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Hochschulprojekt stellt Neunkirchen-Seelscheid ein Lastendreirad: „Bolle“ macht in der Gemeinde mobil

Hochschulprojekt stellt Neunkirchen-Seelscheid ein Lastendreirad : „Bolle“ macht in der Gemeinde mobil

Es ist eine innovative, flexible und nachhaltige Alternative, wenn es darum geht, Lasten zu transportieren: In einem Heimwerkermarkt in Neunkirchen-Seelscheid kann das Rad kostenlos ausgeliehen werden. Möglich macht das ein Projekt mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

„Im Leben gibt es nichts umsonst“, lautet ein weiser Spruch. Doch das ist nicht immer zutreffend. Finden sich doch immer mehr Menschen, die gemeinsam versuchen, die Welt ein wenig besser zu machen. Dazu gehört der Verein „Bonn im Wandel“, der nun auch auf dem Land mobil macht. Er stellt dafür das Lastenfahrrad „Bolle“ zur Verfügung. Im Heimwerkermarkt Klein kann das Gefährt kostenlos ausgeliehen werden. „Die Leute müssen sich zuvor bei ‚Bolle Bonn’ registrieren“, sagte Hubert Tröndle. Der Geschäftsführer des Neunkirchener Traditionsunternehmens hat das Dreirad auch schon selbst ausprobiert und für gut befunden.

Zu verdanken ist dieser Service der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS). Im Rahmen der Kommunalen Innovationspartnerschaften (KIP) und Citizen Lab (Energie und Ressourcen) hat die Hochschule im Projekt „Campus to World“ der Gemeinde das E-Lastenfahrrad in Kooperation mit „Bolle Bonn“ spendiert. Letzteres ist wiederum ein Projekt von „Bonn im Wandel“, das bereits das Bonner Stadtgebiet kostenlos mit Lasten-Fahrrädern versorgt.

Kooperation zwischen Gemeinde und Hochschule

Hintergrund der Aktion ist es, innovative, flexible und nachhaltige Transportalternativen zur Verfügung zu stellen. Die Themen Mobilität und Nachhaltigkeit wiederum stehen im Mittelpunkt der Zusammenarbeit der H-BRS mit Neunkirchen-Seelscheid im Teilvorhaben KIP. „Durch die kostenfreie und unkomplizierte Ausleihe möchten wir vielen Menschen die Gelegenheit zu einer Testfahrt geben und sie dazu ermuntern, umweltfreundliche Mobilitätsmöglichkeiten auszuprobieren,“ sagte Bürgermeisterin Nicole Berka bei der Vorstellung von „Bolle“. „Es geht darum, Menschen zum Umstieg vom Auto aufs Fahrrad zu bewegen“, ergänzte KIP-Projektmanagerin Natalie Chirchietti.

In Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Jülich (FZJ) arbeitet das Projektteam an der Entwicklung und Umsetzung alternativer Mobilitätskonzepte für den ländlichen Raum. Unterstützt wird das Ganze von der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ mit rund neun Millionen Euro seit 2018 für die Dauer von fünf Jahren.

Einweisung für die erste Fahrt

Das Lasten-Fahrrad „Bolle“ sieht übrigens ganz anders aus, als ein normales E-Fahrrad. Denn es hat drei Räder und eine große Ladefläche hinten. Gefertigt wurde es von der Bonner Velowerft aus massivem Robinienholz aus dem Kölner Stadtwald. Es hat einen starken Motor, kann theoretisch aber auch mechanisch betrieben werden. „Das würde ich aber keinem empfehlen“, so Tröndle, der zusammen mit seinen Mitarbeitern den Kunden eine kleine Einweisung gab.

Viel brauche es allerdings nicht, sagte Tröndle mit Blick auf die kinderleichte Handhabung. Ausgeliehen werden kann das Fahrrad bis zu zwei Tage. Dazu angemeldet hatte sich bereits die Dorfgemeinschaft Niederwennerscheid, um damit die Martins-Weckmänner auszufahren.