Sieben auf einen Streich 1300 junge Bäume für den Naturschutz im Siebengebirge

Siebengebirge · Der Skiclub Bad Honnef löst sein Versprechen ein und stiftet nach der Wanderung „Sieben auf einen Streich“ Jungbäume für die kahlen Flächen.

 Schweißtreibende Baumpflanzung im Siebengebirge.

Schweißtreibende Baumpflanzung im Siebengebirge.

Foto: Frank Homann

Statt Skigymnastik war am Samstag für die Mitglieder des Skiclub Bad Honnef Training für die Muckis angesagt: 1300 junge Bäumchen galt es in die Erde zu bringen. Damit löste der Verein sein Versprechen ein, für jeden Wanderer, der bei der 50. Auflage von „Sieben auf einen Streich“ im vergangenen Jahr an den Start gegangen war, einen neuen Baum im Siebengebirge zu pflanzen.

„Der Skisport steht ja zunehmend in der Kritik. Wir möchten der Natur gerne etwas zurückgeben“, erläuterte Vorsitzender Matthias Hupperich, der sich zusammen mit Organisator Bruno Gola über die große Resonanz seitens der Vereinsmitglieder freute. „Es ist eine super Aktion, die richtig Spaß macht.“

Drei Hektar bepflanzt

Die Ärmel wurden am Samstag auf dem rund drei Hektar großen Areal der Kalmusheide nahe der Rosenau oberhalb von Heisterbacherrott hochgekrempelt: Mitarbeiter der Forstbehörde hatten zuvor bereits jeweils zehn mal zehn Meter große Pflanzinseln von Farn und Brombeergestrüpp befreit, um den insgesamt 35 freiwilligen Helfern des Skiclubs die Pflanzarbeit mit Hacke und Spaten ein bisschen zu erleichtern.

Trotzdem flossen reichlich Schweißtropfen: etwa 40 Zentimeter tief und ausreichend breit mussten die Pflanzlöcher ausgehoben werden, damit die Wurzeln der eineinhalb Meter großen Jungbäume genügend Platz haben – und das war in dem teils lehmigen, mit Wurzeln durchzogenen Erdreich durchaus kräftezehrend.

Selbstgepflanztes wächst besser an

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Pflanzen, die wie im eigenen Garten per Handarbeit mit dem Spaten in die Erde gebracht werden, am besten anwachsen“, berichtet Förster Marc Redemann, der für den VVS-Wald verantwortlich ist. Und in dieser Hinsicht kann der VVS tatsächlich schon einen reichen Erfahrungsschatz vorweisen: insgesamt 40.000 Bäume wurden in den vergangenen fünf Jahren neu gesetzt, allesamt aus Spenden finanziert und von freiwilligen Helfern gepflanzt.

Bis 2019 hatte sich auf der Kalmusheide noch ein Fichtenhain befunden, der aber dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen war. Bei zwei Aufforstungsaktionen sind hier bereits neue Bäume gepflanzt worden: Spitzahorn, Bergahorn, Vogelkirschen, Stieleichen, Flatterulmen und Edelkastanien. „Bei der heutigen Aktion handelt es sich um Nachpflanzungen, da einige Ecken nicht so gut angegangen sind“, erläutert Redemann.

In zwei Monaten überall grüne Blättchen

Nun brauchen die jungen Bäume erst einmal Zeit um anzuwachsen. „Wir freuen uns, wenn wir in zwei Monaten herkommen und hier überall grüne Blättchen zu sehen sind“, so Redemann. Ab dem kommenden Jahr, hofft der Förster, werden sie aber ordentlich zulegen und zu stattlichen Bäumen von bis zu 35 Metern Höhe heranwachsen, die ein Höchstalter von 500 Jahren erreichen können.

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