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Spenden-Wanderer: 55 Kilometer rund um Königswinter für den guten Zweck

55 Kilometer für den guten Zweck : Spenden-Wanderer umrunden Königswinter entlang der Stadtgrenze

Um die Junggesellen-Bruderschaft Niederdollendorf zu unterstützen, laufen Alexander Raeder und Jochen Schneider 55 Kilometer.

Punkt sieben am Samstagmorgen war Alexander Raeder mit seinem Nachbarn Jochen Schneider am Rheinufer in Niederdollendorf aufgebrochen. Elf Stunden und 50 Minuten später traf das „Wander-Gespann“ dort wieder ein. Unbeschadet, bis auf eine Blase am Fuß von Raeders Compagnon, hatten die beiden wackeren Wanderer ihren Spenden-Marathon zugunsten der Sankt Sebastianus-Junggesellen-Bruderschaft Niederdollendorf beendet. Wobei die mit 55 Kilometern zurückgelegte Strecke das Marathon-Maß weit übertraf und exakt an der Stadtgrenze verlief.

„Auf den letzten drei Kilometern habe ich auf Notbetrieb geschaltet“, gab Schneider am Ziel unumwunden zu. Und der 56-Jährige, der seit 2017 in Königswinter lebt, scherzte: „Ich habe mich leichtsinnigerweise entschlossen, mitzugehen, nicht wissend, wie groß Königswinter ist.“ Aber er lobte: „Ich habe es nicht bereut, ich habe wunderschöne Ecken entdeckt.“

Doppelte Spende des Bürgermeisters

Auch Bürgermeister Lutz Wagner, der am Flugplatz Eudenbach hinzugestoßen war, um die Niederdollendorfer bis zu seinem Wohnort Uthweiler zu begleiten, hatte auf den 18 Kilometern einige Flecken in den äußersten Ecken seiner Stadt zuvor noch nie gesehen, wie er erzählte. Er versprach, privat und auch als Bürgermeister zu spenden. Denn: Mit der Aktion will Raeder, König von 1968, Leute bewegen, für die Bruderschaft, die 2022 ihr 350-jähriges Jubiläum feiern will, einen Beitrag zu leisten, um den coronabedingten Ausfall ihrer Veranstaltungen wenigstens finanziell zu lindern. „Ich runde den Gesamtbetrag dann auf.“

Ehemalige Könige, sein Jelösch, auch seine Königin Ria Vreden-Heck hatte er vor der Wanderung angeschrieben. Hart waren die 400 Höhenmeter zu Beginn der Wanderung, die mit 200 Treppenstufen am Domstein in Rhöndorf zum Einstieg gepflastert waren. Nicht schön zu gehen waren die Abschnitte auf den Landstraßen bei Eudenbach und hinter Uthweiler, dafür waren die Trampelpfade umso romantischer. Oder auch das Logebachtal oder das Buchholzer Moor.

Begegnungen unterwegs bereicherten die Tour

Unterwegs hatten die Spenden-Wanderer schöne Begegnungen. So hielt Oliver Bracht, auch ein ehemaliger König der Junggesellen, auf seinem Motorrad in der Nähe von Birlinghoven nach ihnen Ausschau. Oder: Ein ehemaliger Kollege Raeders rief an und fragte, ob alles in Ordnung sei. Als er hörte, dass Schneider fast verdurste, brachte er umgehend zwei große Flaschen kühles Wasser nach Ungarten, wo sie gerade angelangt waren. In Römlinghoven läuteten die Kirchenglocken – fast wie zur Begrüßung der beiden Wanderer in ihren orangefarbenen Hemden, die bedruckt waren mit dem Namen der Bruderschaft und der Königswinterer Stadtgrenze.

„Die Tour hat Spaß gemacht. Wir haben einen schönen Tag verlebt“, sagten beide, von der Sonne verwöhnt und verschwitzt. „Jetzt essen wir noch ein Eis. Dann geht’s nach Hause in die Badewanne.“