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Neue Pumpe am Weiher ist alleine keine Lösung: Weiher in Heisterbacherrott ist in schlechtem Zustand

Neue Pumpe am Weiher ist alleine keine Lösung : Weiher in Heisterbacherrott ist in schlechtem Zustand

Die Stadt Königswinter will die Ursache der Verschmutzung des Heisterbacherrotter Gewässers beseitigen, um den Weiher vor dem Umkippen zu bewahren.

Tote Fische trieben in den vergangenen Wochen auf dem Heisterbacherrotter Weiher, die Wasseroberfläche ist von einer Algenschicht überzogen. Das Gewässer befindet sich in einem katastrophalen Zustand (der GA berichtete), was unter anderem in den Sozialen Medien zu einem intensiven Austausch führte. Der Stadt wurde dabei zum Teil Untätigkeit vorgeworfen.

Am vergangenen Freitag ließ die Stadtverwaltung nun in dem Gewässer am Haus Schlesien eine neue Pumpe einbauen, nachdem die alte defekt war. „Mit der Pumpe halten wir das Wasser in Bewegung. Die Ursache ist damit allerdings nicht behoben“, stellte der Technische Dezernent Theo Krämer auf Nachfrage klar. In einer der nächsten Sitzungen des Bau- und Verkehrsausschusses möchte die Verwaltung mit der Politik nach Lösungen suchen, um das Problem an seinen Wurzeln anzugehen.

Eine Ursache ist, dass der Nikolausbach, der den Weiher speist, weitgehend versiegt ist und das Gewässer somit keinen natürlichen Zufluss mehr hat. Ein weiterer Grund ist der organische Eintrag durch die am Weiher lebenden Wasservögel, wodurch sich eine dicke Schlammschicht am Grund gebildet hat. „Die einzig wirksame Lösung dürfte es sein, den Weiher trockenzulegen und auszubaggern“, meint Krämer. Anschließend müsste dafür Sorge getragen werden, dass zumindest der organische Eintrag erheblich verringert werde.

„Der Weiher ist faktisch tot. Es wird über kurz oder lang dazu kommen, dass er umkippt. Dann haben wir nur noch eine stinkende Kloake“, hatte Krämer vor einigen Wochen bereits festgestellt. Zu einer ähnlichen Bewertung kam ein Arbeitskreis aus Mitgliedern der Ortsvereine, der Kommunalpolitik und der Verwaltung. Im Jahr 2015 hatte ein umfangreicher Rückschnitt des Bewuchses vorübergehend für „relative Ruhe“ gesorgt. Damals war auch ein spezielles Präparat zum Abbau des Schlamms eingebracht und mittels Pumpen dem Weiher Sauerstoff zugeführt worden.

Seit 2014 wird der Weiher von Schülern der Jugenddorf-Christophorusschule regelmäßig untersucht. Bei der bislang letzten Gewässeruntersuchung im Oktober 2020 kamen die Biologie-Leistungskursschüler mit ihrem Lehrer Maik Iser zu dem Ergebnis, dass nur eine grundlegende Sanierung den Weiher dauerhaft erhalten könne. Wie bereits 1950 und 1993 müsse dazu das Wasser komplett abgelassen und der Schlamm entfernt werden. Ein Ausbaggern des Weihers würde laut Krämer rund 60 000 Euro kosten und sei wohl nicht allein aus dem städtischen Haushalt zu finanzieren.