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Bürgermeister-Stichwahl : Erfahrung trifft in Hennef auf den Mut zu Neuem

Bürgermeister-Stichwahl : Erfahrung trifft in Hennef auf den Mut zu Neuem

Klaus Pipke und Mario Dahm ringen bei der Stichwahl am 27. September um das Bürgermeisteramt in Hennef. Pipke setzt dabei auf seine Erfahrung aus 16 Jahren als Stadtoberhaupt. Dahm will frischen Wind ins Rathaus bringen. Der GA hat beide zu Hennefer Themen befragt.

Bis zur Stichwahl noch mal richtig Gas geben, das will Klaus Pipke, der seit 16 Jahren in Hennef Bürgermeister ist. Am Wahlsonntag hatte der Christdemokrat die absolute Mehrheit mit 45,68 Prozent der Stimmen verpasst und tritt nun am 27. September gegen seinen sozialdemokratischen Kontrahenten Mario Dahm an, der 37,19 Prozent der Stimmen errang.

Pipke (56) setzt laut eigenem Bekunden bei der Stichwahl auf seine Erfahrung und Kompetenz, seit vielen Jahren eine 700-köpfige Verwaltung zu leiten.

Nach seinem Abitur, das er 1984 in Hennef machte, studierte er Jura in Bonn und legte beide Staatsexamina ab. Von 2000 bis 2004 war er Beigeordneter in Siegburg. Seit 1980 ist er Mitglied der CDU, für die er in Hennef die Ämter des Partei- und Fraktionschefs bekleidete. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern im Alter von 21,19 und drei Jahren.

Mario Dahm (SPD) ist zwar mit 31 Jahren jüngstes Ratsmitglied, aber kein Anfänger. Seit mehr als zehn Jahren ist er kommunalpolitisch aktiv, seit 2014 SPD-Ratsmitglied. Dahm studierte Deutsch, Geschichte und Philosophie auf Lehramt an der Uni Köln und nach dem Staatsexamen zusätzlich Politik und Verwaltungswissenschaften.

Derzeit ist Dahm wissenschaftlicher Mitarbeiter im Büro des SPD-Landeschefs Sebastian Hartmann und schreibt zudem an seiner Doktorarbeit in neuerer Geschichte. Dahm, der als „Dorfkind“ in Kurscheid aufwuchs will ein junger, moderner Bürgermeister sein und frischen Wind ins Hennefer Rathaus bringen. Zu wichtigen Hennefer Themen haben die beiden Kandidaten jeweils vier Fragen des GA beantwortet.

Was tun Sie, um die Verkehrsprobleme in der Innenstadt zu lösen?

Klaus Pipke: „Wir werden ein Mobilitätskonzept aufstellen und einen Mobilitäts-Ausschuss gründen. Die Frankfurter Straße ist sicher und mit den Mittelinseln in der Region einmalig. Wir müssen die Chance nutzen, die sie bietet: Ein sicheres und gut erreichbares Zentrum für Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer und Busse. Wichtig: Das Land muss endlich die Unterführung bauen.“

Mario Dahm: „Wir brauchen ein Mobilitätskonzept, das den Verkehrsraum fairer auf alle verteilt. Das Fahrrad machen wir mit einem City-Ring, sicheren Wegen und Abstellanlagen zur Alternative und stärken den Nahverkehr. Die Bahnunterführung an der Bröltalstraße muss dringend gebaut und ein digitales Parkleitsystem eingeführt werden, damit der Verkehrsfluss besser wird.“

Was tun Sie für bezahlbaren Wohnraum?

Klaus Pipke: „Ein konkretes Beispiel: Der Bedarf und die Nachfrage nach bezahlbarem und hochwertigem Wohnraum sind da – unter anderem in Uckerath. Am Kantelberg entsteht ein neues, grünes und nachhaltiges Wohngebiet mit einem modernen Wassermanagement, Wohnraum für alle Altersstufen und – ganz wichtig – alle Einkommensklassen. Lebenswert muss es werden, nachhaltig und bezahlbar.“

Mario Dahm: „Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum mache ich zum Ziel der Stadtplanung. Mit klaren planungsrechtlichen Vorgaben sorgen wir für mehr geförderten Wohnraum. Dazu verbessern wir die Zusammenarbeit mit Wohnungsbaugesellschaften oder investieren als Stadt selbst in Wohnraum. Durch die Förderung der Dörfer werden auch diese als Wohnorte attraktiver.“

Wie kann die Stadt Hennef klimafreundlicher werden?

Klaus Pipke: „Wir sind mit unserem Klimaschutzkonzept und der Klimaschutzmanagerin auf einem guten Weg. Wir haben die Leuchten auf den Sportplätzen auf LED umgestellt, das spart 768 Tonnen CO2, der Stromverbrauch reduziert sich um 70 Prozent. 4.500 Quadratmeter Photovoltaikanlagen auf Dächern städtischen Gebäude sparen 253,5 Tonnen CO2pro Jahr. Auf diesem Weg will ich weitergehen.“

Mario Dahm: „Bei allen Entscheidungen müssen wir Auswirkungen auf das Klima berücksichtigen. Wir brauchen einen günstigen und zuverlässigen Nahverkehr. Für mich gilt: Fahrten rauf, Preise runter. Dazu müssen die Buslinien häufiger fahren, auch abends und am Wochenende. In den Radverkehr müssen wir genauso investieren, wie in den Ausbau erneuerbarer Energien und Projekte zur Aufforstung und Stadtbegrünung.“

 Welchen Schwerpunkt legen Sie im Bereich Kinder, Jugend und Familien?

Klaus Pipke: „Kindergärten, Schulen, Jugendpark, Fußballplätze, Bibliothek, Musikschule, KinderSportFest. In diesen Bereichen haben wir viel geschafft. Wir müssen aber noch mehr Angebote für Kinder und Jugendliche schaffen. Meine Schwerpunkte: Das Kulturrathaus. Vereine für bezahlbare Angebote fördern. Weiter keine Nutzungsgebühren für Sportstätten. Konzepte zur Förderung der Jugendkultur.“

Mario Dahm: „Familie und Beruf müssen gut vereinbar sein. Deshalb werde ich den Ausbau von Kita- und OGS-Plätzen vorantreiben. Bei den Kita-Gebühren müssen Familien entlastet und eine Familienkarte eingeführt werden. Für junge Menschen braucht es in Hennef mehr Treffpunkte und Freizeitangebote, nicht nur im Zentrum, sondern auch in den Dörfern.“