Nike Gerochristodoulou im Kunstraum Bad Honnef Wie inmitten eines sattblauen Traumes

Bad Honnef · Der Kunstraum am Bad Honnefer Rathausplatz zeigt Nike Gerochristodoulous Werkschau unter der Überschrift „Berliner Blau in Bad Honnef“. Alles andere als alltäglich war auch die musikalische Gestaltung der Ausstellungseröffnung. Klarinette und Harfe konzertieren schließich nicht alle Tage miteinander.

 „Berliner Blau“ hat Nike Gerochristodoulou ihre aktuelle Ausstellung im Kunstraum Bad Honnef überschrieben.

„Berliner Blau“ hat Nike Gerochristodoulou ihre aktuelle Ausstellung im Kunstraum Bad Honnef überschrieben.

Foto: Frank Homann

Eine romantische Melange aus Bild und Ton. Die Künstlerin Nike Gerochristodoulou eröffnete im Kunstraum des Vereins zur Förderung von Kunst und Kultur ihre Ausstellung „Berliner Blau in Bad Honnef“. Und das Duo Pyr verzauberte in diesem sattblauen Traum in der Reihe „Junge Klassik“ mit Klarinetten- und Harfenmusik unter dem Motto „Après un rêve“.

Klarinettistin Julia Puls und Harfenistin Lea Maria Löffler brachten neben den Drei Romanzen op. 94 von Robert Schumann und dem titelgebenden Werk von Gabriel Fauré Stücke von Claude Debussy, Marcel Grandjany, Georges Bizet und Armando Ghidoni zu Gehör. Das Konzert fand in Kooperation mit dem Deutschen Musikrat statt, die sich fortsetzen soll, so Organisatorin Verena Düren.

Ungewöhnliche Kombination von Klarinette und Harfe

Die mehrfach ausgezeichneten Musikerinnen sind Stipendiatinnen des Deutschen Musikwettbewerbs, über den sie sich auch kennengelernt und die eher ungewöhnliche Kombination von Klarinette und Harfe gebildet haben. Demzufolge konnten die beiden extrem gut aufeinander eingespielten Künstlerinnen in ihrem Programm auch auf wenige Originalwerke zurückgreifen, sondern spielten Bearbeitungen, die sie teilweise selbst besorgt haben und auch moderierten. Brillant das Grandjany-Solo von Lea Maria Löffler, gelungen und pfiffig der Abschluss mit den Auszügen von „Jazzy Celtic Suite“. Die Musikerinnen zogen ihr Publikum in ihren Bann.

Und während der fließende, weiche Klang der Klarinette mit den leicht perlenden Klängen der Harfe verschmolz, mal verträumt, mal frech und wach, kitzelten beim Zuhörer zusätzlich die Bilder an den Wänden die Sinne. Nike Gerochristodoulou, Jahrgang 1972, hat griechisch-russische Wurzeln und lebt auf Gut Groß Engershausen in Ostwestfalen. Die Diplom-Fotodesignerin setzt sich als Künstlerin mit den Spuren und Strukturen der lebendigen Welt auseinander, erkundet und reflektiert ihre Umwelt.

Beim „Berliner Blau“ kommt die sogenannte Cyanotypie-Technik zum Einsatz. „Gestern vor 180 Jahren hat Sir John Herschel die Entdeckung dieses fotografischen Prozesses zum Belichten von Papierbildern öffentlich gemacht“, erzählte Nike Gerochristodoulou. Objekte aus der Natur wie Pflanzen, Blumen, Wurzeln oder Samenteile platziert sie auf Papier, meist auf Aquarellpapier, eine eisenhaltige Lösung wird aufgetragen und dann wird das Ganze dem Sonnenlicht ausgesetzt, mehr oder weniger lange. Gestoppt wird der Prozess durch das Einwirken von Wasser, danach wird das Papier vorsichtig getrocknet.

Nike Gerochristodoulou: „Jedes Bild ist ein Unikat.“

„Es reizt mich, das Verborgene hinter der Fassade hervorzuholen und die Sehgewohnheiten des Betrachters herauszufordern“, erklärt Nike Gerochristodoulou. „Jedes Bild ist ein Unikat“, sagt sie nicht ohne Stolz. Und manche filigranen Ergebnisse wirken wie Sternschnuppen. Die Besucher des Konzertes sahen zudem zwei neu aufgehende Sterne am Musikhimmel.

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