Grillen nicht nur in Hennef Das Smartphone steuert den Grill

HENNEF · Für Manfred Eckermeier ist das Grillen zum Volkssport geworden. Der Süchterscheider rät, immer zwei Anzündkamine bereitzuhalten und präsentiert dem GA drei seiner Lieblingsgerichte.

 Der Grillmeister: Manfred Eckermeier am Grill im Innenhof seines Anwesens in Süchterscheidt.

Der Grillmeister: Manfred Eckermeier am Grill im Innenhof seines Anwesens in Süchterscheidt.

Foto: Hanjo Wimmeroth

. Es duftet verführerisch in Manfred Eckermeiers Innenhof. „Eines meiner Lieblingsgrillgerichte“, lacht Eckermeier. „Südtiroler Spieße liegen da auf dem Gasgrill.“ Das Grillen ist eines der Hobbys des 67-Jährigen. Und ein Teil seines Berufes. Er ist Jury-Mitglied des sogenannten PlusX Awards, des weltgrößten Technologieawards, erklärt Eckermeier. „Und wenn dabei das Thema Grillen aufkommt, dann ist das immer mein Bier.“ Noch vor einigen Wochen hat es bei ihm im Hof und in Süchterscheid einen großen Grillgerätetest gegeben. „Süchterscheid ist ein testendes Dorf“, sagt Eckermeier, während er unter den Deckel des Grills schaut, um den Garzustand seiner Spieße zu prüfen.

Da waren dann nicht nur Geräte im Einsatz, die man so allgemein kennt, also jene mit Kohlerost, Grillrost und Deckel, sondern auch ein 4500 Euro teurer Pelletgrill, der sich über ein Smartphone steuern lässt. Das reicht dann vom Anfeuern des Grills bis hin zum Steuern der Temperatur, die in diesem Hightechgerät von 75 bis 580 Grad Celsius reichen kann. Die Frage ist noch nicht gestellt, da antwortet der Grillexperte bereits: „Ja, auch solche Geräte werden gekauft, denn Grillen ist mittlerweile zu einer Art Volkssport geworden, und selbst vor solch hohen Preisen schrecken Grillenthusiasten nicht zurück.“

Aber was bewegt Menschen an einem solchen geradezu archaischem Kochvergnügen? „Das muss mit alten Instinkten oder mit einer gewissen Lagerfeuerromantik zusammenhängen“, glaubt Eckermeier. „Da saßen die Altvorderen nach erfolgreicher Jagd um ihr Feuer herum, freuten sich über die Nahrung und fühlten sich im Kreis der Horde sicher und geborgen. Dann gibt es zum Beispiel die Lagerfeuerromantik wie etwa bei Pfadfindern oder auf dem Campingplatz. Auch da finden sich Menschen zu gemeinsamem Tun zusammen“, sagt er und dreht seine Grillspieße um. „Cocooning“ heiße das heute, „also Geborgenheit in einer Art Kokon zu finden.“ Außerdem gebe es seit einigen Jahren den Trend, das Wohnzimmer oder die Küche nach draußen zu verlegen. Ein Freund von ihm aus dem Dorf habe mittlerweile eine komplette Küche im Garten. „Inklusive Backofen“, lacht Eckermeier. Die Spieße, bestückt mit Zucchinistreifen, Schafskäse und Tomaten, sind zwischenzeitlich gar geworden und landen auf einem Teller. Feiner Duft zieht in die Nase und lässt nicht nur Appetit, sondern auch die Frage aufkommen, warum Eckermeier die auf dem Gasgrill zubereitet hat. Wenn es gehe, solle man durchaus Gas- und Kohlegrill zusammen einsetzen, rät Eckermeier. Ein Steak könne man bestens zunächst auf einem Gasgrill scharf angrillen und lässt es dann in einem Kohlegrill – aber nicht über der Glut – nachgaren und ihm den so begehrten Feuergeschmack zukommen. Außerdem halte Kohleglut nicht so lange und es könne zu falschen Temperaturen kommen.

Auch Ungeduld sei beim Grillen fehl am Platz. Wer eine Menge Freunde zum Grillen einlade, solle nicht gleich einen großen Haufen Grillgut auf den Rost werfen, sondern nach und nach Würste, Steaks und Sonstiges über der Hitze zubereiten. Da halte man dann auch ein oder zwei Anzündkamine in Bereitschaft, um immer wieder frisch glühende Kohle nachfüllen zu können.

Als Brennstoff nehme man laut Eckermeier am besten Grillbriketts, Angaben über die Glühdauer hält Eckermeier indes für „relativ“, weil die Hitze doch kontinuierlich abnehme. Außerdem, da ist sich Eckermeier sicher, sei der Preis ein ganz guter Indikator für die Qualität der Holzkohle. Grillbriketts aus Braunkohle hält er indes für eher bedenklich. Und noch einen Tipp hält er bereit: Inzwischen gebe es im gut sortierten Fachhandel Pellets aus Hickory- oder Zedernholz und anderem. Die legt man in einem separaten Kästchen mit auf die Glut, sie beginnen zu rauchen und geben dem Grillgut einen ganz besonderen Geschmack. Den haben trotz der Zubereitung auf dem Gasgrill auch die Südtiroler Spieße. Zart schmilzt der Schafskäse, und die Tomaten und Zucchini lassen die Gedanken schon zum nächsten Gartenfest schweifen.

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