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Projekt „Mitten im Leben“: Dambroicher sammeln Ideen für Dorfzentrum

Projekt „Mitten im Leben“ : Dambroicher sammeln Ideen für Dorfzentrum

Mit einer Fragebogenaktion sammeln Bürger des Hennefer Ortes Dambroich Ideen für ein multifunktionales Dorfzentrum. Die Anregungen sind vielfältig, dazu gehören beispielsweise ein Friseur, aber auch eine Poststation oder eine Bäckerei.

Malerisch und idyllisch ist der Hennefer Ort Dambroich. Ob gepflegte Fachwerkhäuser, Wegekreuze, das Ehrenmal an der Kreuzung Pleistalstraße/Auf den Hähnen, an dem sich jedes Jahr zum Volkstrauertag die Menschen versammeln, um der Kriegstoten aus Dambroich zu gedenken, der Eingang zum Biohof Becker oder die Menschen, die ihre Pferde am Zügel zum Ölberghof führen, oder einfach nur durch den Ort radeln: Es gibt viel zu entdecken in dem Dorf, das gerade erst gemeinsam mit Lückert, Happerschoß und Seelscheid beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ mit der Goldmedaille ausgezeichnet wurde. Im Prinzip stimmt also alles in Dambroich.

Damit das Dorf aber wirklich Zukunft hat, verteilt Conny Miethe, Vorsitzende des Bürgervereins, derzeit gemeinsam mit zehn engagierten Bürgern Fragebögen an 320 Haushalte, um die Wünsche der Bürger für den Ort zu ermitteln. Erstes Fazit: Der Bedarf für ein multifunktionales Dorfzentrum ist da.

Bereits im November hatten sich viele Bürger auf Einladung des Projektes „Mitten im Leben“ des Vereins zur Förderung der Gesundheit im Rhein-Sieg-Kreis (kivi) sowie der Fachfirma Dorv (Dienstleistungen und Ortsnahe Rundum Versorgung) zu einem Workshop im Bürgertreff Dambroich getroffen, um gemeinsam Ideen für ein multifunktionales Dorfzentrum zu erarbeiten. „Wir bauen und finanzieren nicht, sondern geben nur den Anstoß. Die Bürger müssen dann selbst tätig werden“, sagt Anette Weber, Projektreferentin von „Mitten im Leben“.

Die Vorschläge zielen in eine Richtung

Das wurden sie dann auch. „Wir haben bereits 200 Fragebögen verteilt und sprechen natürlich auch mit den Menschen, um zu erfahren, was sie gerne in Dambroich haben möchten“, sagt Miethe. Die Vorschläge sind zwar vielfältig, zielen aber immer wieder in eine Richtung: ein Dorfzentrum zu realisieren, das generationsübergreifend für die Dambroicher zum Treffpunkt wird. Ein möglicher Ort dafür wurde bereits ins Auge gefasst: der Edeka-Supermarkt, der von Käthe Thomas betrieben wird, die aber in diesem Jahr 70 wird und in den Ruhestand gehen möchte. Ziel des Dorfzentrums soll natürlich weiterhin die Versorgung mit Lebensmitteln sein. „Ein Discounter in einem benachbarten Dorf ist da keine Alternative. Ich möchte weiterhin frische Ware kaufen“, sagt Norbert Niebiossa.

Aber auch der soziale Faktor ist wichtig. Ob Kinderbetreuung, Hilfe bei der heimischen Pflege von älteren Menschen oder das wöchentliche Treffen zum Sport oder zum Klönen bei Kaffee und Kuchen: All das soll solch ein Dorfzentrum bieten. „Ein Friseur, aber auch eine Poststation, wo Pakete hingebracht und abgeholt werden können, fände ich wirklich toll“, sagt Conny Miethe. Ein Wunsch wäre auch eine Bäckerei, in der auch sonntags frische Brötchen im Angebot sind. „Da würde ich mich gerne morgens hinter den Tresen stellen und Brötchen verkaufen“, sagt Miethe.

Auch die Nachbardörfer könnten profitieren

Die Nachbardörfer Söven und Rott könnten von all dem auch profitieren. Natürlich sind das erst einmal alles Wünsche, die gesammelt werden. „Wir dürfen nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen, sondern wollen erst einmal von den Bürgen wissen, wie solch ein Dorfzentrum aussehen soll“, sagte Oliver Stroß. Knackpunkt könnte laut Miethe allerdings die Finanzierung sein. „Da werden wir uns dann später mit auseinandersetzen müssen. Vielleicht lässt sich mit Unterstützung einer Bank eine Stiftung gründen“, sagt Miethe.

Laut dem stellvertretenden kivi-Vorsitzenden Wilfried Müller ist Dambroich bei der Entwicklung eines multifunktionalen Dorfzentrums bereits sehr weit vorangekommen. „Weiter als Schönenberg und Leuscheid, die wir ebenfalls unterstützen“. „Da auch in Söven und Rott noch Fragebögen verteilt werden müssen, verschiebt sich der Abgabe-Stichtag vom 4. auf den 18. Februar“, sagt Anette Weber. Dann werden die Bögen von „Mitten im Leben“ ausgewertet. „Nach Karneval treffen wir uns erneut und werden über die Ergebnisse sprechen“, kündigt Müller an.