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Meckenheimer Blütenfest: Ab durch die Plantagen - Die Besucher erfahren Wissenswertes über den Obstbau

Meckenheimer Blütenfest : Ab durch die Plantagen - Die Besucher erfahren Wissenswertes über den Obstbau

Blühende Obstplantagen waren eher selten bei der Blütentour, zu der die Stadt Meckenheim gestern eingeladen hatte. Die Apfelbäume sind noch nicht soweit - nur Kirsch- und Birnbäume zeigten sich in ihrer Frühlingspracht.

Doch das tat der Stimmung beim Blütenfest keinen Abbruch. Per Fahrrad, zu Fuß oder im Planwagen begaben sich vor allem Gruppen auf den etwa 14 Kilometer langen, gut beschilderten Weg, um einen Sonntagsausflug zu unternehmen und nebenbei einiges über Obstbau zu erfahren.

Die Strecke führte vom Bahnhof über den Campus Klein-Altendorf der Universität Bonn mit ihren Obstbau-Forschungsanlagen und den Windmühlenhof Altendorf zurück nach Meckenheim zum Waldhof der Familie Schneider. Für einen beschwingten Start am Bahnhof sorgten neben Bürgermeister Bert Spilles und Blütenkönigin Janina Durstewitz die Musiker von "Swing on Tuesday". Spilles begrüßte unter den zahlreichen Gästen auch den Bundestagsabgeordneten Norbert Röttgen und die Landtagsabgeordnete Ilka von Boeselager.

Dass der Frühling mit späten Frösten vor allem für Obstbauern eine gefährliche Jahreszeit darstellt, erklärte Betriebsleiter Karl-Josef Wiesel auf dem Campus Klein-Altendorf und informierte über Möglichkeiten Frostschäden einzudämmen. So helfe künstlicher Regen gegen Frost bis minus sieben Grad in der Apfelblüte, weil beim Gefrieren Wärme frei werde. Bei weniger harten Frösten sei der Einsatz einer Windmaschine sinnvoll, die die Luft durchmische.

An der Historie des Windmühlenhofes interessiert zeigte sich Hans-Günter Steinhauer, Wanderführer aus Merl, im Gespräch mit Eigentümer Dieter Brinkhaus. Der verriet, dass hier bis 1898 eine Bockwindmühle Korn mahlte, die quasi aufgebockt auf einem hölzernen Gestell komplett in den Wind gedreht werden konnte.

Ein Kuchenbuffet mit fast 70 Sorten war unter der Regie des Ortsauschusses Altendorf-Ersdorf in der Brinkhausschen Scheune aufgebaut. Hinter dem Haus luden Bänke und Tische unter dem blühenden Kirschbaum zum Verweilen ein. Hier machte auch Beatrix Schüller eine Pause, die zu Fuß mit ihrer Riesenschnauzerdame Meira und in Begleitung von Familie und Freunden unterwegs war, die sogar aus Monreal und Düsseldorf gekommen waren. Sie sei zum zweiten Mal beim Blütenfest dabei, vor allem weil die Stimmung "einfach toll" sei, zeigte sich die Buschhovenerin begeistert.

Im hundertjährigen Walnussbaum demonstrierte derweil Baumpfleger Jamie Biggedyk, Mitarbeiter von Gartenbauer Brinkhaus, dass er mit seiner Seilklettertechnik auch die höchsten Wipfel erreicht. Bestaunt wurden auch die Eulen, Falken, der Wüstenbussard und die Frettchen, die die Falkner der Kreis-Jägerschaft Rhein-Sieg mitgebracht hatten.

Die Mechanisierung im Obstbau stand im Zentrum der Informationen der Landwirtschaftskammer NRW, die unter anderem eine Ausdünnmaschine präsentierte, die einen Teil der Blüten abschlägt, um so die Fruchtanzahl zu reduzieren und die Qualität der Ernte zu steigern. Mit einer riesigen Hüpfburg vor dem Haus empfing Familie Schneider auf dem Waldhof die Blütenfest-Besucher, die hier den Tag bei Live-Musik ausklingen lassen konnten.