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24-Jähriger vor Gericht: Aus Panik vor der Polizei geflohen

24-Jähriger vor Gericht : Aus Panik vor der Polizei geflohen

24-Jähriger Niederkasseler landet wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Drogenkonsums vor dem Amtsgericht in Siegburg.

Die Polizei kannte den 24-jährigen Niederkasseler bereits als jemanden, dem der Führerschein entzogen war. Umso erstaunter waren die Beamten, als sie den Mann Anfang November in Niederkassel am Steuer eines Kleinwagens sahen. Also mit Blinklicht und Martinshorn hinterher. Als der Fahrer das bemerkte, gab er Gas und versuchte zu fliehen. Das gelang auch insoweit, als er schließlich durch die Pollergasse einer gesperrten Straße hindurchpasste, die Polizisten indes mit dem Streifenwagen nicht. Den Rest der Flucht setzte der Mann dann zu Fuß fort. Was nichts nützte, denn die Beamten kannten auch seine Wohnanschrift. Wo sie auch feststellten, dass der Mann Marihuana geraucht hatte. So landete der 24-Jährige jetzt vor Richterin Alexandra Pohl.

Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, ohne Fahrerlaubnis unterwegs gewesen zu sein, dazu war das Auto nicht haftpflichtversichert, und schließlich habe er sich ein Rennen mit der Polizei geliefert.

Polizist: Allerweltsvorgang

Auf Nachfrage der Richterin gab der Angeklagte dann zu, ohne „Lappen“ und ohne Versicherung gefahren zu sein. Aber ein Rennen habe er sich nicht mit den Beamten geliefert. Das hätten die Fluchtstraßen gar nicht zugelassen. Er sei „nur aus Panik“ geflüchtet.

Ein als Zeuge geladener Polizist sagte dann auch aus, es habe sich um „einen Allerweltsvorgang“ gehandelt, es sei keine „hohe Intensität“ dabei gewesen, und schließlich habe es sich bei der Verfolgung um eine kurze Wegstrecke gehandelt.

Der Angeklagte lebt derzeit bei seinen Eltern, bekommt von diesen gelegentlich etwas Geld zugesteckt und bewirbt sich gerade um einen Ausbildungsplatz. So waren sich dann Staatsanwaltschaft und Gericht einig, das Verfahren gegen eine Auflage einzustellen. Und zwar nicht gegen eine Geldauflage, weil die dann doch von den Eltern hätte bezahlt werden müssen, sondern die Ableistung von 100 Sozialstunden. Die erschienen dem Gericht und auch der Staatsanwaltschaft als Denkzettel angemessen. Diese muss der Mann jetzt innerhalb von sechs Monaten ableisten.