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Rheinischer Kunstpreis: Auszeichnung für Künstler Herbert Döring-Spengler

Rheinischer Kunstpreis : Auszeichnung für Künstler Herbert Döring-Spengler

Der Lohmarer Künstler erhält den hochdotierten Preis des Rhein-Sieg-Kreises. Arbeiten mit Polaroid und Tageszeitungen.

„Ich bin Kölner“, sagt der Künstler, und so ist er mit 20 wieder an den Rhein gezogen. In Porz-Lind hatte er Ende der 70er sein erstes kleines Atelier, später ist er ins ehemalige Porzer Polizeipräsidium gezogen. Nach einer einwöchigen Frist musste er dort ausziehen und hat in Siegburg ein neues Atelier im ehemaligen CVJM-Gebäude bezogen. Seit 16 Jahren lebt Döring-Spengler in Lohmar im Haus seiner Schwiegereltern.

Atelier in der Kleiderkammer

Er hat Freunde kennengelernt und seit 2008 ein neues Atelier in der ehemaligen Kleiderkammer auf der Hauptstraße bezogen. „KiLo“ heißt es, Kunst in Lohmar, wo auch Ausstellungen stattfinden. „Ich bin sehr froh, dass ich in Lohmar bin. Ich möchte nicht mehr weg“, sagt der Künstler. Entsprechend stolz ist die Lohmarer Bürgermeisterin Claudia Wieja auf die Auszeichnung. „Es hat den richtigen getroffen“, sagt sie und lobt „die weise Entscheidung der Jury“ in einem Video des Rhein-Sieg-Kreises, das als virtuelle Preisübergabe fungieren soll. Jeder in Lohmar, so Wieja, kenne sein Triptychon am Rathausvorplatz. Seit 2012 schmücken drei großformatige, bunte Drucke mit Polaroid-Motiven aus dem Lohmarer Stadtgebiet eine Häuserwand.

Polaroid als zufälliges Produkt

Polaroid, sagt der Künstler, fand er als Material immer spannend. Eher zufällig sei er auf die Sofortbildkameras gestoßen. Und noch zufälliger hat er die kleinen Fotos in seinen Toaster gesteckt. „Es war eine riesige Sauerei und stank wie Pest“, sagt der 77-Jährige. Aber dass das Bild durch die Hitze platzt und sich verändert, fand er an dem Material interessant.

Auch mit Zeitungen hat sich der Autodidakt beschäftigt, in den 80er-Jahren und heute wieder. Für seine Diazetta-Serie legt er Zeitungsseiten auf ein Leuchtpult, Fotos und Texte von beiden Seiten werden sichtbar, überlagern sich. Besonders wichtig ist Döring-Spengler die soziale Verantwortung der Kunst. Er realisierte Projekte mit Taubblinden und mit Menschen mit einer Spastik. In den 80er-Jahren zündete er auf dem Siegburger Marktplatz 24 000 Kerzen an, um mit dem Kinderhelfswirk Unicef auf Kindersterblichkeit aufmerksam zu machen.

Bis heute arbeitet der 77-Jährige jeden Tag, erzählt er. Für sein Werk gibt es keine Schublade, „die baue ich mir selbst“. Das LVR-Landesmuseum in Bonn wird den Künstler als Gewinner des Kunstpreises mit einer Ausstellung würdigen.