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Hilfsgüter gehen an Tafel Königswinter: Schüler spenden kistenweise Essen für Bedürftige

Hilfsgüter gehen an Tafel Königswinter : Schüler spenden kistenweise Essen für Bedürftige

Das Oberpleiser Gymnasium am Oelberg sammelt Nahrungsmittel und Dinge des täglichen Bedarfs für die Königswinterer Tafel. Von Corona-Pandemie und Distanzunterricht lassen sie sich nicht aufhalten.

Es gibt auch in Königswinter Menschen, denen es am Nötigsten fehlt. Familien, die nicht mal genügend Geld für regelmäßige Mahlzeiten haben. In Zeiten der Corona-Pandemie hat sich deren Situation nicht verbessert – im Gegenteil. „Die Anzahl der Bedürftigen hat sich erheblich erhöht“, wie Nobert Mischke, Leiter der Königswinterer Tafel, berichtet. Mittlerweile sind es nicht mehr 80, sondern 120 Kunden, die von der Tafel mit Lebensmitteln versorgt werden, darunter Einzelpersonen, aber auch ganze Großfamilien. Umso mehr freuen sich die Tafel-Mitarbeiter über die vollgepackten Spendenkartons, die sie am Dienstag auf dem Schulhof des Gymnasiums am Oelberg (GaO) in Oberpleis abholen konnten.

„Das ist eine ganz tolle Sache“, betont Mischke. Die Spendenaktionen, die regelmäßig an vielen Königswinterer Schulen und Kindergärten für die Tafel stattfinden, sind eine große Hilfe für die Einrichtung. „Und in dem Ausmaß, wie das Gymnasium das macht, ist das schon außergewöhnlich.“

Die jährlich, normalerweise vor Weihnachten stattfindende Sammelaktion ist an der Schule längst Tradition. Bereits im Dezember waren große Kartons in den Klassenräumen aufgestellt worden, in die die Schüler ihre Spenden geben konnten – haltbare Lebensmittel, aber auch Kosmetikartikel und andere Dinge des täglichen Bedarfs.

Rund 35 Kisten sind in den Vorjahren bislang immer zusammengekommen. Dieses Mal waren es jedoch coronabedingt einige weniger, da die Sammelaktion aufgrund der Rückkehr zum Distanzunterricht vor den Weihnachtsferien ein vorzeitiges Ende gefunden hatte. Auch das Zusammenpacken der Kisten und die Übergabe der Spenden verzögerte sich immer wieder, da die Schüler nicht in der Schule waren, sondern zu Hause lernen mussten. „Wir sind daher froh, dass wir das jetzt endlich abschließen können“, sagt Lehrerin Florence Danso, die die Spendenaktion am GaO federführend mitorganisiert und betreut.

„Das Projekt ist uns wirklich sehr wichtig. Und die Not ist ja in Corona-Zeiten nicht weniger geworden.“ Mitgemacht bei der Sammelaktion hatten alle Klassen und Kurse, wobei allerdings die Kleinsten den größten Sammeleifer an den Tag legten – abgesehen von der Klasse 8b, die es jedes Jahr schafft, nicht nur eine, sondern sogar zwei Kisten zu packen, wie Danso berichtet. Die Schüler der Parallelklasse 8a indes ließen es sich bei der Übergabe nicht nehmen, die schweren Pappkartons eigenhändig in den kleinen Lieferwagen der Tafel zu wuchten. Mischke und seine Kollegen Heinz-Dieter Kopp, Claus-Detlev Bues und Matthias Schönfelder brauchten nur zuzuschauen und freuten sich über den Tatendrang der Jugendlichen.

Die gesammlten Spenden werden nun erst einmal ins Tafel-Lager einsortiert. „Wir bekommen ja nicht immer die gleiche Menge frischer Lebensmittel aus den Geschäften. Daher sind wir froh, auf diese haltbaren Vorräte zurückgreifen zu können, wenn die Tagesrationen einmal nicht ausreichen“, erläutert Mischke.