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Klimaschutzmanagerin Antje Fehr: So nachhaltig ist Königswinter

Klimaschutzmanagerin Antje Fehr : So nachhaltig ist Königswinter

Seit 1. Februar ist Antje Fehr Klimaschutzmanagerin in Königswinter. In der Kürze der Zeit hat sie schon einige Bauvorhaben angestoßen. Wir stellen die Projekte der 38-Jährigen vor.

Klimaschutz und Nachhaltigkeit haben in Königswinter neuerdings einen Namen. Seit Februar ist Antje Fehr neue Klimaschutzmanagerin der Stadt. Doch Wunder kann die 38-jährige Bonnerin auch nicht vollbringen. „Man sollte nicht glauben, wir haben nun eine Klimaschutzmanagerin. Jetzt kann uns nichts mehr passieren“, sagte der Technische Dezernent Theo Krämer bei einer ersten Zwischenbilanz. Fehr habe eine koordinierende Funktion. „Der Klimaschutz ist aber eine Aufgabe aller Mitarbeiter der Verwaltung und der Politik“, so Krämer.

Fehr hat dabei schon einiges bewirkt. Ein konkretes Beispiel ist ein Beschluss, den die Politik gerade im Bau- und Verkehrsausschuss getroffen hat. Dabei geht es um die Turnhalle der Grundschule Oberdollendorf, die seit Januar nach einem Brand nicht zur Verfügung steht. Aufgrund einer äußerst detaillierten und umfangreichen Sitzungsvorlage, an der die neue Klimaschutzmanagerin mitwirkte, entschied sich der Ausschuss hier einstimmig für eine große Lösung mit einem größtmöglichen Effekt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit.  

Politik empfiehlt Neubau der Turnhalle der Grundschule Oberdollendorf

Die Verwaltung hatte aufgezeigt, dass nicht nur der Brandschaden zu beheben sei, sondern für das Jahr 2022 auch die Sanierung der Sanitäranlagen und eine LED-Umrüstung geplant seien. Darüber hinaus habe das Gebäude aus dem Jahr 1974 weiteren Sanierungsbedarf, sodass in den kommenden Jahren Mittel in Höhe von 2,25 Millionen Euro aufzuwenden wären. Nicht zuletzt im Hinblick auf den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab 2026 benötige auch die Offene Ganztagsschule zusätzlichen Platz.

 Neue Klimaschutzmanagerin von Königswinter: Antje Fehr.
Neue Klimaschutzmanagerin von Königswinter: Antje Fehr. Foto: Frank Homann

Vor diesem Hintergrund empfahl die Verwaltung der Politik, einen Neubau der Turnhalle mit der Möglichkeit einer OGS-Erweiterung. Für rund vier Millionen Euro könnte so ein höherwertiges Gebäude mit nachhaltigen Rohstoffen errichtet und mit erneuerbaren Energien versorgt werden. „Wichtig ist, dass die Aspekte Klimaschutz und Nachhaltigkeit mitgedacht und von Anfang an in die Planung eingebunden werden“, sagt Fehr. Die neue Mitarbeiterin der Stadt hat in den ersten knapp fünf Monaten ihrer Tätigkeit einen kleinen Marathon an Terminen, Gesprächen und Sitzungen innerhalb und außerhalb Königswinters hinter sich, weil auch der Aufbau eines Netzwerks und der Austausch mit übergeordneten Einrichtungen wie der Verbraucherzentrale oder der Energieagentur in NRW dazu gehören. Auch mit der Fridays for Future-Gruppe im Rhein-Sieg hat sie sich getroffen.

Neubau des Feuerwehrgerätehauses und der Rettungswache in der Altstadt

„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Mitarbeiter in der Verwaltung den Klimaschutz bereits im Blick haben. Ich möchte das Thema aber noch mehr verstärken und ins Bewusstsein bringen“, so Fehr. Zusammen mit der Westenergie hat sie den Klimaschutzpreis der Stadt Königswinter organisiert, der sich zurzeit in der Bewerbungsphase befindet. Das erste große Bauprojekt, das die Klimaschutzmanagerin von Anfang an begleiten wird, wird der Neubau des Feuerwehrgerätehauses und der Rettungswache in der Altstadt sein. „Dieses Projekt wird anders ablaufen als alle früheren, indem nicht nur die Anforderungen der Nutzer, sondern auch die Realisierung der Klimaziele in die Planung einfließen werden“, sagt Krämer.     

Die Sitzungsvorlagen des Technischen Dezernats erhalten neben der Auswirkung auf den Haushalt jetzt auch den Hinweis der Wirksamkeit auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit. „Dies soll nach und nach auf alle anderen relevanten Vorlagen ausgeweitet werden“, sagt Fehr. In Arbeit ist auch ein neues Klimaschutzkonzept für die Stadt. „Es gibt ein Konzept aus dem Jahr 2012 und das im vergangenen Jahr beschlossene Maßnahmenprogramm 2050 als Vorlage. Diese müssen unter Berücksichtigung der gesetzlichen Änderungen und der politischen Anträge weiterentwickelt werden“, meint Krämer. So hat die Bundesregierung nach dem jüngsten Urteil des Bundesverfassungsgerichts das Ziel ausgegeben, eine Klimaneutralität bis zum Jahr 2045 zu erreichen.

In der AG Nachhaltigkeit sollen Ziele und Konzepte definiert werden, wie das Vorhaben auf lokaler Ebene umgesetzt werden kann. Wenn die Politik dem zustimmt, könnten die finanziellen Mittel und personellen Ressourcen ermittelt werden, die erforderlich sind. „Es ist jetzt eine megawichtige Zeit. Wir befinden uns in dem Jahrzehnt, in dem wir die wichtigen Weichen stellen, wie sich der Klimawandel weiterentwickelt“, sagt die Klimaschutzmanagerin.