königswinter. 1957 ging er für ein Jahr in die Schweiz. Danach entdeckte er nicht nur seine Herzensdame, sondern war im Konstrukteursbüro der Firma Vreden/Arnz beschäftigt und wurde auf dem zweiten Bildungsweg Architekt.

1972 wurde ein aufregendes Jahr: Christoph Schneider machte sich selbständig und wirkte als freiberuflicher Architekt – insgesamt fast 40 Jahre lang. Und: Die Schneiders regierten die Aegidienberger Jecke. Und einer der beiden Söhne hatte damals Kommunion. Auf ihre Jungs sind die Jubilare stolz. Der Älteste ist Privat-Dozent in München, hat Bücher über Caesarius von Heisterbach und die Abtei geschrieben, der jüngere Spross ist als Industriedesigner in Hamburg tätig. Eine Enkeltochter (15) haben die Schneiders.

Ein großes Hobby der Ehejubilare war der Wassersport. Auf dem Rhein fingen sie mit einem kleinen Boot an, dann folgten 15 Jahre in Ostfriesland. Anschließend hatten sie ihr Motorboot 16 Jahre lang in den Niederlanden. Christoph Schneider wurde sogar in seiner Freizeit als Funkoffizier auf großer Fahrt bei der Handelsmarine ausgebildet und war Kapitänleutnant zur See ehrenhalber. Er ist Mitglied der Deutschen Marinekameradschaft Bonn-Bad Godesberg. Nicht verwunderlich ist, dass Bastelfreund Schneider auch schon viele Leuchttürme gebaut hat – Prachtexemplare stehen in seinen früheren Meeresrevieren.

Seine Frau erinnert sich ebenfalls sehr gerne an die entspannten Stunden am Meer. Gertrud Schneider hat 17 Jahre im Service in der Hirschburg gearbeitet. „Eine schöne Zeit.“ Sie kegelte mehr als 50 Jahre im Kegelclub „Die Schnapsmäuschen“. Die Diamanthochzeiterin hat es vor 25 Jahren sogar ins Guinnessbuch geschafft – sie gehörte zu jenen 1368 Weinköniginnen, die sich auf einen Schlag versammelt hatten. 60 Jahre Ehe ist zwar kein Rekord, aber eine feine Leistung. Christoph und Gertrud Schneider werden dieses Ereignis im Familienkreis feiern.