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Hochwertiger Rohmilchkäse seit 20 Jahren: Alles Käse in Reinshagen

Hochwertiger Rohmilchkäse seit 20 Jahren : Alles Käse in Reinshagen

„Jule’s Käsekiste“ und „Bergische Käsemanufaktur“: Rainer Schmitz stellt seit 20 Jahren hochwertigen Rohmilchkäse her. Seine Lieblingssorte: Bierkäse.

Was mit einer ganz normalen Landwirtschaft begann, ist heute eine exklusive Rohmilch-Käserei. Anfangs bekannt unter dem Label „Jule’s Kästekiste“, hat Rainer Schmitz seine Käserei inzwischen um ein zweites erweitert: Seine „Bergische Käsemanufaktur“ vertreibt insbesondere die hochwertigen, altgereiften Käsesorten. Dazu gehören etwa der „Burg Overbacher“ oder der „Klutert-Käse“. Beide verdanken ihre Namen dem Ort, an dem sie zu vollem Aroma heranreifen: ein Gewölbekeller auf dem Burggelände der Burg Overbach und ein Felsenkeller neben der Klutert-Höhle in Ennepetal, in dem eine Brauerei einst ihr Bier lagerte.

„Vorteilhaft ist das natürliche, immer gleiche Klima in den Reiferäumen“, erklärt der Käse-Fachmann, der auch den Gewölbekeller in dem alten Bauernhaus, in dem seine Firmenräume untergebracht sind, für diesen Zweck nutzt. Ein weiterer Reiferaum ist der Gewölbekeller des Klosters Marienthal in Hamm/Sieg.

Früher noch 90 Kühe und 200 Ziegen

Den dort gereiften Käse vertreibt Schmitz unter dem Namen Pilgerkäse in den Pets-Märkten im Raum Wissen. In seinen eigenen Lagerräumen wird das optimale Reife-Klima durch Aggregate geschaffen. Den Bauernhof, in dem sich die Käserei heute befindet, bewirtschaftet Schmitz bereits in der fünften Generation. Bis vor sechs Jahren nannte er noch 90 Kühe und 200 Ziegen sein Eigen. Letztere waren ab 2001 hinzugekommen.

Schmitz hatte den Käse-Vertrieb aufgebaut, nachdem seine damalige Frau im Jahr 1995 begonnen hatte, mit Käsekulturen zu experimentieren. „Wir haben mit einem Hofladen angefangen. Aber das rechnete sich nicht“, erzählt der ehemalige Landwirt, der 2001 die Räume für die Käserei an das Bauernhaus anbaute. Vor etwa sechs Jahren verlegte er seinen Fokus ganz auf das Käsen und schaffte die eigenen Tiere ab.

Käse aus dem Online-Shop

Der Mucher Bauernhof Färfers, von dem er schon zuvor zusätzlich Kuhmilch bezogen hatte, wurde nun zu seinem Hauptlieferanten, der Ziegenhof Deppe in Wermelskirchen kam für Ziegenmilch hinzu. Ziegenmilch-Produkte machen etwa zehn Prozent seiner Angebotspalette aus. Kuhmilch bezieht Schmitz zudem vom Hof Andree in Neunkirchen-Seelscheid.

„Nicht jede Milch eignet sich für Rohmilch-Käse. Die Qualität muss stimmen“, erklärt Schmitz, der seinen Käse hauptsächlich über die Rewe-Märkte in der Region verkauft. Inzwischen hat sich sein Verkaufsgebiet auch auf Rewe-Märkte in Rheinland-Pfalz ausgeweitet, Hessen kommt gerade hinzu. Auch Edeka- und Hit-Märkte beliefert er. Insgesamt hat er über 800 Kunden, Discounter gehören nicht dazu. Stattdessen hat Schmitz einen Online-Shop aufgebaut.

Auswahl aus 20 Sorten

Die Zahl der Menschen, die die Qualität von traditionell hergestelltem Käse zu schätzen wissen, steigt. Schließlich wird der Käse nur aus Rohmilch hergestellt und die Rinde nicht, wie sonst üblich, mit Antibiotika behandelt, bevor sie mit einer Emulsion bestrichen wird. „Plastifizieren nennt sich der Vorgang“, erklärt Schmitz. Der Käse, der reifen soll, erhält eine Schicht aus Rotschmiere und Salzlake. Insgesamt 15 Mitarbeiter kümmern sich in der Käserei täglich um die Herstellung von rund 350 Kilo Käse aus etwa 3500 Litern Milch. 20 verschiedene Sorten sind es. Zu den beliebtesten zählen die mit Kräutern wie Bärlauch, Grünem Pfeffer oder Bockshornklee. Zu Schmitz’ persönlichen Lieblingssorten gehören die altgereiften sowie der Bierkäse, der mit Raiffeisen-Bier versetzt wird.