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Hochwasser: Bei einer Flut geraten viele Tiere in Lebensgefahr

Hochwasser : Bei einer Flut geraten viele Tiere in Lebensgefahr

Wenn die Sieg über die Ufer tritt, fliehen Rehe und Hasen aus der Auenlandschaft. Molche und Kröten sind dort fast ausgestorben

Zugegeben, es sieht beeindruckend aus, wenn sich Rhein und Sieg zu einer Seenlandschaft zusammen tun. In diesen Tagen sind die Pegel der Flüsse wieder hoch. Wenn keine Keller und Straßen betroffen sind, macht uns Menschen das nicht viel aus. Was aber ist mit den Tieren?

Enten und andere Wasservögel mögen das als paradiesisch empfinden. Was aber ist mit den Tieren, die Winterschlaf halten oder ruhen?

"Es gibt Arten, denen die Überschwemmungen nichts ausmachen, wenn sie nicht zu lange andauern. Das sind zum einen Insekten und deren Larven und zum anderen Amphibienarten, die ohnehin unter Wasser überwintern, so zum Beispiel der Spring- und Grasfrosch oder auch Wasserfrösche", sagt Alexander Heyd, Vorsitzender vom Naturschutzbund (Nabu) Bonn-Rhein-Sieg.

Nicht ganz so unempfindlich sind Kröten und Molche, die sich unter Gehölzen, Steinen oder Laub zum Winterschlaf vergraben haben. "Kurzfristige Überschwemmungen können sie überleben", so Heyd. Wenn Wiesen und Auen aber länger geflutet sind, sterben sie. "Deswegen findet man zum Beispiel in den Altarmen der Siegniederung praktisch keine Molche und Kröten mehr. Auch keine Igel", so Heyd.

Denn wenn Igel und auch Bilche (Schlafmäuse) im Winterschlaf sind, haben sie kaum Chancen und Zeit, den Fluten rechtzeitig zu entkommen. Deshalb gibt es diese Tierarten in den Hochwassergebieten tatsächlich kaum. Aber nicht etwa, weil sie ihr Instinkt fernhielte, sondern weil sie gar keine Chance haben, sich mit ihrem Nachwuchs langfristig auszubreiten. Heyd: "Wenn sie dennoch vom Rand aus in diesen Bereich vordringen, kommen sie früher oder später um."

Besser klar kommen Fuchs, Hase, Kaninchen und Mäuse mit dem Hochwasser. Denn sie flüchten im Fall der Fälle. "Wenn man nachts bei schnell steigendem Pegel an den Rhein oder die Sieg geht, kann man das mit der Taschenlampe beobachten", so Heyd. Füchse verfügen meistens über eine Art Zweitwohnung in der Umgebung und flüchten dorthin. Kaninchen, Maulwürfe und Mäuse suchen auch das Weite und schaffen es teilweise, sich innerhalb kurzer Zeit eine neue Höhle zu graben. Hasen und Igel, falls sie doch rechtzeitig erwachen, verstecken sich im Freien und warten auf trockenere Zeiten.