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Digitales Lernprojekt startet in Schloss Hagerhof: Schüler lernen Landwirte virtuell im Unterricht kennen

Digitales Lernprojekt startet in Schloss Hagerhof : Schüler lernen Landwirte virtuell im Unterricht kennen

Ein landesweites digitales Lernprojekt startet in Schloss Hagerhof in bad Honnef.

Wie funktioniert ökologische Landwirtschaft? Was essen Bio-Rinder? Wie wächst Getreide ohne Kunstdünger? Diese und mehr Fragen beantwortete der Klasse 7a des Gymnasiums Schloss Hagerhof am Mittwoch ein echter Landwirt live von seinem Betrieb. An Schloss Hagerhof startete das landesweite digitale Lernprojekt „Hallo Bauer, wie geht denn Bio?“, organisiert von der Landesvereinigung Ökologischer Landbau NRW (LVÖ). Das Projekt läuft im Rahmen der Aktionstage Ökolandbau NRW 2021, die neben der LVÖ die Landwirtschaftskammer NRW und das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz initiiert haben.

Drei Wochen lang befassten sich die Schüler mit dem Thema nachhaltige Landwirtschaft und ökologischer Landbau. Dazu arbeiteten sie, gemeinsam mit ihrem Biologielehrer und dem Projektleiter Martin Lehnert, mit digitalem Material der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung und ökologischer Anbauverbände. Zudem vermittelte die LVÖ der Klasse den Kontakt zu dem Landwirt Klaus Bird, der den Biolandhof Gut Frohnenbruch in Kamp-Lintfort leitet. Über seinen Biolandhof informierten sich die Schüler im Vorfeld ganz genau im Internet. Ein virtuelles Gespräch mit ihm und die Möglichkeit, ihm Fragen zu seinem Betrieb und seiner Arbeitsweise zu stellen, bildete am Mittwoch den Abschluss der Projektphase.

„Wir wollen mit den Schülern über nachhaltige Landwirtschaft reden, und vor allem vertiefen, was das eigene Essen auf dem Teller mit dem Tierwohl und der Umwelt zu tun hat“, so Martin Lehnert. Schulleiter Sven Neufert betonte: „Bildung für nachhaltige Entwicklung gehört für uns als Montessori-Schule schon immer mit dazu. Mit dem Projekt verbinden wir die Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung.“

In der achten Klasse absolvieren die Schüler ein zweiwöchiges Praktikum bei einem landwirtschaftlichen Betrieb, das neue digitale Lernprojekt ergänzt hierfür die Vorbereitung. Die Schüler freuen sich darüber: „Ich habe selber Hühner und mir ist es deshalb wichtig, dass sie in den Betrieben gut gehalten werden“, erklärt der 13-jährige Neo. „Ich finde es gut, dass wir darüber etwas lernen.“ Das findet auch Mitschülerin Maja: „Unsere Generation muss über Nachhaltigkeit nachdenken, damit wir die Zukunft verbessern können“, sagt die Zwölfjährige. „Vielen ist, glaube ich, nicht bewusst, was in manchen Betrieben abgeht.“

Das digitale Projekt wird nach den Sommerferien vorerst an sieben weiteren Schulen in ganz NRW fortgesetzt. Peter Schmidt von der LVÖ sieht dabei vor allem die Vorteile für Schüler, die in einer Großstadt wohnen und ansonsten nicht die Möglichkeit haben, mit Landwirten in Kontakt zu kommen. „Natürlich ersetzt das nicht den echten Besuch und das Erleben, aber es kann ein Zusatz sein.“