1. Region
  2. Sieg & Rhein
  3. Hennef

Schulsanierungen in Hennef: Betonplatten weisen starke Mängel auf

Schulsanierungen in Hennef : Betonplatten weisen starke Mängel auf

Die Fassaden der Grundschule Hanftalstraße und der Förderschule in der Geisbach müssen dringend erneuert werden. Doch das ist nicht billig. Pläne für Ausweichmöglichkeit für die Schüler werden derzeit erarbeitet.

Eigentlich sollten an der 1970 gebauten Grundschule Hanftalstraße sowie an der direkt benachbarten Förderschule in der Geisbach nur die Fenster ausgetauscht und ein Wärmeverbundsystem installiert werden. Bei den ersten Voruntersuchung entdeckten Mitarbeiter des städtischen Amtes für zentrale Gebäudewirtschaft im vergangenen Jahr allerdings erhebliche Mängel an den Waschbetonfassadenplatten. Korrodierte Halterungen, die zum Teil sogar gebrochen sind, Risse und Abplatzungen, all das machte ein sofortiges Handeln der Stadt notwendig. Die Verwaltung beauftragte einen Statiker sowie ein Architekturbüro, um Art und Umfang der Schäden näher zu untersuchen. Als erste Sicherungsmaßnahme ließ die Stadt umgehend schadhafte Fassadenteile fixieren, um ein weiteres Abkippen der Platten zu verhindern. Zudem wurden lose Fassadenteile entfernt und einige Bereiche, wie die Sporthalle, mit einem Bauzaun abgesperrt.

Stahlverankerungen rosten

Große Teile der Schäden an den Waschbetonplatten sind, laut Stadt, durch Feuchtigkeit entstanden. Die Betonplatten besitzen oberhalb im Stirnbereich keine Abdeckungen. So konnte dort, aber auch durch schadhafte Fugen, Feuchtigkeit eindringen. Das Ergebnis: Die Stahlverankerungen der Betonplatten rosteten zunehmend. Bei Frost platzten sogar Betonteile ab.

Das Fazit der beiden Fachbüros nach ihren eingehenden Untersuchungen ist eindeutig: Eine Ertüchtigung der vorhandenen Fassade, die beim Bau der beiden Schulgebäude vor mehr als 50 Jahren entstand, ist nicht mehr zu empfehlen. Stattdessen sollen die Fassaden der Schulen komplett erneuert werden. Michael Herkenrath von der Zacharias-Planungsgruppe schlägt eine Holzrahmen-oder eine Alukonstruktion jeweils mit Vollwärmeschutz vor. Die Planungen dazu, die auch den neuesten energetischen Anforderungen entsprechen müssen, sollen laut dem Beigeordneten Michael Walter in enger Absprache mit beiden Schulen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. „Die bauliche Maßnahme wird dann anschließend noch etwa drei Jahre dauern“, sagte Muhammet Eryigit, Leiter des Amtes für zentrale Gebäudewirtschaft.

 Muhammet Eryigit, Leiter des Hennefer Amtes für zentrale Gebäudewirtschaft, zeigt auf die schadhaften Fassaden der Schulgebäude.
Muhammet Eryigit, Leiter des Hennefer Amtes für zentrale Gebäudewirtschaft, zeigt auf die schadhaften Fassaden der Schulgebäude. Foto: Ingo Eisner

Teuer aber notwendig

Insgesamt müssten laut Eryigit 1 300 Quadratmeter Fassade sowie 1 600 Quadratmeter Fensterfläche an beiden Schulen erneuert werden. „Die vorhandene Fassade muss vollständig entfernt und die großflächigen Elemente müssen entsorgt werden. Zudem müssen nicht nur die neuen Fenster installiert, sondern auch die technische Innenausstattung der Klassenräume an den Fensterfronten, wie beispielsweise Heizkörper, erneuert werden“, fügte Eryigit hinzu. Das wird natürlich alles nicht billig. Waren für die Fassadensanierung ursprünglich 2,7 Millionen Euro angesetzt, liegen nach Schätzungen der Stadt nun die Kosten für die empfohlene Erneuerung der gesamten Fassade bei etwa 7,5 Millionen Euro. „Wir erhalten bereits nach dem kommunalen Investitionsfördergesetz zwei Millionen Euro Fördermittel, werden aber auch noch nach weiteren Fördertöpfen Ausschau halten“, sagte der Hennefer Schuldezernent und Beigeordnete Martin Herkt. Auch an einer Interimslösung für die rund 500 Schüler der Grund- sowie der Förderschule werde laut Herkt in enger Abstimmung mit den beiden Schulleitungen derzeit intensiv gearbeitet. Da große Kräne zum Einsatz kommen werden, ist an einen normalen Schulbetrieb in den Gebäuden während der Bauphase nicht zu denken. „Wir erarbeiten derzeit gemeinsam ein Konzept, wie und wo der Unterricht stattfinden kann“, sagte Herkt. „Die Maßnahme wird eine Herausforderung, aber es muss gemacht werden“, sagte Bürgermeister Mario Dahm. „Das wird mit Sicherheit alles nicht einfach“, so Hildegard Wahlen, Leiterin der Grundschule Hanftalstraße. „Wir sind aber froh, dass wir frühzeitig in die Planungen einbezogen wurden.“

Für die benachbarte Förderschule in der Geisbach plant die Stadt Hennef zudem eine Erweiterung. „Es wäre gut, wenn das im Zuge das Fassadensanierung geschehen würde“, erklärte Förderschulleiterin Margret Hagen.