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Kulturleben in Hennef: Ein Ehrenamtsbeauftragter für die Stadt

Kulturleben in Hennef : Ein Ehrenamtsbeauftragter für die Stadt

Das neue Kulturentwicklungskonzept von Dominique Müller-Grote, Kulturamtsleiter in Hennef, legt die Ziele und Absichten bis 2025 fest. Weiter Bestandteil ist der Bau eines Kulturrathauses. Außerdem ist ein Kulturtag in Planung.

Bereits vor neun Jahren war es etwas Besonderes, als Kulturamtsleiter Dominique Müller-Grote erstmals ein detailliertes Kulturentwicklungskonzept präsentierte, das nicht nur die unterschiedlichen und vielfältigen kulturellen Angebote Hennefs zusammenfasste, sondern auch Zielsetzungen für den Erhalt und die Weiterentwicklung des kulturellen Lebens in der Siegstadt beinhaltete. Am Dienstagabend präsentierte Müller-Grote dem Kulturausschuss nun die Fortsetzung dieses Kulturentwicklungskonzeptes, in dem die Ziele und Absichten der Stadt in punkto kultureller Entwicklung bis 2025 festgelegt werden. Zwar zeigten sich die Politiker hoch zufrieden mit der Arbeit, die sich Müller-Grote ein Jahr lang mit dem 76-seitigen Konzept gemacht hat, vertagten aber die abschließende Entscheidung, damit noch weitere Vorschläge eingearbeitet werden können. Verabschiedet werden soll das Konzept nun während einer Ratssitzung im September.

Etablierte Veranstaltungen werden weiter gefördert

"Kultur, Kunst und Wissenschaft sind durch Land und Gemeinden zu pflegen und zu fördern." So steht es in der nordrhein-westfälischen Landesverfassung und dem kommt die Stadt Hennef seit Jahren nach. “Die Kultur ist mir sehr wichtig“, sagte Müller-Grote. „Das Konzept soll in Zeiten von Corona auch ein wichtiges Zeichen an die Kulturschaffenden sein“. Fazit: Etablierte städtische Veranstaltungen wie „Kunst auf der Burg“ oder das „Rock-Pop-Festival“ wird es auch weiterhin geben. Ziele wie der dauerhafte Erhalt der Musikschule sowie der Stadtbibliothek mit ihren jährlich 60 000 Besuchern als wichtigste Einrichtungen des kulturellen Lebens der Siegstadt konnten trotz finanzieller Zwänge in den vergangenen Jahren umgesetzt werden. Das geplante Kulturrathaus lässt allerdings weiterhin auf sich warten, da die Machbarkeitsstudie zur notwendigen Erweiterung des Archivs und der Stadtbibliothek, die beide in der Meys Fabrik residieren, durch die Corona-Krise ins Stocken geraten ist. Die Pläne werden laut Müller-Grote aber weiterhin verfolgt.

Neu in dem Konzept ist die Ausschreibung der Stelle eines Ehrenamtsbeauftragten, der künftig koordinierend wirken soll, um das Thema Ehrenamt neben dem bereits etablierten Ehrenamtstag in Hennef weiter zu stärken. Die Stadt fördert zudem weiterhin die meist ehrenamtlichen kulturellen Akteure und Kooperationen, um ein breites und vielfältiges kulturelles Leben in Hennef zu gewährleisten. Als verbindlicher Rahmen dient dabei künftig eine Kulturfördersatzung, die in der Höhe und Art der jeweiligen Förderung vor dem Hintergrund der jährlichen Haushaltsberatungen festgelegt wird.

Neue Impulse für „Kunstpunkte“

Dass Hennef über ein reichhaltiges kulturelles Leben verfügt, ist mittlerweile über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Neben dem städtischen Kulturprogramm und den Veranstaltungen im Kleinkunsttempel „Kur Theater“, das von einem Verein betrieben wird, kümmern sich zahlreiche Kulturvereine, Chorgemeinschaften und künstlerische Kooperationen um die kulturelle Vielfalt in Hennef. Als Treffpunkt aller Kulturschaffenden ist laut Konzept ein Kulturtag geplant. Neben der Mehrzweckhalle Meiersheide mit einem Fassungsvermögen von 1200 Besuchern verfügt die Stadt für Konzerte, Kabarett, Kleinkunst und Karnevalssitzungen noch über die Meys Fabrik sowie zahlreiche Schulaulen.

Vor allem das Stadtfest, das ab diesem Jahr von einem neuen Dienstleisterteam betreut wird, wartet Jahr für Jahr mit einem üppigen Bühnenprogramm auf. Für die Veranstaltung „Kunstpunkte“, die lange Zeit gemeinsam mit der Gemeinde Eitorf ausgerichtet wurde, soll es neue Impulse geben. „Wir sind da momentan in der Ideenfindung“, sagte Müller-Grote, der bereits erste Gespräche mit Thomas Feldkamp, Kulturmanager der Gemeinde Eitorf, über ein neues, ab 2023 geplantes Kooperationsprojekt geführt hat. Angedacht ist ein Sommer-Wochenende mit Kunst und Kultur entlang der Wander-und Radwege zwischen Hennef und Eitorf jeweils mit attraktiven Start-und Zielpunkten in beiden Kommunen.