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Versehentlich Mailverteiler veröffentlicht: Datenpanne bei Infomail an England-Rückkehrer

Versehentlich Mailverteiler veröffentlicht : Datenpanne bei Infomail an England-Rückkehrer

Reisende finden Mailadressen von 175 weiteren Betroffenen in ihren Unterlagen. Sammelmailverteiler war für alle sichtbar.

Datenpanne im Gesundheitsamt des Rhein-Sieg-Kreises: Einreisende aus Großbritannien, Irland und Südafrika sind in den vergangenen Tagen mit einer E-Mail über die Quarantäneverordnung informiert worden, in der nicht nur die eigene E-Mail-Adresse, sondern auch die von 175 weiteren Reisenden zu lesen waren.

Zu ihnen gehört Nicolas Klein-Zirbes. Der 25-Jährige, der an der Universität in London seinen Master in Internationaler politischer Ökonomie absolviert und den Weihnachtsurlaub bei der Familie in Königswinter verbringt, war am 18. Dezember von London nach Köln-Bonn geflogen – also noch vor Verschärfung der Corona-Regeln ab dem 21. Dezember. Das Einreiseprozedere ist dem Studenten nicht neu. „Ich war kurz zuvor schon einmal zu Hause. Da lief viel noch physisch, so musste das Einreiseformular auf Papier ausgefüllt werden.“ Das immerhin, sagt er, gehe nun digital.

Der Rhein-Sieg-Kreis entschuldigt sich

In der E-Mail des Kreises fand er dann Informationen über Fremde. „Die waren nicht alphabetisch, sondern offenbar nach Eingang der Einreiseerklärung aufgelistet. Ich fand so auch einen Kommilitonen aus einem anderen Studiengang, der zwei Tage vor mir eingereist war“, berichtet der Stipendiat. „Da wurde groß diskutiert über die Datenschutzgrundverordnung, jeder kleine Verein muss sich daran halten“, sagt er. Es sei schon besonders peinlich, wenn so etwas in einer Behörde vorkomme.

„Es ist ein Fehler passiert, das tut uns sehr leid“, sagte Kreissprecherin Rita Lorenz auf GA-Anfrage. Es sei im Gesundheitsamt normalerweise nicht üblich, Informationen in Rundmails zu versenden. Bei dem Infoschreiben für Reiserückkehrer war das anders. Hier hatte der Kreis die Einreiseanmeldungen durchforstet, um Personen zu ermitteln, für die nach Bekanntwerden der Virusmutation in Großbritannien verschärfte Regeln gelten. Statt mit verborgenen Adressen ging das allgemeine Informationsschreiben mit sichtbarem Verteiler raus, enthielt darüber hinaus aber keine persönlichen Daten. Für alle Rückkehrer gilt laut Lorenz, dass die Quarantäne mit einem negativen Coronatest wie im Fall von Klein-Zirbes nach fünf Tagen endet, ohne Test sind es zehn Tage. suc/koe