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AEGIDIENBERG: Rievkooche-Bude als Stall von Bethlehem

AEGIDIENBERG : Rievkooche-Bude als Stall von Bethlehem

Die Weihnachtsgeschichte ist beim Spaziergang über den Aegidiusplatz präsent. Krippenspiel live gespielt.

Die Weihnachtsgeschichte spielte sich am Heiligen Abend mitten in Aegidienberg ab. Eine Reibekuchenbude diente jetzt mit Stroh ausgelegt als Stall. Und Maria und Josef fanden bei ihrer Suche nach einer Herberge hier Unterschlupf. Ihr neugeborenes Jesuskind betteten sie auf Heu in der Krippe. Die Bleibe der Heiligen Familie war nur eine Station des Weihnachtsweges, den die katholische Pfarrgemeinde Sankt Aegidius und die evangelische Kirchengemeinde Aegidienberg gemeinsam eingerichtet hatten.

„Wir haben es bereits vor Monaten nicht für möglich gehalten, dass in unserer engen Friedenskirche ein Weihnachtsgottesdienst stattfinden kann“, sagte Pfarrer Stefan Bergner. Die Idee: der Weihnachtsweg, auf dem das Geschehen rund um die Geburt Christi nachvollzogen werden kann. Der Geistliche: „Wir haben mit der katholischen Gemeinde ein zwölfköpfiges Organisationsteam gebildet. Die dabei erlebte Ökumene hat mich tief beeindruckt.“

Trotz regnerischen Wetters unterwegs

Trotz des usseligen Wetters machten sich viele auf den Weg wie einst die Hirten.An mehreren Stationen wurde aus der Weihnachtsgeschichte gelesen. Pfarrer Bergner begrüßte jedes Grüppchen: „Das ist ein verrücktes Weihnachtsfest unter widrigen Umständen. Aber vielleicht kommen wir dem Weihnachtsgeschehen auf diese Weise sogar näher. Maria und Josef waren ohne Perspektive.“ Jedes Kind erhielt eine Postkarte, auf der an jeder Station ein Stempel aufgedrückt wurde, so dass zum Schluss die komplette Krippenmannschaft versammelt war. An einer Station konnten Fürbitten notiert werden. Höhepunkt war die lebende Krippe. Flora und Kilian, in Zweitbesetzung Sandra und Philipp, stellten Maria und Josef dar.

Andacht mit dem schlummernden Kind

„Ich habe schon beim Krippenspiel in der Kirche mitgemacht“, sagte die zehnjährige Flora. Nun schaute sie mit Josef andächtig auf das schlummernde Kind. Barbara Nolting hatte die ausgediente Puppe Lili ihres eigenen Nachwuchses in Windeln gewickelt. „Die führt sonst ein tristes Leben im Keller, jetzt strahlt sie unterm Stern.“

Und das Kind wurde von den Pänz bewundert. Von Maria und Josef gab es Leporellos für sie. Kantor Sönke Grunwaldt steuerte zarte Flötenklänge bei, während immer wieder von einem Balkon herab Musiker Weihnachtslieder spielten. Irene Messmer war mit ihren Kindern David (4) und Marlene (2) gekommen.

„Das ist eine tolle Aktion.“ Auf dem Weg gaben Heike Schlimbach und Kai Scharfenstein den Besuchern das Zeichen des Friedens, ehe Conny Hellermann und Brigitte Buchholz Kerzen mit dem Licht von Bethlehem austeilten, das nach Köln eingeflogen und vom Dom aus durch Oberpleiser Pfadfinder nach Aegidienberg gebracht worden war. So ausgerüstet, verabschiedete Pfarrer Michael Ottersbach die Christen mit dem Segen.