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Urteil vor dem Amtsgericht Siegburg: 34-jähriger Randalierer muss Geldstrafe zahlen

Urteil vor dem Amtsgericht Siegburg : 34-jähriger Randalierer muss Geldstrafe zahlen

Ein 34-jähriger Siegburger ist nach Randalen in Hennef zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Er demolierte ein Fenster eines Schnellrestaurants und bedrohte einen Mitarbeiter.

Er sei in einer „psychischen Ausnahmesituation“ gewesen, erklärte ein 34-jähriger Siegburger der Richterin Elisabeth Signing Fosso. Angeklagt war er vor dem Siegburger Amtsgericht wegen Nötigung und Sachbeschädigung. Mit einer Strafe in Höhe von 50 Tagessätzen zu je zehn Euro verließ der Mann das Gericht.

Am 8. Januar dieses Jahres war der Mann in Hennef an der Frankfurter Straße in den „Drive in“ eines Schnellrestaurants gefahren und hatte einen Burger bestellt. Am Ausgabefenster ging es ihm aber nicht schnell genug. Daraufhin schlug er mit seinen Fäusten auf das Fenster ein, was unter der Wucht der Schläge zerbarst. Dann holte er aus seinem Kofferraum einen länglichen Gegenstand – eine Langwaffe, wie es in der Anklage hieß. Die war aber nicht zweifelsfrei als solche zu erkennen, wie die Richterin auf Nachfrage erklärte. Jedenfalls bedrohte er mit dem Gegenstand einen Mitarbeiter des Betriebs.

34-Jähriger entschuldigt sich für Tat

Sein Mandant sei damals in „einer psychischen Ausnahmesituation“ gewesen, erklärte Verteidiger Lothar Pilger. Seit Monaten habe der Mann seine kleine Tochter nicht sehen können, obwohl ihm gerichtlich ein Besuchsrecht zugestanden war. Darüber hinaus sei der Mandant hochverschuldet gewesen. Der bestätigte das in seiner Aussage. Dass er die Tochter nicht habe sehen dürfen, habe in „aggressiv gemacht“, seine Firma habe er „vor die Wand gefahren“, da habe er „die Kontrolle über sein Leben verloren“. Das alles reue ihn inzwischen zutiefst. Der bedrohte Mitarbeiter war als Zeuge geladen, gab sich aber auf Nachfrage der Richterin damit zufrieden, dass sich der Angeklagte bei ihm entschuldigen wollte. Das machte der auch. „Tut mir leid, dass ich sie so dumm angemacht habe“, sagte der Siegburger.

Die Staatsanwaltschaft sah den Tatvorwurf als bewiesen an aufgrund des vollumfänglichen Geständnisses. Das und die Entschuldigung sei positiv zu bewerten.Sie forderte eine Strafe in Höhe von 50 Tagessätzen zu je 40 Euro. Die Konsequenzen dürften nicht so hoch sein, plädierte hingegen Pilger. Das Gericht möge bei seinem Urteil die finanzielle Situation des Angeklagten bedenken, der zurzeit Hartz-IV-Empfänger ist. Zehn Euro je Tagessatz sollten genug sein. Davon ließ sich dann auch das Gericht überzeugen und verhängte die mildere Strafe.