Unfall auf der Autobahn Überfahrenes Tier auf der A560 war mutmaßlich ein Wolf

Hennef · Auf der A560 bei Hennef wurde am Samstagabend ein Wolf überfahren – mutmaßlich, denn ob es sich bei dem Tier tatsächlich um einen Wolf handelt, wird in den nächsten Tagen untersucht.

Woher kam der Wolf, der auf der Autobahn überfahren wurde? Das klären Experten. (Symbolbild)

Woher kam der Wolf, der auf der Autobahn überfahren wurde? Das klären Experten. (Symbolbild)

Foto: Inga Sprünken

Den Zusammenstoß mit einem Auto überlebte das Tier nicht: Am späten Samstagabend wurde auf der A560 bei Hennef ein Wolf überfahren. Ob das überfahrene Tier tatsächlich ein Wolf ist, untersuchen nun Fachleute im Auftrag des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv).

Für die Polizei war die Ähnlichkeit groß genug, um noch an der Unfallstelle das Lanuv und die Jagdaufsichtsbehörde einzuschalten, die beiden Behörden, die in einem solchen Fall zuständig sind. Der Fahrer des Unfallwagens sei unverletzt, so eine Sprecherin der Autobahnpolizei, allerdings wurde sein Wagen dabei beschädigt.

„Wir können nicht ausschließen, dass es sich bei dem getöteten Tier um einen Wolf handelt“, sagt Birgit Kaiser de Garcia, Sprecherin des Lanuv, vorsichtig. Da Wölfe unter Naturschutz stehen, musste die Polizei ihre Behörde hinzuziehen. Bis zum Montag allerdings sicherte die Autobahnmeisterei das tote Tier. Am Montag holten dann Fachleute im Auftrag des Lanuv den Kadaver ab. Vor den anstehenden Untersuchungen müsse er zunächst gekühlt werden, sagt Kaiser de Garcia.

Untersuchungen sollen klarstellen, woher der Wolf kam

Dabei soll nicht nur festgestellt werden, ob es sich um einen Wolf handelt, sondern mit Vergleichen von DNA-Proben in einer Datenbank auch untersucht werden, ob der Wolf bekannt ist und sich feststellen lässt, zu welchem Rudel er gehörte. Die Untersuchungen nähmen einige Tage in Anspruch und dauerten derzeit länger als sonst, sagt die Sprecherin und nennt einen Grund dafür: Der Wolf, der sich auf die A560 verirrte und dort von einem Auto erfasst wurde, ist derzeit nicht der einzige Wolf, der bei einem Autounfall gestorben ist. Die Autobahnpolizei Köln berichtet von einem weiteren überfahrenen Wolf am vergangenen Wochenende auf der A61 bei Kerpen.

Um diese Jahreszeit, erläutert die Lanuv-Sprecherin, verlassen viele junge Wölfe ihr Rudel und machen sich auf die Suche nach einem neuen Revier. Da sie zwar Menschen fürchteten, aber keine Autos, komme es im Frühling häufiger zu solchen Unfällen.

Ob der Wolf, den es auf der A560 erwischt hat, einer der Jungwölfe des Leuscheider Rudels ist, werden die Untersuchungen der DNA des Tieres zeigen. Das Leuscheider Rudel, das in der Nähe von Windeck an der Grenze von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz beheimatet ist, war immer wieder Grund für Aufregung vor allem bei den Schafhaltern des östlichen Rhein-Sieg-Kreises. Zuletzt wurde bei einem Schafsriss Ende November vermutet, dass dafür Mitglieder des Rudels verantwortlich waren.

Das Leuscheider Rudel hat auch im vergangenen Jahr Nachwuchs bekommen. Drei Welpen wurden bereits im Frühjahr gemeinsam mit ihren Eltern auf nordrhein-westfälischer Seite gesichtet. Zuvor waren Experten noch davon ausgegangen, dass es sich aufgelöst habe. Der Grund dafür: Zwischen dem vergangenen Dezember und Mitte April dieses Jahres wurde nicht ein einziger Wolfsriss auf dem Territorium des Leuscheider Rudels verzeichnet. Zuvor hatte die Zahl mit der Übernahme des Rudels durch den Rüden GW1896m stark zugenommen. So stark, dass es sowohl in Rheinland-Pfalz als auch auf nordrhein-westfälischer Seite Diskussionen darüber gab, ob es erlaubt werden solle, einzelne Wölfe abzuschießen, oder wie ein geeignetes Wolfsmanagement aussehen könnte.

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