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Defizit von 1,1 Millionen Euro für Hennefer Stadtbetriebe

Wirtschaftsplan : Defizit von 1,1 Millionen Euro für Hennefer Stadtbetriebe

Der Wirtschaftsplan der Hennefer Stadtbetriebe schließt mit einem Defizit ab. Es fehlen vermarktungsfähige Grundstücke.

Seit einigen Jahren wird es für die Hennefer Stadtbetriebe zunehmend schwieriger, im Fachbereich Stadtentwicklung, Liegenschaften, Wirtschaftsförderung und Fremdenverkehr kostendeckend zu arbeiten. „Ich bin mal wieder der Überbringer der schlechten Nachrichten“, sagte Klaus Barth, Vorstand der Stadtbetriebe mit Blick auf das erneute Defizit von knapp 1,1 Millionen Euro. Der Wirtschaftsausschuss beschloss am Dienstagabend dennoch mehrheitlich bei drei Enthaltungen der Grünen und einer Gegenstimme von „Die Fraktion“ den von den Stadtbetrieben vorgelegten Wirtschaftsplan für 2022. Laut Barth wird der Verlust aus dem Gesamtabschluss der Stadtbetriebe mit all ihren Sparten gedeckt.

Der Wirtschaftsplan besteht aus einem Erfolgsplan mit der Gewinn- und Verlustrechnung für 2022 sowie dem Vermögensplan für die Jahre 2022 bis 2025. Bereits 2019 und 2020 hatte dieser Wirtschaftsplan mit jeweils rund einer Million Euro Verlust abgeschlossen. Das erneute Defizit für 2022 sei laut Barth in erster Linie durch interne Leistungsverrechnungen, Aufwendungen für Personal sowie Kosten für Veranstaltungen begründet, die wegen der nur geringen Umsatzerlöse nicht abgedeckt werden können.

Stadtbetriebe rechnen mit weiteren Verlusten

Aufgrund der Verzögerungen beim Ausbau des Knotenpunkts am Ausbauende der A560 ruht das Verfahren zur Erschließung des seit Jahren geplanten Gewerbegebiets „Kleinfeldchen“. Derzeit wird der Ausbau des Knotenpunkts, der zum Teil aus Bundes- und Landesmitteln finanziert wird, geplant. Die Projektsteuerung und Organisation haben die Hennefer Stadtbetriebe übernommen. Mit Erlösen aus den Grundstücksverkäufen des geplanten Gewerbegebiets „Kleinfeldchen“ sei laut Barth nicht vor 2024 zu rechnen.

Weitere Deckungsmöglichkeiten sind aufgrund fehlender städtischer, vermarktungsfähiger Grundstücke laut Barth nicht möglich. „Ein jährlicher Verlust von etwa einer Million Euro muss daher, wie ich bereits vor zwei Jahren prognostiziert hatte, auch in den kommenden Jahren einkalkuliert werden. Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass zwar kein unmittelbarer monetärer Rückfluss in den Fachbereich erfolgt, die Aktivitäten der Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung sowie des Touristikbereiches für die Entwicklung der Stadt aber notwendig sind und positive Auswirkungen für die Zukunft und Wirtschaftskraft Hennefs bedeuten“, sagte Barth.