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Dreharbeiten in Hennef: Das Krippenspiel gibt es dieses Jahr als Film

Dreharbeiten in Hennef : Das Krippenspiel gibt es dieses Jahr als Film

Auf Szenen der Weihnachtsgeschichte muss in den Hennefer Kirchen niemand verzichten. In Stadt Blankenberg drehen die Kinder eine Marktszene.

„Und bitte“ lautet die kurze und knappe Anweisung von Regisseur Andreas Müller-Goldkuhle. Kameramann Wolfram Vogel filmt einige Szenen in der Totalen und ein paar Nahaufnahmen von den 22 Kindern, die sich in Kostümen auf dem Vorplatz der katholischen Kirche Sankt Katharina in Stadt Blankenberg tummeln. Im Hintergrund kontrolliert Olaf Dung den Ton, während Leander Heller per Mikrofon die gesprochenen Texte einfängt. In diesem Jahr ist auch beim traditionellen Hennefer Krippenspiel alles anders, das ein professionelles Team derzeit als Film für eine 45-minütige DVD einfängt. Der Film kann an Weihnachten in den katholischen Kirchen Hennefs gezeigt werden.

Die Idee, die Weihnachtsgeschichte zu verfilmen, hatte Angelika Rönn-Rieck, die bereits seit fünf Jahren als Autorin und Organisatorin für das Krippenspiel verantwortlich zeichnet. „Aufgrund der aktuellen Corona-Situation mussten wir uns etwas einfallen lassen, da wir das Krippenspiel ja nicht live darbieten können“, sagt Rönn-Rieck, die der Pfarrgemeinde Sankt Michael Geistingen angehört. „Da das Osterfest schon nicht so schön war, wollten wir wenigstens an Weihnachten etwas Besonderes bieten.“

Mit Hilfe ihrer Kontakte zu Andreas Müller-Goldkuhle, der eine Filmfirma betreibt und bereits einen Imagefilm über Hennef als Sportstadt gedreht hat, konnte die Idee schließlich in die Tat umgesetzt werden. Müller-Goldkuhle verpflichtete mit Wolfram Vogel einen professionellen Kameramann und mit Olaf Dung einen Tonspezialisten, um die einzelnen Szenen perfekt in den Kasten zu bekommen. Insgesamt 22 Kinder und drei Erwachsene sind als Laiendarsteller an dem 45-minütigen Film beteiligt. Fünf Drehtage an sieben verschiedenen Orten hat das Team eingeplant.

Angelika Rönn-Rieck (von links), Leander Heller und Wolfram Vogel besprechen den Ablauf der nächsten Szene. Foto: Ingo Eisner

Während Rönn-Rieck die Text-Regie übernahm, kümmerte sich Müller-Goldkuhle um die filmische Leitung. „Die musikalischen Szenen haben wir vorgezogen und bereits während der Herbstferien eingefangen“, berichtet er. Dazu gehörten Aufnahmen des Kinderchores und der Liturgie, die in der Hennefer Pfarrkirche Sankt Simon und Judas gedreht wurden. In Rott standen die Szenen für „Mariä Verkündigung und Josefs Traum“ auf dem Drehplan. In Uckerath und in der Warth  schlüpfte Diakon Matthias Linse in die Rolle eines Reporters und befragte Passanten, warum eigentlich Weihnachten gefeiert wird. 

Am Samstag wurden schließlich die Marktszenen vor der Stadt Blankenberger Kirche sowie die Hirtenszene auf einer Schafweide nah der mittelalterlichen Stadt gedreht. „Die Kinder hatten viel Spaß an den Dreharbeiten. Das hat alles wunderbar geklappt“, sagt  Rönn-Rieck.

Dabei ist viel Geduld bei allen Beteiligten gefragt, da die Kinder oftmals ihren Text wiederholen mussten, wenn Kameramann Wolfram Vogel per iPad und Smartphone aus unterschiedlichen Perspektiven die Szenen einfing. Wichtig ist Rönn-Riek, dass dieser Krippenspielfilm für alle Gemeinden ist. „Deshalb haben wir auch in ganz Hennef Drehorte ausgewählt.“  Auch Kreisdechant Hans-Josef Lahr und Pastor Christoph Jansen beteiligten sich an den Dreharbeiten und werden in einzelnen Szenen zu sehen sein.

Elinor (Esel), Maxi (Josef) und Evelyn (Maria) warten auf ihren nächsten Einsatz. Viele Szenen müssen die Kindern mehrfach spielen. Foto: Ingo Eisner

Glück hatte das Team bisher mit dem Wetter, da die Proben und Drehtermine nach draußen verlegt werden mussten. „Es hat bisher kein einziges Mal geregnet“, freut sich Rönn-Rieck. Im Gegenteil: In Stadt Blankenberg schien die Sonne und erzeugte ein warmes Licht, sodass Maria und Josef, aber auch die anderen Figuren, eindrucksvoll in Szene gesetzt werden konnten.

Am kommenden Wochenende dreht das motivierte Team noch die Herbergssuche vor der Geistinger Pfarrkirche und die Krippenszene vor der Bödinger Wallfahrtskirche. Dann ist der Film fertig und muss von Müller-Goldkuhle noch geschnitten werden.

Am Donnerstag, 10. Dezember, gibt es ab 17 Uhr in der Hennefer Pfarrkirche Sankt Simon und Judas eine Vorpremiere des Films, allerdings nur für die Beteiligten an den Dreharbeiten. Das fertige Produkt kann dann an Weihnachten in den Hennefer Kirchengemeinden gezeigt werden, „sofern Leinwand und Beamer vorhanden sind“, sagt Rönn-Rieck. Weitere Kopien zur Vorführung sollen Hennefer Seniorenheime, Kitas und Schulen erhalten.