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Corona-Krise: Abstrichzentren im Rhein-Sieg-Kreis sind nicht ausgelastet

Corona-Krise : Abstrichzentren im Rhein-Sieg-Kreis sind nicht ausgelastet

Die Lage im Kreis sei stabil, die Belastung rückläufig, der Schulstart gut gelaufen: Vorsichtig optimistisch zogen Landrat Sebastian Schuster und seine Mitstreiter Bilanz in der regelmäßigen Krisen-Pressekonferenz. Der Infektionsdruck ist sogar so gesunken, dass das Hennefer Abstrichzentrum in einen Bereitschaftszustand versetzt wird.

Die Abstrichzentren im Rhein-Sieg-Kreis sind bei Weitem nicht ausgelastet. Deshalb könnte der Drive-In in Hennef künftig nur noch in Bereitschaft gehalten werden. Das teilte Landrat Sebastian Schuster am Dienstag bei der Pressekonferenz des Kreises zur Corona-Krise mit.

Wann genau dort zunächst keine Abstriche mehr genommen werden, ist noch offen. Womöglich sei dies ab dem 1. Mai der Fall, so Rainer Dahm, Leiter des Amts für Bevölkerungsschutz. Die Abstrichzentren in Siegburg und Rheinbach bleiben in Betrieb.

Noch keine Routinetests in Altenheimen

Noch steht auch nicht fest, wann die flächendeckenden Routinetests in Altenheimen und bei mobilen Pflegediensten starten. „Wir arbeiten noch an einem Konzept“, sagte Schuster. „Da hat es leider einen Rückschlag gegeben.“

So sei die Kreisverwaltung der Überzeugung gewesen, dass die Kassenärztliche Vereinigung entsprechend erster Aussagen die Kosten für die prophylaktischen Tests von Pflegekräften und Bewohnern übernehmen würde.

Krankenkassen übernehmen Kosten nicht

Die Krankenkassen hätten aber zurückgerudert, so der Landrat. „Es gibt nun Verhandlungen auf Landesebene. Für uns ist das sehr bedauerlich, weil wir uns darauf eingestellt haben, loszulegen.“

Bei Infektionen in Altenheimen werde aber natürlich getestet. Laut Schuster hat es zeitweise in etwa 15 Seniorenheimen im Kreis Corona-Infektionen gegeben. In sechs oder sieben davon sei das inzwischen nicht mehr der Fall.

Entwicklung der Reproduktionszahl im Blick

Die Lage im Kreis sei weiterhin stabil, so Schuster. „Die Belastung ist Gott sei Dank etwas rückläufig gewesen in den letzten Tagen.“ Stand Dienstagabend sind im Rhein-Sieg-Kreis bisher 1165 Personen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden – das sind zehn mehr als am Montag.

224 sind aktuell mit Sars-CoV-2 infiziert, 901 gelten als genesen. 40 Menschen sind an Covid-19 gestorben. Es bleibe aber abzuwarten, so Schuster, wie sich die Reproduktionszahl entwickle.

Berufskollegs mit 960 Schülern gestartet

Laut Robert-Koch-Institut war sie am Montag leicht angestiegen und lag bei 1, am Dienstag betrug sie wieder 0,9. „Wenn sie weiter steigen würde, auf 1,3 oder 1,4, wäre das sicherlich sehr bedenklich“, so der Landrat.

Gut angelaufen ist laut Schuldezernent Thomas Wagner der Schulstart nach dem Lockdown – trotz der sehr kurzen Vorbereitungszeit. Der Kreis ist als Träger für vier Berufskollegs und acht Förderschulen zuständig.

An den Berufskollegs werden laut Günther Au, Schulleiter des Carl-Reuther-Berufskollegs in Hennef und Sprecher der drei anderen Berufskollegs des Kreises, insgesamt etwa 10 000 Schüler unterrichtet. 2800 davon fielen in die Gruppe derer, die nun wieder in die Schule gehen dürfen.

Gestartet ist der Betrieb am vergangenen Donnerstag mit 960 Schülern, die kurz vor ihren Prüfungen stehen. Diese Zahl werde nun sukzessive gesteigert.

Alle 2800 werden laut Hans Clasen, Leiter des Amts für Schule und Bildungskoordinierung, aber derzeit nicht unterrichtet werden können. Denn nur 75 Prozent der Lehrer komme in die Schule, der Rest gehöre zur Risikogruppe.

Um den Abstand einzuhalten, sind die Schüler der einzelnen Klassen jeweils auf mehrere Räume aufgeteilt, in jedem steht entweder ein Waschbecken oder Händedesinfektionsmittel zur Verfügung. Mit den Reinigungsunternehmen sei eine tägliche Reinigung vereinbart, bei der auch alle Tische sowie Handkontaktflächen desinfiziert würden, so Clasen.

Wann auch die Förderschulen wieder an den Start gehen, ist indes ungewiss. Dazu gibt es noch keine klare Erlasslage. „Wir wissen nur, dass die Förderschulen mit Schwerpunkt geistige Entwicklung länger geschlossen bleiben sollen“, sagte Schuldezernent Wagner, da die Kinder weniger Abstand hielten und oft auch Vorerkrankungen hätten. Wagner: „Für die anderen erhoffen wir uns am Donnerstag Klarheit.“