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Routine für Anwohner: Entspannte Hochwasserlage in Niederkassel

Routine für Anwohner : Entspannte Hochwasserlage in Niederkassel

Die Anwohner und Feuerwehr sind entspannt, Schaulustige bevölkern die Uferpromenade in Niederkassel. Nur die Mondorfer Fähre liegt derzeit vor Anker.

Am Mondorfer Rheinufer ist die Hochwasserlage sehr entspannt, auch wenn der Rhein sein Bett verlassen hat. Der Mondorfer Hafen, das Eiländchen, weite Teile der Uferpromenade und der Fähranleger für die Mondorfer Fähre stehen unter Wasser. Auch das „Pegelhäuschen“ ist nicht mehr trockenen Fußes zu erreichen – und trotzdem herrscht entspannte Ruhe.

„Wir beobachten die Lage, sehen aber noch keinen Grund, Maßnahmen zu ergreifen. Bei derzeit knapp  acht  Metern Wasserstand sprechen wir auch nicht von einem Hochwasser“, sagt der Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Niederkassel,  Gerhard Voosen.

Ausfall der Mondorfer Fähre

Der Ausfall der Mondorfer Fähre dürfte viele Auto- und Radfahrer schmerzen, die gerne die kurze Verbindung zur anderen Rheinseite nutzen. Die Fähre liegt derzeit sicher in der Hafeneinfahrt vor Anker. Drumherum hat sich sehr viel Treibgut abgelagert, meist mehr oder weniger dicke Holzstämme und Äste. Die sind auch Schuld daran, das der Fährbetrieb eingestellt wurde, denn das Treibholz im Strom könnte beim Aufprall erhebliche Schäden an der Fähre verursachen.

Bedingt durch das schöne Wetter nach den verregneten letzten drei Tagen, drängen sich die Menschen am Mondorfer Rheinufer. Alle Bänke sind besetzt, die Kids toben auf dem Spielplatz, auch wenn der, genau wie viele Spielgeräte, zur Hälfte unter Wasser steht. Selbst die Hunde haben ihren Spaß daran, in die schmutzig-braunen Fluten des Stroms zu springen.

Hochwasser ist Routine

Während die Rheinallee unter Wasser steht, haben selbst die Anwohner in der ersten Reihe keine Sorge um ihre schicken Häuser. „Beim ersten richtigen Hochwasser habe ich die ganze Nacht nicht geschlafen. Jetzt ist das hier Routine und ich schaue mir das Geschehen von der Terrasse ganz entspannt an“, sagt ein Anwohner, während direkt am Gartenzaun entlang laut schnatternd Nilgänse schwimmen. Möwen, Gänse, Enten, Schwäne und Kormorane plantschen jetzt dort, wo sonst Radfahrer und Fußgänger schlendern, und genießen offensichtlich ihr neues Terrain.

Ab Montag dürfte sich das Bild dann wieder ändern, denn wenn sich der Rhein zurück in sein Bett begeben hat, werden Wochen vergehen, bis das Rheinufer und die Promenade vom Treibgut gereinigt sind.