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Ausbildungsstätte für Feuerwehren: Gefahrenabwehrzentrum kommt vielleicht doch nicht nach Sankt Augustin

Ausbildungsstätte für Feuerwehren : Gefahrenabwehrzentrum kommt vielleicht doch nicht nach Sankt Augustin

Unstimmigkeiten zwischen der Stadt Sankt Augustin und dem Rhein-Sieg-Kreis könnten dazu führen, dass das vom Kreis geplante neue Gefahrenabwehrzentrum doch nicht in Sankt Augustin gebaut wird.

Unstimmigkeiten zwischen der Stadt Sankt Augustin und dem Rhein-Sieg-Kreis könnten dazu führen, dass das vom Kreis geplante neue Gefahrenabwehrzentrum (GAZ) nicht in Sankt Augustin gebaut wird. Nach GA-Informationen sorgt ein Beschluss des Kreistags zum Kauf eines Grundstückes für das Projekt für dicke Luft im Sankt Augustiner Rathaus.

Der Kreistag hatte in seiner letzten Sitzung der Wahlperiode den Beschluss zum Grunderwerb für das GAZ unter Vorbehalt beschlossen. Und eben dieser Vorbehalt, den offenbar die schwarz-grüne Koalition im Kreistag ins Spiel gebracht hat, könnte das Projekt in Sankt Augustin gefährden. Dem Vernehmen nach soll die Stadt Sankt Augustin auf Wunsch des Kreises eine Vereinbarung unterzeichnen, in der sich die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Sankt Augustin vertraglich verpflichtet, die betreffende Fläche vom Kreis zu erwerben, wenn das GAZ aus finanziellen oder faktischen Gründen nicht realisiert werden kann. „Das ist so nicht zu machen. So gibt es kein Gefahrenabwehrzentrum in Sankt Augustin“, heißt es aus politischen Kreisen in der Stadt.

Ganz offensichtlich spielt eine Rolle, dass in Teilen des Grundstücks Altlasten der ehemaligen Mülldeponie in Niederpleis stecken. Dabei soll es sich aber um unproblematischen Hausmüll und Bauschutt handeln. Andere Flächen sollen dagegen unbelastet sein. Ein Gutachter soll Boden und Grundwasser untersucht und für unbedenklich erklärt haben, was nicht zuletzt mit den Ausschlag für den Standort Sankt Augustin gegeben habe. „Es herrschte bereits Einvernehmen, und dann kommt dieser Beschluss. Der Kreistag will hier ein Rundumsorglospaket, aber das geht so nicht“, heißt es in Sankt Augustin.

Aus Kreisen der schwarz-grünen Koalition war zu hören, dass für das GAZ nur die belastete Fläche zur Verfügung steht, die unbelastete wolle die Sankt Augustiner WFG erwerben. „Nach den derzeitigen Erkenntnissen ist die Nutzung des Geländes mit Risiko behaftet, und das Risiko muss begrenzt sein“, so ein CDU-Kreistagsabgeordneter. Sonst drohe ein teurer Grundstückskauf, der nicht die Sicherheit biete, das GAZ dort zu realisieren.

Kosten belaufen sich auf rund 25 Millionen Euro

Seit etwa zwei Jahren ist die stadteigene WFG dabei, den Erwerb der landwirtschaftlichen Fläche im Sankt Augustiner Mittelfeld nahe des Aldi-Logistikzentrums für den Kreis vorzubereiten. Und nach GA-Informationen ist der derzeitige Eigentümer auch noch immer dazu bereit, sie zu veräußern. „Aber lange wartet der auch nicht mehr“, so ein Ratsherr. 10.000 Quadratmeter will die WFG erwerben, um dort Gewerbe anzusiedeln, 16.000 Quadratmeter sind für den Kreis vorgesehen, der das GAZ dem Vernehmen nach auf 15.000 Quadratmetern plant. Die Kosten für die Einrichtung belaufen sich grob geschätzt auf rund 25 Millionen Euro .

Nachdem der Kreis bei verschiedenen Kommunen angefragt hatte, ob es ein geeignetes Grundstück für ein GAZ gebe, hatte Sankt Augustin die rund 2,6 Hektar große Fläche, zu der es auch schon eine Zufahrt gibt, angeboten und war damit beim Kreis auf Zustimmung gestoßen.

Wie mehrfach berichtet, will der Kreis Ersatz schaffen für das in die Jahre gekommene Kreisfeuerwehrhaus, das zu wenig Platz bietet und technisch nicht auf dem neuesten Stand ist. Das neue GAZ soll als Ausbildungs- und Unterstützungsstätte für die 109 Feuerwehreinheiten im Rhein-Sieg-Kreis dienen und somit die Feuerwehrleute qualifizieren, ihren Job im Einsatz zum Schutz der Bürger effizient und sicher erledigen zu können.

Nicht nur die Politik in Sankt Augustin, auch Politiker aus dem Kreistag wundern sich, warum Schwarz-Grün die Vereinbarung ins Spiel gebracht hat. Und das, obwohl der Landrat schon im Mai im Kreisfinanzausschuss eine Expertise vorgelegt haben soll, die die Unbedenklichkeit für den Kauf des Grundstückes ausweist. „Es herrschte Einvernehmen auf beiden Seiten“, so ein Kreistagsabgeordneter.

Wie es in der Sache weitergeht, ist derzeit noch völlig offen. Dass der Beschluss kurzfristig noch einmal durch die Kreisgremien und städtischen Gremien in Sankt Augustin läuft und angepasst wird, steht vorerst nicht zu erwarten. Wenngleich zu hören ist, dass man sich verständigen will und nach einer Lösung gesucht werden soll. Ein alternatives Grundstück gibt es dem Vernehmen nach nicht. Bei dem Standort Sankt Augustin handele es sich um den finalen Vorschlag der Verwaltung an den Kreistag, heißt es von der Pressestelle der Kreisverwaltung.