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Sonnenkollektoren liefern nachhaltigen Strom in Aegidienberg: Saubere Energie aus der Kläranlage

Sonnenkollektoren liefern nachhaltigen Strom in Aegidienberg : Saubere Energie aus der Kläranlage

Die neue Photovoltaikanlage hilft dem Abwasserwerk, einerseits Geld zu sparen und sie ist außerdem gut für die Umwelt. Auch Faulgase werden zu Energie.

In der Kläranlage Aegidienberg werden nicht nur Abwässer gereinigt, sondern es wird nun auch Strom zur Eigenversorgung produziert. In Zusammenarbeit mit der Bad Honnef AG errichtete das Abwasserwerk innerhalb eines halben Jahres eine neue Photovoltaikanlage. Die 92 Solarmodule, die mit einem Wechselrichter verbunden sind, wurden auf dem 150 Quadratmeter großen Dach des Betriebsgebäudes installiert. Bei optimaler Sonneneinstrahlung erwarten die Abwasserwerker eine Stromleistung von circa 30 Kilowatt-Peak; mit einem Kilowatt-Peak lassen sich rund 1000 Kilowatt-Stunden Solarstrom pro Jahr erzeugen.

Bei der Präsentation der Anlage unterstrich Hans-Joachim Lampe-Booms, Betriebsleiter des Abwasserwerkes und der Bad Honnefer Bäder: „Die neue PV-Anlage steht für ein weiteres Ausrufezeichen in der Zusammenarbeit zwischen dem Abwasserwerk, den Bad Honnefer Bädern und der Bad Honnef AG.“ Und: „Die Stromversorgung mit alternativen Energien steht sowohl beim Abwasserwerk als auch bei der Bad Honnef AG im Fokus.“ Bürgermeister Otto Neuhoff: „Wir wollen eine klimaneutrale Stadt bekommen.“

Nachdem im Frühjahr 2020 mit dem Projekt Neubau Hallenbad in Aegidienberg bereits ein nachhaltiges Energiekonzept mit einem Blockheizkraftwerk und einer Photovoltaik umgesetzt werden konnte, folge nun eine weitere Energieoptimierung, so Lampe-Booms. „Aufs Jahr hochgerechnet werden mit der Anlage zwölf Tonnen CO2-Ausstoß gegenüber der konventionellen Stromproduktion eingespart. Zusammen mit der Anlage für den Neubau Hallenbad sind es schon 77 Tonnen CO2 weniger pro Jahr in Aegidienberg.“

Bereits 2012 wurde in Bad Honnef Abwasserwerk mit Stromproduktion kombiniert. In der Kläranlage im Tal wurde eine erste Photovoltaikanlage errichtet und seitdem von der Bad Honnef AG betrieben. Auf 370 Quadratmetern sind dort Solarmodule vorzufinden. Seinerzeit, so Lampe-Booms, habe man noch auf die Einspeisung ins Stromnetz gesetzt, da es finanzielle Anreize gab. „Durch den Anstieg der Strompreise und die Reduzierung der Vergütung bei Direkteinspeisung fallen diese Anreize heute weg. Trotzdem lohnt sich die Errichtung einer Photovoltaik zur Eigenstromversorgung. Da die Kläranlage mit den Pumpen und Aggregaten dauerhafte Verbraucher hat, muss die Energie nicht aufwendig zwischengespeichert werden und kann unmittelbar verbraucht werden.“ Dies führe zu einer deutlichen Einsparung beim Strombezug, 5000 Euro pro Jahr würden gespart. Da die BHAG diese Anlage errichtet habe, sei es eine Win-Win-Situation, so der Abwasserwerk-Chef im Beisein von Mathias Eik, Kaufmännischer Vorstand der Bad Honnef AG, und Projektleiter Frederik Setz. Ausschussvorsitzender Klaus Wegner lobte die gute Zusammenarbeit von Bad Honnef AG und Stadt. Die BHAG sei Vorreiter in Sachen erneuerbare Energien.

Das Abwasserwerk hat noch einen weiteren Energielieferanten: Es verbrennt sein Faulgas aus der Schlammproduktion auf der Kläranlage im Tal und produziert mittels einer Mikroturbine Strom für den technischen Betrieb. So können fossile Brennstoffe gespart werden.