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Corona-Tests bei Willms in Ruppichteroth - Alle Tests in Fleischbetrieb negativ

Kreis testet bei Willms-Fleisch : Alle 692 Corona-Tests in Fleischbetrieb in Ruppichteroth negativ

Auf Anordnung des Landes NRW müssen 692 Mitarbeiter des fleischverarbeitenden Betriebs Willms in Ruppichteroth auf Sars-CoV-2 getestet werden. Die ersten 30 ausgewerteten Ergebnisse zeigen keine Corona-Fälle. Willms will künftig auf Werksverträge verzichten.

Nach dem Corona-Ausbruch beim Schlachtbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hat das Land NRW neue Massentests in fleischverarbeitenden Unternehmen angeordnet. Auch die Beschäftigten der Firma Willms Fleisch in Ruppichteroth werden seit Montag erneut auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet. Alle 692 Corona-Tests sind negativ.

„Auch die zweite Reihentestung aller unserer Beschäftigten“ weise ausschließlich negative Testergebnisse auf, so ein Sprecher von Willms am Freitag. Für das Unternehmen habe die Gesundheit der Mitarbeiter höchste Priorität. „Wir können nicht absehen, ob sich die allgemeinen Corona-Lockerungen auf die Infektionszahlen auswirken werden. Ungeachtet dessen haben wir die Hygienemaßnahmen in unserem Betrieb noch einmal erhöht.“

Bereits Mitte Mai hatte das Kreisgesundheitsamt rund 700 Abstriche bei Willms-Mitarbeitern genommen. Damals wurden keine Corona-Fälle festgestellt. Der Rhein-Sieg-Kreis will am Donnerstag weitere Ergebnisse verkünden.

Corona-Infektionszahlen im Kreis weiter niedrig

Kreisweit wurden am Freitag (Stand: 17 Uhr) insgesamt 1467 bestätigte Corona-Fälle gemeldet, zehn mehr als am Vortag. Davon sind 1402 Personen wieder genesen. 49 Menschen sind an Covid-19 verstorben. Als aktuelle Fälle wurden am Freitag 16 gezählt, 82 Personen sind in häuslicher Quarantäne. Wegen der geringen Zahl der Neuinfektionen hat der Kreis seinen Krisenstab in den Wartemodus versetzt. Der Landrat appelliert an alle Bürger, sich weiter an die Abstands- und Hygieneregeln zu halten.

Willms will Mitarbeiter künftig fest anstellen

Die Unternehmensgruppe Willms hat auf die Kritik an den Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie reagiert und bereits am Dienstag angekündigt, ab dem 1. Januar 2021 im Kerngeschäft auf Werksverträge zu verzichten und die Mitarbeiter fest im Unternehmensverbund einzustellen.

Mit diesem Schritt wolle das Unternehmen seiner „gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden und zugleich die Erzeugung und Herstellung von Fleisch und Fleischprodukten am Standort Deutschland auch in Zukunft sicherstellen“, teilte ein Sprecher mit.

„In den nächsten Monaten wird das Unternehmen ein Konzept erarbeiten, um die Mitarbeiter in die Unternehmensgruppe zu integrieren.“ Gegenstand des Konzepts seien unter anderem die Zeiterfassung und die Wohnsituation der Mitarbeiter.

Die Unternehmensgruppe Willms wird in zweiter Generation von Hubert Willms geführt und hat sich auf die Herstellung von Fleisch, Wurst und Fertigprodukten für den Lebensmitteleinzelhandel spezialisiert.

Neben dem Produktionsbetrieb in Ruppichteroth gibt es einen weiteren in Weißwasser (Sachsen). Geschlachtet und zerlegt werden die Tiere in Bochum und im niedersächsischen Loxstedt.