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27-Jähriger muss nach Einbruch in Hennef sechs Monate in Haft

Angeklagter gesteht : 27-Jähriger muss nach Einbruch in Hennef sechs Monate in Haft

Das Amtsgericht Siegburg hat einen Mann wegen versuchten Wohnungseinbruchsdiebstahls zu sechs Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Der Angeklagte gestand, im Oktober 2021 in ein Haus in Hennef eingestiegen zu sein.

Ein 27-jähriger Mann musste sich jetzt wegen versuchten Wohnungseinbruchsdiebstahls und Sachbeschädigung vor dem Amtsgericht Siegburg verantworten. Am Ende erhielt er sechs Monate Haft ohne Bewährung.

Das Gericht warf dem Angeklagten vor, im Oktober 2021 auf das Dach eines Hauses in Hennef gestiegen zu sein, um über ein Fenster aus Glasbausteinen in das Hausinnere zu gelangen und Wertgegenstände zu stehlen. Als der Hauseigentümer den Mann und seinen 15-jährigen Mittäter entdeckte, flüchteten beide. Der junge Mann sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Kein Sachschaden entstanden

Der Hauseigentümer selbst bezeichnete den Einbruchsversuch als „völlig untauglich“, denn in dem Glasbaufenster könne man nur zwei Steine kippen und der Angeklagte habe versucht, mit einem Schraubendreher „den Mörtel aus den Fugen zu kratzen“. Ein Sachschaden sei nicht entstanden, beantwortete er die Frage von Richter Herbert Prümper. Die Tat räumte der gebürtige Bosnier vollumfänglich ein und entschuldigte sich dafür. „Ich bin stehlen gegangen, um zu überleben“, sagte der Mann, der nach eigenen Angaben nie eine Schule besucht und keine Ausbildung gemacht hat. 2012 kam er nach Deutschland, ist ohne eigenen festen Wohnsitz und wird von seiner Schwester unterstützt. Staatliche Hilfe bekommt er nicht. Er bat das Gericht, ihm „noch eine Chance zu geben“, er werde einen Asylantrag stellen und sich um Sozialhilfe bemühen.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft forderte in ihrem Plädoyer neun Monate Haft ohne Bewährung und beantragte die Aufrechterhaltung des Haftbefehls. Zugunsten des Angeklagten führte sie dessen Geständnis an und die Tatsache, dass kein Schaden entstanden sei. Gegen ihn spreche, dass er „einschlägig vorbestraft“ sei, sowie dessen „hohe Rückfallgeschwindigkeit“. Daher verneinte sie auch eine positive Sozialprognose.

Angeklagter „lebt in prekären Verhältnissen“

Der Anwalt des Angeklagten hielt das Strafmaß für zu hoch und erklärte, es werde „dem Geschehen nicht gerecht“. Schließlich sei sein Mandant in der Ausführung dilettantisch vorgegangen. Er hielt sechs Monate auf Bewährung für angemessen, zumal der Angeklagte bereits seit drei Monaten in Untersuchungshaft sitze. Eine Bewährungsstrafe schloss Prümper kategorisch aus. Der 27-Jährige „lebt in prekären Verhältnissen ohne staatliche Hilfen und kommt dann in die gleiche Umgebung“, so der Richter. Er werde sich nicht davon abhalten lassen, erneut rückfällig zu werden.

Der Richter verhängte als Strafmaß sechs Monate Haft ohne Bewährung, „um auf ihn einzuwirken.“ Auch Prümper sah für den Angeklagten ohne Schul- und Berufsausbildung keine Perspektive.