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Neuwieder Zoo-Direktor berichtet, was die Tiere gegen Kälte tun: Zoo-Pinguinen ist es im Winter zu kalt

Neuwieder Zoo-Direktor berichtet, was die Tiere gegen Kälte tun : Zoo-Pinguinen ist es im Winter zu kalt

Die flugunfähigen Seevögel drängen sich bei Minusgraden in der Bruthöhle im Neuwieder Tierpark anstatt zu bibbern.

Die winterliche Kälte wirft bei Besuchern im Zoo Neuwied immer wieder Fragen auf: „Jedes Jahr im Winter werden wir gefragt, welche Tiere frieren, und welchen die Kälte richtig gut gefällt“, berichtet Zoodirektor Mirko Thiel. „Manche Antworten, wie etwa dass die Erdmännchen es lieber warm haben und den Schneeeulen die niedrigen Temperaturen nichts ausmachen, sind wenig überraschend“, so Thiel. Bei anderen Tieren aber erntete er regelmäßig verwunderte Blicke: „Eine dieser Überraschungen sind die Pinguine.“

Denn: Beim Pinguin denken viele Menschen an Antarktis und Eis. Aber: Von den 18 Pinguin-Arten, die es weltweit gibt, kommen gerade mal fünf in der Antarktis vor. „Pinguine leben auf der Südhalbkugel an allen Küsten, an denen kalte Meeresströmungen vorbei fließen“, erklärt Alexandra Japes, Kuratorin des Zoos. „Unsere Humboldtpinguine stammen von der Westküste Südamerikas, und haben ihren Namen vom Humboldtstrom, der an ihren Brutgebieten in Chile und Peru entlang verläuft“. Die Biologin weiß: „Das Klima ist sehr gemäßigt. Im Sommer wird es ähnlich warm wie bei uns, aber im Winter fällt die Temperatur kaum in den einstelligen Bereich – geschweige denn unter Null“. Schlimmer als die Kälte finden die Pinguine aber, dass bei Dauerfrost das Wasserbecken geleert werden muss.

„Wenn das zufriert, könnten die Pinguine durch die Eisdecke brechen und sich an den Kanten verletzen, oder schlimmstenfalls ertrinken, wenn sie es nicht heraus schaffen“, sagt Tierärztin Elisabeth Hembach. „Solange eine Wasserfläche in der Nähe ist, sind die Pinguine entspannt, weil sie wissen, dass sie bei Gefahr jederzeit ins Wasser fliehen können. Ohne Wasser sind die Humboldtpinguine sehr ängstlich, drängen sich in den Bruthöhlen und warten auf bessere Zeiten“, so Hembach. „Zum Glück wird es bei uns selten so kalt und meist nur wenige Tage am Stück“, sagt Japes und vermutet: „Sonst würden die Pinguine vielleicht um Asyl in der warmen Südamerika-Halle bitten, und das Wasserbecken der Tapire besetzen.“ Denn richtig glücklich sei ein Pinguin eben nur im oder am Wasser.