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Rat in Hennef: Christdemokraten gehen auf Brautschau

Rat in Hennef : Christdemokraten gehen auf Brautschau

Der neue Hennefer Rat trifft sich am 23. Juni zur konstituierenden Sitzung. Für ein Bündnis mit der FDP reicht es für die CDU nicht mehr.

Nach 33 Jahren ist Schluss: Der 77-jährige ehemalige Landwirt Rudi Schmitz (FDP) errang zwar in seinem Hennefer Wahlbezirk Uckerath Süd/Nord respektable 10,62 Prozent. Vor fünf Jahren waren es aber noch mehr als 20, und da er keinen komfortablen Listenplatz hatte und sich das Wahlergebnis der Liberalen mit 4,4 Prozent im Vergleich zu 2009 quasi halbierte, scheidet Schmitz aus dem Rat aus.

Hennefer RatDer konstituiert sich am Montag, 23. Juni. Und es dürfte frischer Wind einziehen ins Hennefer Rathaus. Zwar ist die CDU erneut die stärkste Fraktion im nunmehr von 40 auf 46 Sitze erweiterten Gremium, errang sämtliche 20 Direktmandate und stellt mit Klaus Pipke weiterhin den Bürgermeister. Aufgrund leichter Einbußen der Christdemokraten und des bescheidenen Abschneidens der FDP reicht es aber nicht mehr für die bisherige schwarz-gelbe Koalition.

So ist die CDU momentan auf Brautschau, um mit einer stabilen Mehrheit die laut ihrem Vorsitzenden Thomas Wallau "gute Politik der vergangenen zehn Jahre" fortzusetzen. "Derzeit sprechen wir mit allen Parteien außer der Linken", sagte Wallau dem General-Anzeiger.

CDU

Zum fünften Mal zieht Vizebürgermeister Thomas Wallau in den Rat ein und erreichte mit 59,88 Prozent in seinem Wahlbezirk Bierth/Lichtenberg zum vierten Mal hintereinander das beste Ergebnis der Christdemokraten. Neu im Team ist Waltraud Hahn, die für den ausgeschiedenen Bernhard Schmitz in Geistingen/Sand angetreten war. Ralf Offergeld bleibt Fraktionschef.

SPD

Mit Mario Dahm, Hanna Nora Meyer, Dorothee Akstinat, Henning Herchenbach, Veronika Herchenbach-Herweg und Gerald Steinmetz ziehen gleich sechs SPD-Mitglieder neu in den Rat ein. Die Sozialdemokraten legten in sämtlichen Wahlkreisen zu. Ortsvereinschef Björn Golombek und Mario Dahm erzielten in ihren Wahlbezirken Obere Warth und Westerhausen sehr gute Ergebnisse. Die SPD konnte beide Stimmbezirke für sich verbuchen, Golombek fehlten in der Oberen Warth nur 19 Stimmen zum Direktmandat. Die neue Stärke dürfte sich auch auf die Gespräche mit der CDU auswirken.

Grüne

Als drittstärkste Kraft könnten die Grünen, die mit fünf Mitgliedern im Rat sitzen werden, ebenfalls ein möglicher Partner für die CDU sein. Allerdings sind die politischen Schnittmengen, besonders bei den Knackpunktthemen Ortsumgehung Uckerath oder Stadionumbau, gering. Thomas Reuter zieht als neues Mitglied in den Rat ein.

Unabhängige

Die ehemals drittstärkste Kraft schrumpft auf vier Sitze. Da die Unabhängigen genau das, nämlich unabhängig, bleiben wollen und besonders beim Thema Finanzen unnachgiebig sind, wäre eine Koalition mit den Christdemokraten eine Überraschung. Neu eingezogen ist Wolfgang Hartwig. Hans Ludwig schied aus Altersgründen aus. Auch Roman Bielak und Sigrid Gerheim sind nicht mehr dabei.

FDP

Die Liberalen haben zwar noch Fraktionsstatus, es bleibt allerdings abzuwarten, wie Michael Marx und die neu hinzugekommene Jennifer Kotula die Arbeit alleine stemmen wollen. Neben Rudolf Schmitz scheiden auch Alexander Hildebrand und Willi Raderschadt aus.

Linke

Neben der SPD gehören die Linken zu den Gewinnern. Mit 4,4 Prozent erlangten sie zwei Sitze und damit Fraktionsstatus. Gerd Weisel und Brigitte Hincha sitzen künftig für die Linke im Rat.