1. Region
  2. Sieg & Rhein

Corona-Bekämpfung im Rhein-Sieg-Kreis: Bürgermeister fordern Impfzentrum fürs Linksrheinische

Corona-Bekämpfung im Rhein-Sieg-Kreis : Bürgermeister fordern Impfzentrum fürs Linksrheinische

Die Kreispolitiker diskutieren über die Standorte für Impfzentren, die Belastung des Gesundheitsamtes und die Hotspots in Seniorenheimen. Auch die Schulen zeigen hohe Werte.

Die Bürgermeister aus dem linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis haben in einem Brief an Landrat Sebastian Schuster gefordert, dass auch auf ihrer Seite des Rheins ein Corona-Impfzentrum aufgebaut wird. Nicht allen Bürgern aus Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach und Swisttal sei es zumutbar, für voraussichtlich zwei Impftermine nach Sankt Augustin anzureisen.

Wie berichtet, hatte die Kreisverwaltung am Dienstag mitgeteilt, dass ein erstes Impfzentrum im Gebäude des ehemaligen Kinderherzzentrum in Sankt Augustin entstehen soll. Bereits am 15. Dezember soll die Infrastruktur stehen. Dort könnten in der Endausbaustufe rund 1000 Menschen pro Tag geimpft werden. „Wegen der Größe und geografischen Lage des Rhein-Sieg-Kreises möchten wir einen zweiten Standort schaffen“, sagte denn auch Landrat Schuster. Er habe sich allerdings mit dem zuständigen Abteilungsleiter darauf verständigt, das Thema erst ab 15. Dezember wieder aufzugreifen, wenn die ersten Impfzentren am Start sind. Unterdessen lädt die CDU Rheinbach für Samstag zu einer Pressekonferenz ein, bei der sie ebenfalls für ein linksrheinisches Impfzentrum wirbt. Mit dabei ist dann der Rheinbacher Allgemeinmediziner Oliver Funken, der dem Krisenstab der Bundesregierung angehört. Den Christdemokraten schwebt ein Standort am Wolbersacker vor.

Landrat Schuster meint, dass die Impfeinrichtung zentral liegen müsse. Für ihn kämen da nur Rheinbach oder Meckenheim in Frage. Möglicherweise wäre auch der aktuelle Standort des Abstrichzentrums am Stadion in Rheinbach eine gute Lösung. Notfalls komme auch eine Kooperation mit Bonn im Congresszentrum in Frage. Insgesamt bewertet der Rhein-Sieg-Kreis die Coronalage als angespannt. Am Freitag lag der Wocheninzidenzwert bei 143. Von den 121 Neuinfizierten, fanden 21 Fälle in Kindertagesstätten statt, 52 in Schulen, 38 in Pflegeheimen, acht in Gewerbe und zwei im Sportbereich. Das Virus verbreite sich wieder vermehrt in Pflegeheimen, so in Lohmar, Eitorf, Hennef, Siegburg, Bad Honnef und Wahlscheid. Von der Gesamtheit der Infizierten leben 60 Prozent in solchen Einrichtungen. Anfang November sei die Mehrheit des Infektionsgeschehens im Privatbereich stattgefunden. Die Städte Siegburg (126) und Troisdorf (124) hätten die meisten akuten Fälle.

Zum Aufbau des Impfzentrums in Sankt Augustin sagte Landrat Schuster, er gehe davon aus, dass am 15. Dezember alles eingerichtet sei. Er rechne aber mit dem Impfstart dort erst für Anfang 2021. Zunächst einmal würden die mobilen Impfteams in die Krankenhäuser und Seniorenheime ausschwärmen und dort impfen.

Am Montag telefoniere er mit Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Dann erfahre er ab wann der Impfstoff in welcher Menge zur Verfügung stehe. Unterdessen fordert die FDP-Fraktion im Kreistag eine Sondersitzung des Gesundheitsausschusses. Dort solle über die Belastung und die Herausforderungen für das Kreisgesundheitsamt gesprochen werden.

Tatsächlich hat die Kreisverwaltung alle Hände voll zu tun, die neue Quarantäneverordnung des Landes umzusetzen. Am aufwendigsten ist es, die außerhäuslichen Kontakte eines Infizierten zu ermitteln und zu kontaktieren.