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Handlungsbedarf in Troisdorf: Die Stadt will in neuen Wohnraum investieren

Handlungsbedarf in Troisdorf : Die Stadt will in neuen Wohnraum investieren

Die größte Kommune im Rhein-Sieg-Kreis braucht Wohnraum. Vor allem auch zentrumsnahen Wohnraum, denn der Trend, vom Land in die Stadt zu ziehen, hält nach wie vor an.

Hinzu kommt, dass Flüchtlinge in Wohnungen untergebracht werden müssen. „Wir sind da ein wenig in doppelter Not“, sagt Troisdorfs Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski.

In den Zielen der „Zukunftsinitiative Troisdorfer Innenstadt“ (Ziti) ist vorgegeben, dass die Kölner Straße dabei als Rückgrat der Innenstadt die Versorgungsangebote und kulturellen Schwerpunkte bündelt und miteinander verbindet.

Dabei soll ein „großes und vielfältiges Angebot an Wohnquartieren dieses lange Band“ säumen, so Jablonski. „Über das Städtebauförderprogramm des Landes NRW wurden private Investitionen angestoßen. Die Stadt hat etwa schon leer stehende Gebäude oder Grundstücke als Vorrat erworben und verkauft sie dann nach entsprechenden Arrondierungen weiter“, sagt der Bürgermeister. Als Beispiel führt Jablonski das frühere Rückergelände zwischen Kronen- und Kölner Straße an.

„Das ging lange Zeit gar nicht“, blickt Jablonski zurück. Bis sich schließlich ein Inverstor fand. Und jetzt sind dort 60 bestens ausgestattete Wohnungen entstanden.

Nicht weit entfernt auf dem Gelände des dort früher ansässigen Autohauses Hoff wächst mittlerweile zwischen Kölner und Viktoriastraße auch ein Wohnblock, in dem 28 hochwertige Stadtwohnungen entstehen werden, die vor allem barrierefrei geplant sind und mit erneuerbaren Energien versorgt werden.

Und dort, wo einst das Canisiushaus im Schatten der Pfarrkirche Sankt Hippolytus stand, entsteht nun durch die Josefs-Gesellschaft ein Wohnquartier für sogenanntes integriertes Wohnen. Dort werden in 20 Wohnungen behinderte Menschen quasi selbstständig wohnen können, ganz zentral, in der Nähe der Einkaufsmöglichkeiten in der Fußgängerzone und sonstiger Versorgungseinrichtungen. Ein „Problemchen“ ist Jablonski inzwischen auch los.

An der Ecke Taubengasse/Lohmarer Straße entsteht ebenfalls neuer Wohnraum. Dort hatte es lange keine Bewegung gegeben, schmale, lange Grundstücke mussten erworben und neu sortiert werden. „Wir haben keinen Wohnungsleerstand“, freut sich Jablonski, „und wir haben Qualität reinbekommen. Das ist eine gute Mischung aus hochwertigem und gefördertem Wohnraum.“

So baut die Troisdorfer Wohnungsbaugenossenschaft mit der entsprechenden Genossenschaft des Rhein-Sieg-Kreises derzeit 25 Einfamilienmiethäuser für Familien mit drei oder mehr Kindern. „Es gibt für diese Familien kaum passende und bezahlbare Angebote auf dem Markt“, weiß der Bürgermeister.

Und wenn eine Stadt so beliebt ist wie Troisdorf, dann müssen sich Rat und Stadt auch Gedanken machen, wie denn noch an Baugrund heranzukommen ist. Die Stadt will gerne Flächen rechts und links der Autobahn 59 als Wohnbauflächen ausweisen. Doch da steht noch die Bezirksregierung in Köln davor. Denn dort will man die Flächen als sogenannte Frischluftschneisen erhalten. So hat der Stadtentwicklungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung ein Änderungsverfahren des Regionalplans angestoßen, damit die dringend gebrauchten Flächen als Bauland ausgewiesen werden können.