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Krisenlage im Rhein-Sieg-Kreis: Abstrichstellen für Corona-Tests sind nicht ausgelastet

Krisenlage im Rhein-Sieg-Kreis : Abstrichstellen für Corona-Tests sind nicht ausgelastet

Die Kapazitäten der Abstrichzentren im Rhein-Sieg-Kreis werden derzeit nicht ausgeschöpft. Hausärzte sollen Corona-Verdachtsfälle zum Testen schicken.

Mit einem Appell wendet sich der Rhein-Sieg-Kreis an die niedergelassenen Ärzte: „Schicken Sie uns ihre Patienten mit Verdacht auf eine Corona-Infektion“, forderte Landrat Sebastian Schuster bei der Pressekonferenz des Kreises am Donnerstag auf.

Die Abstrichstellen in Siegburg, Rheinbach und Hennef werden zwar gut angenommen, die Kapazitäten von 150 Abstrichen pro Tag sind aber derzeit nicht ausgeschöpft. Etwa 50 Menschen pro Tag, die vom Hausarzt mit Verdacht auf eine Infektion dorthin überwiesen wurden, zählte jede Abstrichstelle in den vergangenen Tagen. Dass niemand getestet wird, der ohne Überweisung kommt, scheint sich inzwischen herumgesprochen zu haben. Nach den Vorkommnissen zu Beginn der Woche an der Abstrichstelle in Siegburg sei niemand mehr registriert worden, der nicht einbestellt war, sagte Rainer Dahm, Leiter des Amts für Bevölkerungsschutz.

460 bestätigte Infektionen im Kreis

460 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gab es laut Schuster am Donnerstag im Rhein-Sieg-Kreis, mehr als 2000 Personen sind derzeit in häuslicher Absonderung. Zwei Menschen sind an Covid 19 gestorben, sechs sind geheilt.

Drei Kriterien machen nach den neuesten Vorgaben des Robert-Koch-Instituts die Heilung aus: Es müssen zwei Wochen seit den ersten Symptomen vergangen sein, der Betroffene muss zwei Tage fieberfrei und einen Tag symptomfrei sein. Die Menschen, die an Covid 19 erkranken und davon wieder genesen, sollen in Zukunft von den Ordnungsämtern der Kommunen erfasst und an den Kreis gemeldet werden. „Wir hoffen, dass wir dann häufiger gute Nachrichten mitteilen können“, sagte der Landrat.

Rückgang von Krankentransporten seit Beginn der Krise

Der Rhein-Sieg-Kreis registriert insgesamt weniger Einsätze der Rettungswagen. Auch die Krankentransporte seien seit der Corona-Krise „deutlich weniger“ geworden. Prozentzahlen nannte Antonius Nolden vom Presseamt des Kreises auf Anfrage nicht. Dazu sei es noch zu früh, aber das würde sich sicherlich in der Jahresstatistik niederschlagen, sagte Nolden.

Da beispielsweise Sportstätten und Schulen geschlossen seien, gäbe es naturgemäß auch weniger Sportunfälle. Gleichzeitig dauerten aber die Corona-Einsätze der Hilfsdienste viel länger. Denn die Rettungswagenbesatzung muss jedes Mal abklären, in welches Krankenhaus der Patient gebracht werden muss. Zudem muss der Wagen nach jedem Einsatz desinfiziert werden, und die Schutzkleidung muss auch entsorgt beziehungsweise gewechselt werden.